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Samstag, 28.11.2009 - Sonstiges > Laos > Pakse

Buchempfehlung: Stephen Fry in America



Ein Glück, dass ich mir beim letzten Zwischenstopp in Bangkok noch schnell das kleine 350 Seiten-Büchlein "Stephen Fry in America" geschnappt habe, denn sobald man im Isaan unterwegs ist, gibt es exakt 0 englischsprachige Zeitungen, Magazine oder Bücher zu kaufen. Und in Pakse in Laos habe ich noch nicht mal einen Laden/Stand mit lokalen Zeitungen gesehen. Für längere Wartezeiten und die Zugfahrten braucht man schon einen Zeitvertreib und "Stephen Fry in America" war dabei eine gute Wahl. Stephen Fry ist ein britischer Allrounder (Comedian, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur), den einige vielleicht aus "Blackadder" (mit Rowan Atkinson) kennen könnten. In diesem Buch hat er einen Trip durch die USA dokumentiert, der ihn am Steuer eines typisch britischen, schwarzen Taxis einmal durch alle 50 Bundesstaaten der USA geführt hat, inklusive Alaska und Hawaii.

Stephen Fry hätte aufgrund der wissenschaftlichen Arbeit seines Vaters auch in Amerika aufwachsen können, vermutlich als "Steven". Da ihn die Frage nie losgelassen hat, wie sein Leben dann dort gewesen wäre, hat er sich (im Rahmen einer BBC-Produktion) auf den Weg in die USA gemacht. Ziel der Unternehmung war es, mehr über das "wahre Leben" im "Land der unbegrenzten Freiheit" zu ermitteln, abseits der in Europa so gern genutzten Klischees über religiöse Fanatiker der Evangelikalen, die Waffennarren der NRA, Wall Street und Co. Dabei geht es in dem Buch nicht etwa um tiefgreifende Analysen von Kultur, Politik, Wirtschaft o.ä., sondern um einen typischen, wenngleich ungemein ausdauernden Road-Trip, auf dem Stephen Fry bei den unterschiedlichsten Menschen Halt macht und einen kleinen Einblick in ihr Leben wirft.

Los geht es dabei im Nordosten des Landes, bei den Lobster-Fischern von Maine. In New Hampshire trifft er während der 2008er Primaries (den Vor-Wahlen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA) auf den damaligen republikanischen Kandidaten Mitt Romney, er fährt während des "Indian Summer" durch die Neuengland-Staaten, berichtet über die Begeisterungsstürme von Small-Town-Amerika für den College Football (größer als der britische FA-Cup!), besucht örtliche Sheriffs, geht auf die Jagd in New York (Hirsche, keine New Yorkerinnen!), äussert seinen Abscheu über die Casinos in Atlantic City und macht passend zu Halloween Halt in Salem (Hexenverbrennung!). Stephen Fry begleitet Grenzschützer im Süden von Texas, besucht eine amerikanische Militärbasis an der Ostküste, feiert Mardis Gras in den Überresten von New Orleans (Hurrikan Katrina!), zeigt das Leben von Indianern in den Reservaten in South Dakota uvm., bevor er seine Reise am südlichsten Zipfel von Hawaii beschließt, dort wo auf einem Lavafeld weiterhin ein neuer Teil der USA geboren wird.

Bei 50 Staaten, unzähligen Begegnungen und nur 350 Seiten geht das Buch natürlich nicht besonders ins Detail. Einige Staaten werden nur hastig besucht oder er macht nur kurz an der Grenze halt, um dann weiterzufahren. Als Anregung für eigene Trips und Zeitvertreib für Zwischendurch ist "Stephen Fry in America" aber gut gelungen. Zwischen den Zeilen versteckt sich einiges an subtilem britischem Humor, gerade wenn es um die Eigenheiten der US-Amerikaner geht, wie z.B. das alljährliche Thanksgiving-Festival.

"Stephen Fry" ist bei HarperCollins unter der ISBN 978-0007266357 erschienen und kann u.a. bei Amazon bestellt werden. Die dazugehörige TV-Dokumentation der BBC ist online leider nicht einsehbar, hier gibt es aber immerhin den Trailer dazu (siehe oben).



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