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Rotes Rathaus in Berlin

Das Rote Rathaus, Sitz des Berliner Bürgermeisters ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Seinen Namen erhielt es wahrscheinlich aufgrund der roten Backsteinfassade. Es liegt zentral in Alt-Berlin, dem heutigen Stadtteil Mitte, am Rande des Alexanderplatzes.

Umschlossen wird das Gebäude von Rathausstraße, Spandauer Straße, Gustav-Böß-Straße und Jüdenstraße. Das Rote Rathaus wurde in seiner Geschichte von 1865 an bis zur heutigen Zeit von einer Vielzahl von Architekten und Restaurateuren ausgestaltet und umgebaut.

Daten

Erbaut: 1861-1869
PLZ: 10117
Höhe: 74m
Höhe (mit Fahne): 94m
Länge: 99,2m
Tiefe: 87,9m

Geschichte

Begonnen hat die Geschichte des Roten Rathauses in der Zeit von 1861 -1869. Schon vor dem 16. Jahrhundert im Mittelalter existierten an der Stelle des heutigen Roten Rathauses verschiedene Rathaus-Bauten, welche dem jeweiligen Entwicklungsstand der Stadt in Größe und Ausstattung angepasst waren. So gab es insgesamt vier Vorgängerbauten, mit sehr unterschiedlicher Größe. Erstmals wurde ein Rathaus um 1380 urkundlich erwähnt.

Mit dem Aufblühen der Städte im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung wuchs auch ihre politische Macht. Ein starkes Bevölkerungswachstum (Berlins Bevölkerung stieg von 200.000 [1819] auf 2.000.000 [1905]) zog den Wunsch nach stärkerer Selbstverwaltung und gleichzeitig die Notwendigkeit zur Organisation städtebaulicher Massnahmen nach sich. Die Verwaltung wurde zwischenzeitlich auf mehrere Gebäude in der Innenstadt aufgeteilt.

Das bisherige, viel zu kleine Rathaus und ein Teil der umliegenden Gebäude wurden auf einer Fläche von rund 99 x 88 Meter abgerissen. Es war in den vorherigen Jahrhunderten nach Bränden mehrfach umgebaut und um Anbauten erweitert wurden. Man ließ führende Architekten in einem Wettbewerb Vorschläge für ein neues Rathaus aufstellen. Der Wettbewerb brachte 1857 zwei Sieger hervor: Friedrich Adler und Friedrich v. Schmidt. Ihre Entwürfe zeigten zum Einen ein Rathaus nach gotischem Stil, zum Anderen einen einfachen Ziegelrohbau nach der klassischen Bauweise von Schinkel.

Der Architekt und königliche Baurat Hermann Friedrich Waesemann, Mitglied der ministerialen Baukommission führte schließlich den Bau in einer Kombination der beiden Entwürfe aus. Das Rote Rathaus erhielt den namensgebenden roten Backsteinbau und einen Mittelturm, welcher in seiner Form verschiedene zeitgemäße europäische Baustile wiederspiegelt. Schon 1865 konnten Teile des Roten Rathauses durch den Magistrat genutzt werden, bevor man knapp vier Jahre später den zweiten Bauabschnitt beendete. Ab Januar 1870 tagte dann die ständige Stadtverordnetenversammlung im Roten Rathaus.

Nachdem das Rote Rathaus knapp 50 Jahre lang unverändert gelassen wurde, erweiterte man 1921 den Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung auf 225 Plätze. Ausführender Bauleiter war hierbei Ludwig Hoffmann.

Bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden kleinere Umbaumassnahmen an den Innenröumen und dem Treppenhaus vorgenommen. Im II. Weltkrieg (besonders bei den Bombenangriffen am 18. März 1945) wurde das Gebäude stark zerstört. Teilweise brannte es aus und einzelne Fassaden stürzten in sich zusammen. 1951 -55 wurde das Rote Rathaus wieder auf- und umgebaut. Baumeister war Fritz Meinhardt. Unter seiner Leitung entstand ein Saal für die Sitzungen des neu eingerichteten Ost-Berliner Magistrats. Viele Räume wurden an die neuen Bedingungen in ihrer Ausstattung und Form angepasst. Die West-Berliner Abgeordneten waren 1949 in das Schöneberger Rathaus abgewandert.

Mit der Wiedervereinigung wurden ab 1990 Modernisierungsmassnahmen durchgeführt, bevor das Rote Rathaus zum Ende des Jahres 1991 wieder Wirkungsstätte des Regierenden Bürgermeisters von Gesamt-Berlin wurde. Seit Ende der 70er Jahr steht das Rote Rathaus unter Denkmalschutz.

Zu den Aufgaben, die das Rathaus zu erfüllen hatte, gehörten die Repräsentation, die oberste Leitung der Stadt und die städtische Verwaltung. Untergebracht waren hier Sparkasse, Stadthauptkasse, Magistrat, Bibliothek und Stadtverordnete. Heute haben hier neben dem Bürgermeister der Senat von Berlin, die Senatskanzlei und die Behörde des Bürgermeisters ihren Sitz und empfangen u.a. Gäste aus Wirtschaft und Politik.

Merkmale

Das Rote Rathaus basiert auf dem Modell des "achsensymmetrischen Mittelturmrathauses", welches vor allem in Flandern seine Verbreitung (u.a. in Brügge) fand und sich als typischer Rathausbau der deutschen Großstädte etablierte. Der Stil entsprach der norditalienischen Hochrenaissance. Hervorstechend in dem horizontal gelagerten Baukörper ist der Turm, welcher symbolisch für die Macht des Bürgertums stand. Die Höhe des Turmes von 74 m warf bei Bauabschluss einige Kontroversen auf, da dieser den Kuppelbau des bisher bedeutendsten Berliner Baus - des Stadtschlosses - überragte. Zusammen mit der Fahnenstange kommt man gar auf 94 m. Erstmalig wehte die Fahne von Berlin vor dem l. Weltkrieg.

Der fast quadratische Grundriss des Roten Rathauses umschließt insgesamt drei Innenhöfe, einen zentralen großen und zwei kleinere Höfe. In der Aufrissgestaltung zählt man insgesamt vier Stockwerke.

Das Rathaus wird über der ersten Etage von einem Terrakottarelief aus insgesamt 36 Teilen umgeben, welche knapp 10 Jahre nach Bauabschluss von 1876 bis 1879 eingesetzt wurden. Die Reliefs spiegeln die Geschichte der Stadt Berlin (preußische Könige, Aufstieg der Städte, Industrialisierung) und die tägliche Arbeit der Bevölkerung (Gerichtsbarkeit, Landarbeit, Handel) seit dem 12. Jahrhundert wieder. Das gesamte Terrakottarelief wurde als "Steinerne Chronik" bekannt. Sie wurde auf Anregung des Baumeisters Waesemann von Ludwig Brodwolf, Otto Geyer, Rudolf Schweinitz und Alexander Calandrelli entworfen.

Die Fassadengestaltung ist recht gleichmäßig und geordnet und wird in der Anreihung von Fenstern und Säulen nur durch horizontal verlaufende Gesimse und die vergrößerten Ecktürme aufgelockert. An der Aussenfassade sowie in den Innenhöfen sind verschiedene Gedenktafeln für Oberbürgermeister und den Baumeister angebracht. Außerdem gibt es zur Verzierung noch Blumenmotive am Turm sowie Abbildungen des Berliner Bären und des Wappens an den Ecken des Turmes.

Spezielle Räume: Foyer

Das prächtige Foyer des Roten Rathauses demonstriert die Macht des Bürgertums. Die seitlich angebrachte dreiteilige Treppe (3 mal 13 Stufen, auch Triptychon genannt) öffnet den Blick in einen weitläufigen Kuppelgang. Gegenüber dem Eingangsbereich und direkt über dem Eingang sind in Höhe der ersten Etage kleinere Balustraden angebracht. Ihre Seiten werden flankiert durch vier Bildhauereien, welche für die Bereiche Ackerbau, Handel, Fischerei und Sehifffahrt stehen.

Spezielle Räume: Büro des Regierenden Bürgermeisters

Das Büro des Regierenden Bürgermeisters entstand erst bei Umbauarbeiten 1951-1955, als ein ehemaliger Sitzungssaal in einen kleineren Saal für den Magistrat von Berlin und die Zimmer des Bürgermeisters geteilt wurden. Der Bürgermeister von Gesamt-Berlin hat seinen Sitz hier wieder seit dem 1. Oktobers 1991.

Spezielle Räume: Wappensaal

Der Wappensaal wurde vor dem zweiten Weltkrieg für die Tagungen der Stadtverordnetenversammlung genutet, er liegt zwischen der Vorhalle und dem Foyer. Eine Besonderheit sind die farbigen, bleiverglasten Fenster, aufwelchen die Berliner Stadtbezirke in ihrer Form von 1920 (Eingemeindung umliegender Ortschaften zu Groß-Berlin) abgebildet sind. Die Fenster mit den Wappenemblemen wurden 1958 nach Entwürfen von Heinrichs List gestaltet.

Kurzinformation Ludwig Hoffmann
* 30.07.1852 in Darmstadt, ? 11.11.1932 in Berlin

Studierter Architekt und Berliner Stadtbaurat (28 Jahre lang). Baute in Berlin über 111 Anlagen mit insg. 300 Gebäuden, u.a. Märkisches Museum, Umbau Rotes Rathaus, die Friedrich-Wilhelms Universität (heute Humboldt-Universität), verschiedene Schulbauten und Museen.

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