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Ökologische Probleme zu Beginn des 21. Jahrhunderts

"Klimaschutz ist eine Jahrhundert-Aufgabe, für deren Lösung die reichen Industriestaaten In erster Linie Verantwortung übernehmen müssen. Wir dürfen hier nicht nachlassen. Deshalb kommt es darauf an, das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung konsequent umzusetzen, um die nationalen und Internationalen Verpflichtungen zu erfüllen,"
Bundesumweltminister Trittin auf einer Pressekonferenz

Die anhaltenden Diskussionen in den letzten Wochen und Monaten machen nur allzu deutlich, in welcher Krise sich die aktuelle Klimapolitik befindet. Nachdem nach langem Hin und Her auf der dritten "Conference of Parties" (dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung) Anfang Dezember 1997 im japanischen Kyoto die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen als Reaktion auf die weltweit beginnende Klimaerwärmung beschlossen wurde, kommen nun wieder Zweifel über die Durchführung des Abkommens bei den unterzeichnenden Staaten auf.

Vor über 100 Jahren wurde durch den schwedischen Nobelpreisträger Svante Arrhenius erstmals die Vermutung aufgeworfen, dass der Mensch durch seine Aktivitäten auf der Erde (u.a. die Freisetzung von Treibhausgasen) ökologische Veränderungen erzwingt, welche mit dem Ausmaß seiner Aktivitäten ansteigen bzw. den natürlichen Treibhauseffekt verstärken. Diese Treibhausgase entstehen bei jeglicher Art der Energiefreisetzung/ -Umwandlung. Vor allem der derzeit noch favorisierte Rohstoff Erdöl beinhaltet einen großen Anteil an Schadstoffen. Hauptveränderungen durch die Anreicherung von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre sind eine dauerhafte Erwärmung der Erdoberfläche und damit verbunden ein Ansteigen des Meeresspiegels durch Gletscherschmelze usw. Allerdings sind auch Veränderungen der Niederschlagsmengen zu erwarten.

Diese Veränderungen konnten mittlerweile vom "International Panel on Climate Change" festgehalten und dokumentiert werden. Demnach betrug der gesamte Anstieg des Meeresspiegels im 20. Jahrhundert 10 bis 25 cm. Im gleichen Zeitraum stieg die Temperatur im weltweiten Mittel um rund 0,5 Grad Celsius, wobei die sieben wärmsten Jahre durchweg in den 90iger Jahren des 20. Jahrhunderts liegen. Ebenso hat sich das Auftreten extremer Wetterereignisse wie z.B. von Stürmen und Hochwassern stark erhöht.

Für die Zukunft wird mit einer Verstärkung der derzeitigen Tendenzen gerechnet, so wird z.B. für das 21. Jahrhundert mit einem Anstieg der Oberflächentemperatur der Erde um durchschnittlich 1-3,5 Grad Celsius und einer Erhöhung des Meeresspiegels um bis zu einem Meter gerechnet (Material Ml im Anhang). Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, muss man damit rechnen, dass ganze Landstriche überschwemmt werden und sich dadurch die landwirtschaftlich und industriell nutzbare Fläche stark reduzieren würde. Genauere Informationen über die ökonomischen Nachteile werden weiter hinten in dieser Arbeit erwähnt.

Zu einer Änderung des natürlichen Gleichgewichtes kommt es nur, wenn der Mensch mehr Treibhausgase freisetzt, als durch Pflanzen und Ozeane kompensiert werden können, also insgesamt mehr als 13 Mrd. Tonnen CO2. Wenn man diesen Wert beispielsweise auf die derzeitige Weltbevölkerung anrechnet, kommt man auf rund 2,2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. In Staaten wie den USA werden allerdings mehr als 20 Tonnen pro Kopf und Jahr freigesetzt, in Deutschland liegt dieser Wert derzeit bei rund 11 Tonnen (siehe Material M2 im Anhang).

Die Hauptverursacher für die zunehmende Freisetzung an CO2 sind hochentwickelte Industriestaaten wie die USA, Kanada und Westeuropa und wirtschaftlich weniger entwickelte Zweitstaaten wie China und Teile der ehemaligen Ost-Block-Staaten, deren Industrie vorwiegend auf der umweltschädlichen Kohle aufbaut, Japan setzt aufgrund der Rohstoffknappheit im eigenen Land schon seit Jahren auf energiesparende Verfahren und kann hier nicht zu den Hauptverursachern hinzugezählt werden. Vier Bereiche des täglichen Lebens setzen einen Großteil des CO2 frei. Beinahe 50% werden im Energie- und Verkehrssektor freigesetzt, weitere 20% bei der Produktion, die restlichen 30% entfallen auf landwirtschaftliche Nutzung und die Nutzung der Produkte durch den Endverbraucher.

Nun ist klar, dass man nicht tatenlos mit ansehen kann, wie das naturräumliche Potenzial der Erde und damit unser Lebensraum nachhaltig geschädigt oder gar zerstört wird. Daher liegt es an jedem Einzelnen, aktiv die Freisetzung von CO2 und anderen Treibhausgasen wenigstens Im persönlichen Rahmen zu begrenzen, reicht es doch schon aus, ab und zu öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu benutzen und nicht unnötig Energie zu verschwenden. Ein Beispiel für diesen Klimaschutz auf persönlicher Ebene ist die Klima-Familie von GLOBAL 2000 und den Rauchfangkehrern in unserem Nachbarland Österreich. Hier konnten mittlerweile über 8 % der Emissionen auf diesem Gebiet eingespart werden (siehe auch Material M3 im Anhang).

Doch so gut Einsparungen im privaten Bereich auch sein mögen, die Signale müssen von der politischen Ebene gegeben werden, um eine großflächige Wirkung zu erlangen und auch die Wirtschaft als Hauptemittent muss dazu angehalten werden, die Emissionen zu verringern. Auf dem zweiten internationalen Klimagipfel in Rio de Janeiro 1992 wurde von der UNO und den Regierungen einer Vielzahl an Staaten eine erstmalige weltweite Klima-Rahmenkonvention verabschiedet, konkrete Ziele und Maßnahmen jedoch wurden erst im sogenannten "Kyoto-Protokoll" festgehalten. Darin verpflichteten sich über 160 Staaten, ihren Schadstoffausstoß (CO2, Treibhausgase etc.) bis zum Jahr 2012 um rund 5,2 % zu senken.

Insgesamt wird für die Zukunft eine Stabilisierung der CO2-Emissfonen auf dem Niveau von 1990 angestrebt, wobei sich die Staaten unterschiedliche Ziele setzen. In der EU wird wirtschaftlich weniger entwickelten Staaten in Osteuropa eine Ausdehnung ihrer Emissionen zugestanden, andere Staaten müssen die Freisetzung von CO2 stabilisieren und Staaten wie Deutschland haben sich verpflichtet, die Emissionen um bis zu 22 % zu senken. Insgesamt will die EU so die Emissionen um 8 % senken. Für die USA sind -7 % vorgesehen, für Japan, Kanada, Polen und Ungarn -6 %, jeweils 0 % für Russland, die Ukraine und Neuseeland und bis zu +10 % für Norwegen, Australien und Island (siehe auch Statistiken S1-S3).

Deutschland führt schon seit Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Forschungen zur weiteren Entwicklung des weltweiten Klimas durch (Enquete-Kommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre") und gilt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Aufgrund der schon seit 1990 nach dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung durchgeführten Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes wie Auflagen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Heizungssystemen, Klimaanlagen und Gebäuden oder in Form von Förder- und Finanzierungsprogrammen bzw. Informationsprogrammen konnte Deutschland auf der COP-3 und der COP-6 entsprechend selbstbewusst auftreten und verpflichtete sich zur prozentual höchsten Einsparung aller europäischen Länder. Die bisherigen Einsparungen von -10 % (1996) bzw. -15 % (2001) sind allerdings teilweise auf das Zusammenbrechen der Wirtschaft in den Neuen Bundesländern nach der Wende zurückzuführen.

Zukünftig wird innerhalb von Deutschland die Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch die Wirtschaft vor allem durch die Ökosteuer vorangetrieben, so jedenfalls erhoffen sich dies die Umweltexperten, da durch die zusätzliche Besteuerung die Energiepreise steigen und Investitionen in umweltfreundliche Energienutzung und energiesparendes Verhalten wirtschaftlich effizienter werden. Ebenso werden die Förderprogramme fortgesetzt, KWK-Anlagen (Klima-Wärme-Kopplung) beispielsweise erhalten eine besondere Förderung.

Umweltorganisationen wie das WWF und Greenpeace fordern allerdings spezielle Programme für Energieeinsparungen im Gebäudesektor, durch deren konsequente Verwirklichung die Bundesregierung ihr angekündigtes Klimaschutz-Ziel erreichen könnte. Die Forderungen des WWF beinhatten "die Umsetzung des Niedrigenergiehausstandards für alle Neubauten", sowie " Sanierungs- und Instandsetzungskonzepte für Altbauten". Weiterhin sollen gesetzliche Effizienzstandards auf der Basis des Primärenergiebedarfs für Heizungsanlagen, Warmwassererzeugung und Klimatisierung eingeführt werden (Material M4). Erste Schritte wurden von der Bundesregierung bereits In diese Richtung unternommen (Material M5), jedoch ist es erforderlich, weitere gesetzliche Regelungen für eine nachhaltige Minderung des CO2-Ausstoßes zu schaffen.

Wie schon oben erwähnt, hat Deutschland mit seinen Klimaprogrammen anderen Staaten einige Schritte voraus. Die USA weigerte sich als einer von wenigen Staaten, das Kyoto-Protokoll zu ratizifieren, ohne das sogenannte CO2-Senken an die Gesamtrechnung angerechnet werden. Als CO2-Senken würden z.B. entsprechende Vegetation bzw. Landfläche angerechnet werden, welche CO2 umwandelt bzw. speichert. Auch Klimaschutzprojekte im Ausland könnten auf diese Weise angerechnet werden, so dass die USA keine Klimaprogramme im eigenen Land durchführen müsste und unter best. Umständen sogar noch mehr CO2 ausstoßen dürfte.

Bei Klimaschützern auf der ganzen Welt sind diese Forderungen natürlich nicht beliebt. Nach langen Gesprächen mit der Bundesregierung (mit Bundesumweltminister Trittin) und anderen Staaten zeigt Sich die USA jetzt verhandlungswillig. Präsident Bush, ganz Ökonom, gibt zu, dass KHmaschutz notwendig ist (auch 73 % der US-Bevölkerung halten dies für wichtig). Jedoch setzt Bush im Gegensatz zu den deutschen Plänen (siehe oben) eher auf einen Umstieg auf Atom-Energie, welche kein CO2 ausstößt und dazu noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die USA sich keinesfalls dem Klima-Problem verschließen, vielmehr werde man im Hinblick auf die Resignation der US-Wirtschaft den ökonomisch verträglichsten Weg einschlagen.

Die USA zeigt in ihren Äußerungen eine gewisse Skepsis gegenüber der wirtschaftlichen Verträglichkeit ökologischer Schutzmaßnahmen. Doch ist dies sicherlich nicht gerechtfertigt, im Gegenteil. Die vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie erarbeitete Literaturstudie für Deutschland und die Studio der Prognos AG aus Basel kommen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass Klimaschutz richtig angewendet auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Bei der Wuppertaler Studie geht man, je nach CO2-Verminderungspolitik und entsprechenden politischen Maßnahmen von 60.000 bis 600.000 neuen Arbeitsplätzen allein In Deutschland aus. Die Prognos AG berichtet in ihrer Studie von etwa 200.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2020.

Doch nicht nur der (mögliche) Arbeitsplatzwegfall ist Kritikpunkt der USA, Präsident Bush äußerte sich vor allem besorgt bezüglich des sich bei einem Umstieg auf schadstoffarme Ressourcen ändernden Preisniveaus. Bush meint, dass sich Investitionen im Energiesektor auf die Preisstruktur niederschlagen könnten, was wiederum zu einer Verlagerung energieintensiver Industrie in Länder, die vom Kyoto-Protokoll nicht erfasst werden, führen könnte.

Kurzfristig mag diese Aussage stimmen, da vor allem sonnenreiche Entwicklungsländer wie Bolivien und Marokko durch Investitionen z.B. in Photovoltaik-Anlagen die optimale Lösung für ihr naturräumliches und soziales Potenzial gefunden haben. Hier verbindet man Klimaschutz mit der Erzeugung kostengünstiger Energie, mindert die Ausgaben für traditionelle Energien wie Kerosin oder Gas, schont die Ressource Holz und erleichtert die Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Die USA wird eher auf die Möglichkeit des Handels mit Emissionsrechten eingehen. So wird man sich wahrscheinlich durch entsprechende Geldmittel nicht genutzte Emissionsrechte aus den Ländern des ehemaligen Ost-Blockes und aus den Entwicklungsländern erkaufen. Der Grund liegt auf der Hand, ein Umstieg auf CO2-freie Energie wäre nicht mehr oder nur eingeschränkt nötig.

So wird schließlich auch der Klimaschutz zum politischen Kalkül, zum Abwägen zwischen ökologischer Notwendigkeit und wirtschaftlicher Verträglichkeit. Es wird sich zeigen, wie der richtige Weg letztendlich aussieht. Eines steht jedoch fest, ohne den Schutz unserer natürlichen Ressourcen, kann auch die Wirtschaft nicht überleben.

Quellenverweise

Bundesminsterium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
URL: www.bmu.de

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
URL: www.bmz.de

Deutsche Bundesstiftung Umwelt
URL: www.osnabrueck-net.de/Umwelt/dbu.html

Global 2000
URL: www.global2000.at

Greenpeace
URL: www.greenpeace.de

Klimabuendnis.org
URL: www.klimabuendnis.org

Klimaschutz.de
URL: www.klimaschutz.de

Klimasekretariat der Vereinten Nationen
URL: www.unfccc.de

Naturportal
URL: www.naturportal.de

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
URL: www.pik-potsdam.de/~cramer

Umweltbundesamt
URL: www.umweltbundesamt.de

Umweltdaten
URL: www.umweltdaten.de

Universität Stuttgart
URL: www.uni-stuttgart.de/wechselwirkungen

World Wildlife Foundation Deutschland (u.a. Jahresberichte und Klimabroschüren)
URL: www.wwf.de

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