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Afrika und der Hunger: Bekämpfung des Hungers

Die regelmäßig in Dürre- und Krisenzeiten auftretenden regionalen, aber auch großräumigen Hungersnöte sind nicht allein durch kurzfristige Nahrungsmittelhilfen zu bekämpfen. Vielmehr müssen nicht nur die Auswirkungen bekämpft, sondern die Ursachen erkannt und durch nachhaltige Strategien beseitigt werden. Natürlich kann direkte Entwicklungshilfe nur ein erster Schritt zur Lösung des Hunger-Problems sein. Afrika muss zukünftig lernen, sich selbst zu helfen. Einige mögliche Ansatzpunkte werden im Folgenden geschildert.

Internationale und regionale Entwicklungshilfe

Der Kampf gegen den Hunger wird bereits seit Jahrzehnten auch durch verschiedene staatliche oder privat finanzierte Organisationen geführt. Diese Organisationen finanzieren sich durch Geld-und Sachspenden (Medizin, Lebensmittel, Spielzeug) und sorgen über Vertreter in den jeweiligen Regionen für eine Verteilung dieser Spenden.

Eine Vorreiterrolle in der Hilfe innerhalb Afrikas nehmen das UNHCR und Africare ein. Das UNHCR ist eine am 1. Januar 1951 gegründete Organisation der Vereinten Nationen. Es ist mit einem Jahresbudget von über einer Milliarde US $ weltweit tätig und unterhält mehrere Hundert Büros mit rund 5000 Mitarbeitern. Wichtige Aufgabe des UNHCR sind die Verteilung von medizinischen Hilfsgütern und Lebensmitteln in gefährdeten Regionen sowie die Rückführung von Flüchtlingen nach Bürgerkriegen in ihre Heimatländer.

Africare hingegen strebt eine Entwicklung von Innen heraus an. Die Organisation ist seit 1970 in Afrika tätig und hat als Kooperation von US-amerikanischen und afrikanischen Partnern bereits rund 500 Millionen Dollar in Entwicklungshilfe investiert.

Allen Organisationen gemein ist die Absicht, zielgerichtete Entwicklungshilfe zu leisten. Dies erfordert vor allem ein genaues Verständnis der Wirtschafts- und Sozialstrukturen. Die Entwicklungshelfer benötigen Informationen über Verknüpfungen zwischen Wirtschaft und Politik (zur Verhinderung von Kapitalverschwendung), die natürlichen Gegebenheiten sowie regionale Entwicklungspotenziale.

Es wird bei der Entwicklungshilfe in Afrika stets zwischen kurz- und langfristiger Hilfe unterschieden. Kurzfristige Hilfen dienen der Einschränkung der Auswirkungen von Hungernöten und umfassen vorwiegend den Import von Nahrungsmitteln und Medikamenten zur Eindämmung von Krankheiten usw.

Die langfristige Entwicklungshilfe versucht hingegen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und wird u.a. in nachstehenden Projekten sichtbar:

  • Anlegung neuer Brunnen und Speicheranlagen für sauberes Wasser
  • Aufbau von Lagermöglichkeiten für die vorherige Ernte (zur Verhinderung von Hungersnöten im darauf folgenden Jahr)
  • Initiativen im Gesundheits- und Bildungsbereich (besonders zur Vorbeugung von HIV/AIDS) sollen eine Nutzung der vollen Potenziale ermöglichen
  • lokale Kooperationen von Farmern zur Abdeckung des heimischen Marktes statt für den Export zu produzieren

Wichtig ist hierbei stets, dass möglichst alle regionalen Parteien und Interessengruppen zusammengebracht werden, denn die Projekte sollen auch nach dem Rückzug der Entwicklungshelfer selbstständig weitergeführt werden.

Moderne Agrarkultur - Motor der Zukunft?

Zu einer nachhaltigen Bekämpfung des Hungers zählt auch die Erneuerung des lange Zeit schmählich vernachlässigten Agrarsektors. In vielen Ländern Afrikas stagnierten die Erträge der landwirtschaftlichen Produktion nach dem Wechsel in die Unabhängigkeit oder gingen sogar zurück. Ohne das Wissen der ehemaligen Kolonisatoren war eine geregelte Produktion kaum mehr möglich.

Dieses Wissen gilt es auf dem schnellsten Wege zu erlangen. So forderte die "UN Food and Agriculture Organization" (FAO) unlängst die afrikanischen Führer dazu auf, der Landwirtschaft mehr Bedeutung zuzumessen und diese mittelfristig in eine modere Agrarkultur umzuwandeln.

Die Landwirtschaft bildet noch immer das Rückgrat der gesamten Wirtschaft (ca. 70 % Anteil am BIP). Mit mehr als 200 Millionen Menschen (d.h. rund 2/3 der Bevölkerung), die an chronischer Unterernährung leiden, werden sich die afrikanischen Staaten nicht aus dem Teufelskreis von Hunger und Armut befreien können, ohne eine moderne, leistungsfähige Landwirtschaft.

Auffällig ist im Vergleich zu anderen Kontinenten die geringe Nutzung der Ressource Wasser. Die FAO fand heraus, dass nur 1,6 % der natürlichen Wasser-Ressourcen als Trinkwasser oder für die Landwirtschaft eingesetzt werden. Dieser Wert liegt weit unterhalb der Nutzung in Asien (14,0 %) und anderen Kontinenten. Ebenfalls keineswegs optimal ist die Struktur und Arbeitsweise der Farmen. Diese verfügen meist nur über sehr wenig Land. Große Ernteeinbußen entstehen jedes Jahr zusätzlich durch den falschen bzw. nicht vorhandenen Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie veraltete Anbaumethoden.

Die FAO und andere Organisationen empfehlen, in der Landwirtschaft zum einen große, flächendeckende Farmen zu etablieren, welche moderne Anbaumethoden nutzen können, zum anderen sollen Farmer jedoch auch Unterstützung erhalten, wenn sie nur Subsistenzwirtschaft betreiben oder für den regionalen Markt tätig sind. Letztere können eine grundlegende Versorgung der Bevölkerung in Räumen sicherstellen, die für größere Unternehmen als nicht lukrativ genug empfunden werden bzw. gar nicht erst erreichbar sind.

Öffnung der Märkte, Abbau von Importschranken

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Erneuerung der wirtschaftlichen und politischen Strukturen in ihrer Gesamtheit. Um für weitere Engpässe in der Versorgung (egal ob Nahrungsmittel, Strom oder Wasser) gerüstet zu sein, wird eine gestraffte politische Struktur benötigt, welche Kontakt zur Wirtschaft hält und angepasst an die jeweilige Lage flexibel reagieren kann. Korruption und Kapitalflucht wie in 2.3 beschrieben, sind durch intensivierte Kontrollen auf allen Ebenen zu vermeiden. Wirtschaftsforscher und Entwicklungshelfer sehen diese Aufgaben als die wichtigsten Aufgaben für die zukünftige Entwicklung:

  • Technologie soll - sofern sinnvoll - in allen Bereichen genutzt werden, traditionelles Wissen ist dabei stets mit einzubeziehen
  • es ist Rechts- und Verteilungssicherheit gesetzlich zu verankern
  • Preise für Nahrungsmittel (bzw. insgesamt) müssen stabil bleiben
  • Wirtschaftspolitik darf zukünftig nicht mehr nur Dominierung der Wirtschaft durch die politischen Entscheidungen bedeuten (Unterstützung statt Lenkung)
  • die Wirtschaft muss mehr Rechte erhalten, um flexibler reagieren zu können
  • es sind stärkere Verknüpfungen im afrikanischen Binnenmarkt zu schaffen
  • nationale Forschungszentren müssen ausländische Technologien auf die eigenen Märkte adaptieren können
  • Kooperationen in Teilbereichen der Wirtschaft in Form von Private-Public-Partnerschaften können zusätzlich stimulieren wirken
  • Investitionen in die Infrastruktur sollen grundlegende Probleme (Verschwendung von Wasser, Unterversorgung ländlicher Gebiete usw.) beseitigen

Eine Öffnung der Märkte meint nicht allein die Öffnung der afrikanischen Märkte für ausländische Produkte, sondern vielmehr den Abbau von bestehenden Importschranken in Europa und den USA für afrikanische Produkte. Nur durch neue Absatzmöglichkeiten haben die afrikan. Staaten die Chance, an neue Devisen zu gelangen und diese zu reinvestieren.

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