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Afrika und der Hunger: Gen-Food als Alternative

Einen Weg aus der andauernden Hungersnot in weiten Teilen Afrikas (besonders im subsaharischen Afrika) soll nach dem Willen der USA und anderer Industriestaaten zukünftig so genanntes "Gen-Food" bieten. Gen-Food ist ein Sammelbegriff für genetisch veränderte Nahrungsmittel.

Derartige Nahrungsmittel sind durch technische Eingriffe in ihrer Zusammensetzung und ihrem Nährstoffgehalt derart verändert, wie dies allein durch Züchtung nicht möglich wäre. Gen-Food kann für spezielle klimatische Verhältnisse und Böden entwickelt werden, es kann immun gegen Insektenbefall sein (Einsparung von Pestiziden) und einen besonders hohen Ertrag an Früchten liefern.

Bekannt ist u.a. der "Goldene Reis", Gen-Reis, welcher in Asien angebaut werden kann und wie der für Afrika vorgesehene Mais weitere Zugaben von Vitamin A und Proteinen enthält.

Die Vorteile des Gen-Foods sind unbestritten, doch um die Auswirkungen des Einsatzes von Gen-Food sind seit einiger Zeit ernste Diskussionen entbrannt ([TAZ 02]). Langzeitstudien, die verlässliche Aussagen über die nachhaltige Verträglichkeit derartig modifizierter Lebensmittel und die Auswirkungen auf Mensch und Tier treffen könnten, sind bisher noch nicht verfügbar. Es ist ungeklärt, wie sich Veränderungen der Standortfaktoren (Klima, Boden) auf die Ertragsfähigkeit auswirken und ob sich die in Gen-Food oftmals enthaltenen Zugaben von Antibiotika kontra produktiv auf benötigte Medikamente auswirken. Kaum verwunderlich ist also, dass Argumente der Gen-Befürworter und -Kritiker stets auf das Heftigste von der jeweiligen Gegenseite kritisiert werden. Hinzu kommt die Beeinflussung zahlreicher "gen-freundlicher" Wissenschaftler durch die Zuwendungen amerikanischer und europäischer Industriekonzerne, was Zweifel am Wesen des Gen-Foods aufkommen lässt.

Zynisch sind Bemerkungen von Kritikern, welche Afrika als einen "großangelegten Feldversuch [der amerikan. Industrie] für Gen-Food" bezeichnen (BAUER 02]). Die USA wollen in Afrika vor allem Gen-Food aus den eigenen Labors etablieren und somit eine zusätzliche Abhängigkeit erzeugen, da Gen-Food patentgeschützt ist und Saatgut jeder Jahr nachgekauft werden muss. Die Gen-Industrie gibt sich dabei mit der "U.S. Agency for International Development" (USAID) eine eigene Stimme im internationalen Geschehen. Wie in [BAUER 02] näher beschrieben, nutzt die USA den Hunger in Afrika mittlerweile sogar konkret als politisches Druckmittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele.

Im Juni 2002, als im subsaharischen Raum eine neue große Hungernot ausbrach und in Angola, Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Swasiland insgesamt rund 13 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht waren, lieferte die amerikan. USAID aus eigenem Antrieb nach dem "Emerson Trust" 250.000 Tonnen Weizen und Mais in die Krisenregion aus dem nationalen Lebensmittel-Speicher für den US-Markt nach Afrika.

Doch diese Spenden an Lebensmitteln für Millionen von Menschen sind nur zum Teil "Goodwill" der Amerikaner. Über diesen Umweg werden u.a. genmanipulierte Lebensmittel wie Gen-Mais nach Afrika gebracht. Die Not leidenden Staaten werden vor der Wahl gestellt, diese Spenden anzunehmen und sich damit zukünftige Exporte nach Europa zu versperren oder lieber ihre Bevölkerungen hungern zu lassen. Die Länder der Europäischen Union sind mehrheitlich gegen Gen-Food. Sollte Gen-Food jedoch in Form von Spenden nach Afrika geliefert werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Farmen Teile des Gen-Foods in die nächste Aussaat mit einbringen.

Während die meisten Staaten diese Form der Unterstützung 2002 annahmen, wehrten sich Mosambik, Simbabwe und Sambia gegen die Lieferung von Gen-Food. Sie wollten dieses nur imgemahlenen Zustand importieren, um eine Aussaat zu verhindern. Die USAID weigerte sich jedoch, auch eine Lieferung von konventionellen Getreide-Arten (deren Anteil in den USA immerhin noch bei 80 % liegt) wurde generell abgelehnt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Haltung des "World Food Programme" (WFP) der Vereinten Nationen (siehe 6.3). Dem WFP werden im Zusammenhang mit dem Gen-Food Aktivitäten als Handlanger der USA nachgesagt - fern der sonstigen neutralen Positionierung.

In dieser Auseinandersetzung bezeichneten die USA die Weigerung der betreffenden Regierungen, die Hungernden mit Gen-Food zu versorgen als ein "ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit". "Führer, die ihrem Volk Nahrung verweigern und sie damit verhungern lassen, sollten vor den höchsten Gerichten der Welt für die schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden", so ein Diplomat der USA.

Trotz vieler Bedenken über den Einsatz des Gen-Foods zur Hungerbekämpfung haben letztendlich selbst die anfangs zurückhaltenden Staaten der Lieferung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel zugestimmt (in der ursprünglichen Form bzw. in Form von Maismehl etc.). Der äußere Druck und die Not im Inland ließen kaum andere Möglichkeiten offen. Viele afrikanische Staaten planen dessen ungeachtet, eigene Entwicklungs- und Forschungskapazitäten aufzubauen, um selbst über den Einsatz von Gen-Food im eigenen Land entscheiden zu können.

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