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Neuseeland-Informationen: Geschichte

Die Geschichte Neuseelands kann in mehrere Hauptabschnitte geteilt werden. Zum Einen die Besiedlung durch die Maori, die Entdeckung und Landnahme durch die Europäer, zum Anderen die Kolonisierung und die weitere Entwicklung Neuseeland bis zum 20. Jh.

Besiedlung durch die Maori

Die Meinungen über eine erste Koloniaiisierung Neuseelands durch die Maori gehen weit auseinander, da man weder genau weis, wann die ersten Maori eintrafen, noch wie sich die Stämme danach weiterentwickelten.

Eine von Historikern favorisierte Version ist die der polynesischen Wanderungen, die vor ca. 4000 Jahren im Westen des pazifischen Ozeans stattfand. Man vermutet, dass einzelne Stammesgruppen in einem geplanten Kolonisationsunternehmen vor ca. 2000 Jahren über Samoa, Fidschi, Tonga, die Gesellschaftsinseln, die Marquesas und über die Cook-Inseln nach Neuseeland kamen. Die Maori müssen also schon vorher von diesen Inseln erfahren haben, ausserdem gab es nur eine einzige frühe Einwanderungsbewegung, aus der sich die heutige, auf der Nordinsel konzentrierte, Maori-Kultur entwickelte.

Sie lebten als Jäger und Sammler in seßhaften Stammesgruppen, von denen einige in Kanus entlang der Küste nach Süden zogen und sich die "primitiven" Kulturen, die sie dort vorfanden, unterwarfen. Schon um 1500 n. Chr. wurde die ganze Insel von den Maoristämmen beherrscht.

Die Maori selbst allerdings kennen eine andere Version, die tief in ihrer Mythologie verankert ist. So soll um 925 n. Chr. der Seefahrer Küpe von der nahe Tahiti gelegenen Insel Hawaiki nach Neuseeland gefahren sein. Neuseeland, so berichtete er bei seiner Rückkehr, sei das Wunderbarste, was er je gesehen hätte. 225 Jahre nach seiner Rückkehr nach Hawaiki, machte sich Toi, ein Stammeshäuptling, nach Neuseeland auf und gründet dort die erste Siedlung. Weitere 200 Jahre darauf, um 1350, sollen Hunderte Maori in sieben Stammeskanus aus Hawaiki nach Neuseeland aufgebrochen sein, wobei die Anzahl der Kanus die heutigen Maoristämme darstellt.

Entdeckung und Inbesitznahme durch die Europäer

Der aus  Indonesien  kommende  Holländer Abel Tasman  erreicht als  erster  Europäer Neuseeland. Kaum angekommen, werden die Beiboote seiner beiden Schiffe "Zeehan" und "Heemskerck" von Maori angegriffen. Als mehrere seiner Matrosen erschlagen werden, wehren sich die Europäer mit Kanonensalven, verlassen schleunigst Neuseeland und fahren zurück nach Indonesien.

Diese Szene spielte sich im Dezember des Jahres 1642 in der "Murderer's Bay" an der Nordspitze der Südinsel Neuseelands ab, die von Abel Tasman für die Westküste des unbekannten Südkontinents gehalten wurde. Er nannte dieses Gebiet daraufhin nach den niederländischen Generalstaaten "Staten Landt", dem gesamten Südkontinent gab er den Namen "Nieuw Zeeland", ganz nach der niederländischen Provinz Seeland.

Im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Unruhen im Europa des Dreißigjährigen Krieges unternehmen die Holländer keine weiteren Vorstöße in dieses Gebiet, stattdessen werden Frankreich und England aktiv. James Cook - er fährt unter der Flagge von Großbritannien -kommt auf seiner ersten Weltreise mit der "Endeavour" mit dem Südkontinent in Berührung und entdeckt am 6. Oktober 1769 die Ostküste der Nordinsel Neuseelands, die er zwei Tage später zusammen mit seinen Begleitern betritt.

Die Bucht, in der er gelandet ist, nennt er "Mercury Bay" und nimmt sie zusammen mit dem gesamten Gebiet für die englische Krone in Besitz. Cook segelt mehrere Monaten um Neuseeland und entdeckt dabei, dass Neuseeland aus zwei Hauptinseln und mehreren kleineren mit vielen Buchten und Landvorsprüngen besteht, die er karto-graphiert und benennt. Im Jahre 1770 ankert er im Queen Charlotte Sound, der sein späterer Lieblingsort in Neuseeland werden sollte.

Er kehrt auf seiner zweiten Weltreise mit zwei Schiffen nach Neuseeland zurück und wird dabei von zwei deutschen Forschern begleitet. 1769 begegnete er zum ersten Mal der Kultur und Lebensweise der Maori und geht mit diesen einen regen Tauschhandel ein. Getauscht werden Eisennägel, Tabak und Äxte. Alkohol ist bei den Maori aber nicht gefragt. Bei seiner zweiten Reise sind die Maori schon auf ihn eingestellt und handeln mit Süßkartoffeln, Fischen und Frischwasser.

Die Franzosen landen 1769/1770 in der heutigen Bay of Islands, und nehmen dieses Gebiet als "France Australe" für Frankreich in Besitz, doch wissen sie zuerst nichts von Cooks früheren Besuchen. Die anfangs freundschaftliche Begegnung mit den Eingeborenen verwandelt sich in Streit und schließlich stürmt die Besatzung der französischen Schiffe die Dörfer der dortigen Maoristämme.

18 Jahre später richtet die britische Regierung in Australien Sträflingskolonien ein und bald darauf kommen erste Schiffe aus den Kolonien nach Neuseeland, meist um Robben und Wale zu jagen, Tauschhandel mit den Maoris zu betreiben oder um Holz aus den Wälder zu holen. Der Kontakt mit den Weißen verändert die Maorikultur der Nordinsel, die durch neue Produkte (Beile, Äxte, Weizen, Schweine) und die sehr begehrten Feuerwaffen an Einfluss gegenüber Maoristämmen gewinnen, die noch keinen Kontakt mit den Weißen hatten. Infolgedessen kommt es zum Krieg zwischen den verschiedenen Maoristämmen.

Das tägliche Miteinander mit den Weißen ist von beiderseitigem Nutzen, bald darauf werden die Maori jedoch von den Weißen ausgenutzt, die sie z.B. in der Bay of Islands schwere Arbeiten verrichten lassen.

Missionierunq und Kolonisation Neuseelands

An Weihnachten 1814 wird in der Bay of Islands die erste Missionarsstation gegründet, die den Anfang der Missionierung in Neuseeland darstellt. Zwei Jahre später wird die erste Schule für Maorikinder gegründet, doch laufen die ersten Bekehrungsversuche erfolglos ab, da die verschiedenen neuartigen Religionen die Maori verschrecken. Nach geraumer Zeit jedoch, als die Maori durch eingeschleppte Krankheiten der Europäer geschwächt und von den Fähigkeiten derer überzeugt waren, werden mehr Bekehrungen vorgenommen und Mitte des 19. Jh. bekennen sich die meisten Maori zum Christentum. Der vorher vorhandene Kannibalismus verschwindet.

Die Siedlung Bay of Islands wird Sydney unterstellt, um dem Chaos und der Willkür der vielen weißen Kolonisten Einhalt zu gebieten. 1833 leben über 2000 Siedler in der Bay of Islands und die Siedler fordern schon bald mehr Land. Die "New Zealand Colonization Company", die sich den Landkauf zur Aufgabe gemacht hatte, tritt für die Siedler ein. Doch obwohl einzelne Maori Land verkaufen, eskaliert der Streit zwischen den Europäern und den Maori, erste Zusammenstöße gibt es bereits im Jahr 1834. 5 Jahre darauf soll der Stellvertreter des Gouverneurs von New South Wales, Hobsen, in Neuseeland für Ordnung sorgen, die Oberhoheit der britischen Krone durchsetzen und sowohl weiße Siedler, als auch die Maori schützen.

Vertrag von Waitangi und Erhebung zur Kronkolonie

Am 6. Februar 1840 wird zwischen Hobsen (dem Vize-Gouverneur) und 50 Maori-Häuptlingen in Waitangi ein Vertrag unterzeichnet, der die Geburt des neuseeländischen Staates darstellt. In ihm wird die britischen Oberhoheit durch die Häuptlinge anerkannt und im Gegenzug werden den Maori Land und Besitz gelassen. Ab jetzt darf nur die britische Krone Land von den Maori erwerben. Dieser Vertrag wird überall auf Neuseeland bekanntgemacht und unterzeichnet, einige Stammeshäuptlinge weigern sich jedoch, da sie den Untergang ihrer Kultur befürchten.

Im Mai 1840 wird schließlich die Nordinsel Neuseelands offiziell annektiert und die ersten Siedler beginnen damit, die Südinsel zu erforschen. Ein Jahr später, im Mai 1841, wird Neuseeland britische Kronkolonie und Hobson der erste Gouverneur. Bald darauf wird die Hauptstadt von dem chaotischen Bay of Islands in das südlichere Auckland verlegt.

Krieg zwischen Siedlern und Maori

Den Vertrag missachtend, nehmen die Briten die Südinsel in Besitz. Die Unstimmigkeiten zwischen Maori und Siedlern werden noch durch die zu Tausenden im Rahmen der "New Zealand Colonization" nach Neuseeland kommenden Kolonisten verschärft. Diese Kolonisten gründen auf dem Land der Maori u.a. die Städte Wellington, die spätere Hauptstadt, Wanganui, Nelson und Christchurch. 1844 stellt die "New Zealand Colonization Company" ihre Aktivitäten ein, nachdem sie über 19.000 Kolonisten nach Neuseeland verschifft hatte. Infolgedessen gibt es in den nächsten Jahren weniger Einwanderer.

Doch die Konflikte mit den Maori aufgrund des Wahlrechts und der Landnahme führen zu größeren Unruhen auf der Nordinsel mit gegenseitigen Überfällen. So kommt es 1843 zu einem Aufstand im Wairau Valley im Süden von Nelson.

1852 wird mit dem Constitution Act die Macht des Gouverneurs auf Wunsch der Siedler begrenzt. 6 Provinzen mit eigener Provinzialregierung werden geschaffen (Auckland, New Plymouth, Wellington, Nelson, Otago), womit der Anfang einer regionalen Selbstverwaltung durch Regierungen in Neuseeland gegeben ist.

Aufstand der Maori und Maori-Königbewegung

Viele Maori-Stämme ziehen sich wegen den Kolonisten ins Landesinnere zurück, wo es in den folgenden Jahren zu Sammlungsbewegung mit dem Ziel kommt, gegen die Weißen in den Krieg zu treten. Kurz darauf wird ein Oberhaupt der Maoristämme gewählt, welches am Ende der 1850er Jahre die Maoristämme bei den Überfällen auf weiße Siedlungen anführt.

Die Kolonisten, die die ständigen Angriffe nicht länger hinnehmen wollen, starten eine Gegenoffensive mit Kanonenbooten  und 2000 Soldaten, schlagen die Aufstände nieder und ziehen die Stammesgebiete dieser Stämme ein.

1860 verändert sich der Widerstand der Maori. Sie empören sich über die Unterdrückung der eigenen Religion und es kommt zu einem religiös motivierten Widerstand. Diese neue Vorstellung verbreitet sich schnell um die ganze Insel, Truppen werden gesammelt und gegen die Regierung geschickt, verlieren aber im Kampf gegen die Soldaten der Regierung. In immer neuen Sekten und Widerstandsbewegungen drücken die Maori ihren Widerstand aus, doch es hilft nichts, die Weißen siegen endgültig in den Kriegen und das Land wird für Siedler freigegeben. Die Maori gestehen ihre Niederlage schließlich ein und schließen 1881 Frieden mit den Siedlern.

Wirtschaftliche Entwicklung durch Goldboom

Auf der, von den Kriegen verschonten Südinsel gab es schon vor 1847 rege Erfolge in der Farmwirtschaft und große Schaf- und Viehherden, die sich ungehindert ausbreiten können. Als 1855 und 1861 große Goldfelder in der Nähe von Dunedin gefunden werden, kommen mehrere Zehntausend Goldgräber aus Kalifornien und Australien nach Neuseeland, die in dem Gold den Reichtum sehen. Dunedin wird als Ausgangspunkt der Goldgräber zu einer großen, wohlhabenden Stadt, doch nachdem die Goldfelder erschöpft sind, findet eine Wanderungsbewegung in Richtung der Westküste statt.

In Folge dieser guten wirtschaftlichen Entwicklung häufen sich die separatistischem Bewegungen, die für die Selbstständigkeit der Südinsel eintreten. Als Kompromiß wird die Hauptstdt in den 1860er Jahren nach Wellington verlegt. Weiterhin werden die Provinzialregierungen wieder abgeschafft, es kommt also zu einer zunehmenden Zentralisierung.
Weitere Entwicklung Neuseelands im 20. Jahrhundert

Nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft in Neuseeland am Ende des 19. Jh. entsteht eine starke soziale Bewegung durch die das Wahlrecht reformiert, der Arbeiter entlasstet und Großgrundbesitz vermieden wird. Neuseeland hat in dieser Zeit einen stetigen, raschen Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen, infolgedessen nehmen Anteil und Macht der Maori ab.

Neuseeland bleibt bis 1907 Kronkolonie und erhält 1911 den Status eines Dominion, als die Bevölkerungsanzahl die Millionengrenze übersteigt. Es vertritt im 1. Weltkrieg die Position Australiens und kämpft an dessen Seite u.a. in Ägypten. Durch Wirtschaftskrisen zwischen den Kriegen wird die Labour Party stärkste Partei und übernimmt die Regierung. Am Anfang des 2. Weltkriegs setzt Neuseeland Truppen in Griechenland, Nordafrika und Italien ein. Nach dem Krieg gibt es eine politische und wirtschaftliche Ausrichtung Richtung USA und Südpazifik.

Der Einfluß Großbritanniens auf Neuseeland wird stetig kleiner und erreicht 1947 seinen Tiefpunkt, als Neuseeland die völlige Unabhängigkeit erlangt und zu einem Mitglied des Commonwealth of Nations wird. Neuseeland findet neue Absatzmärkte in Australien und Südostasien.

Die Erneuerungsbewegung der Maori zeigt am Ende des 20. Jh. erstmals Erfolge. Es kommt zu einer begrenzten Landrückgabe (170km2) und zu Entschädigungs- und Ausgleichszahlungen in Höhe von 110 Mio. NZ $. Die Maori streben in der neuseeländischen Gesellschaft heutzutage nach wirtschaftlicher und kultureller Emanzipation.

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