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Afrika und der Hunger: Aktuelle Lage in Afrika

Die aktuelle Lage in Afrika, d.h. die Lage seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts, seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes, hat sich kaum gebessert. Über 186 Millionen Menschen, ein Drittel der gesamten Bevölkerung Afrikas, leiden immer noch an Unterernährung, darunter allein 31 Millionen Kinder unter 5 Jahren.

Neben der mangelhaften Versorgung mit Nahrungsmitteln haben viele afrikanische Staaten mit weiteren Übeln zu kämpfen. HIV/AIDS und andere Krankheiten breiten sich aufgrund der desaströsen Gesundheits- und Bildungssysteme immer stärker aus. Fast ein Viertel der Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Auch insgesamt ging der Lebensstandard in Afrika trotz aller Anstrengungen weiter zurück und liegt jetzt teilweise so niedrig wie seit den 70ern nicht mehr. Viele Menschen müssen von nur $1 US pro Tag auskommen. Hohe Analphabetenquoten und eine geringe Lebenserwartung (in Sambia bspw. nur rd. 30 Jahre; Japan hingegen > 80 Jahre) sind weitere Ausprägungen der Missstände in Afrika. Im Folgenden seien die Gründe / Auslöser für eine derartige Entwicklung kurz benannt:

Historische Entwicklung und Verfehlungen

Zu den entscheidensten Gründen für das vermehrte Auftreten von Hungersnöten in Afrika sind neben den klimatischen Bedingungen vor allem die andauernden Krisen und Kriege zu zählen. Grenzübergreifende Konflikte und Bürgerkriege finden ihre Ursachen oftmals noch in den durch die Berliner Konferenz 1884/1885 festgelegten, willkürlichen Grenzen.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren die heutigen afrikanischen Staaten Kolonien der europäischen Großmächte. Erst nach dem II. Weltkrieg, verstärkt zwischen 1956 und 1965, wurden sie in die "Freiheit" entlassen. Man träumte gar von einem nachfolgenden "afrikanischen Jahrzehnt". Die neuen Staaten sollten durch ausländische Unterstützung in Form von Entwicklungshilfe schnell auf den Stand der europäischen Industriestaaten gebracht werden.

Mit der Unabhängigkeit stiegen jedoch auch die Ansprüche der Bevölkerung stark an. Da diese nicht immer kurzfristig befriedigt werden konnten, wurden bereits in den 1960er Jahren zahlreiche (gewaltsame) Putschversuche durchgeführt. In direkter Folge kamen die durch die Unabhängigkeit entstandenen Ansätze der Demokratisierung zum Erliegen. Es etablierten sich Ein-Parteien-Systeme mit einem diktatorischen Herrscher an der Spitze.

Herrscher wie Idi Amin gingen seit den 70er Jahren gewaltsam gegen Minderheiten und Oppositionelle in ihren Staaten vor. In den blutigen Kämpfen dieser Zeit hatte stets die Zivilbevölkerung das Nachsehen. Doch die Zeit des Kalten Krieges erfasste Afrika in den 70er und 80er Jahren auch durch politische und militärische Einflussnahme von Außen (entweder durch die USA oder die Sowjetunion).

Einzelne Staaten wie Angola wurden massiv durch "Berater" unterstützt und mit einem reichhaltigen Waffenarsenal ausgestattet. Die Stellvertreterkriege zwischen Vertretern beider Seiten kosteten dann daraufhin Hundertausenden das Leben. Seit den 80er Jahren starben allein in den afrikanischen Staaten rund 8 Millionen Menschen bei bewaffneten Auseinandersetzungen.

Allgemein kam und kommt es durch Krisen und Kriege immer wieder zu umfangreichen Flüchtlingsbewegungen. Ganze Völkergruppen bewegen sich in die Nachbarländer und kehren - wenn überhaupt - erst nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten zurück. Die Infrastruktur der Nachbarländer in Krisenregionen ist für einen Ansturm von Hunderttausenden von Flüchtlingen jedoch meist nicht ausreichend. In der Folge fehlt es gerade in Flüchtlingscamps und grenznahen Gebieten an Nahrungsmitteln und einer grundlegenden medizinischen Versorgung.

Der inländischen Bevölkerung ergeht es kaum anders. Kriege und Krisen führen zu einer Vertreibung der Farmer von ihrem Land. Märkte können nicht mehr versorgt werden, nicht genutzte Felder erodieren zunehmend und die Preise für Nahrungsmittel wie Getreide steigen in kurzer Zeit sehr stark an. Jahrzehntelange Unterdrückung und Bürgerkriege führten zu wirtschaftlichem Chaos. Ohne geregelte Abläufe, ohne die finanziellen Möglichkeiten, Nahrungsmittel zu erwerben, sind viele Menschen auf die Hilfe ausländischer Organisationen angewiesen.

Misswirtschaft, Korruption und Habgier

Mit dem Zusammenbruch des Ost-Blocks in Europa kam es Anfang der 90er Jahre in Afrika zu einem erneuten Umschwung. Langjährige Herrscher wurden abgesetzt, Militärdiktaturen durch neue Demokratien ersetzt. Dennoch waren auch diese Demokratien kein Allheilmittel für die immer deutlicher werdenden Probleme Afrikas. Statt eine Politik für das Gemeinwohl zu betreiben, waren die neuen, gewählten Politiker kaum weniger hinter ihrem persönlichen Profit her.

Misswirtschaft, Korruption und Habgier prägten die folgenden Jahre. Rund 8-9 Milliarden Dollar, welche jedes Jahr als Entwicklungshilfe durch nicht-afrikanische Staaten, die Weltbank oder Hilforganisationen investiert werden, fließen nicht in Entwicklungsprojekte, sondern auf versteckte Konten in die Schweiz und in andere Länder. Bekannt sind u.a. Fälle wie Charles Taylor, der durch Geschäfte mit den sogenannten "Blut-Diamanten" Milliarden Dollar auf seine privaten Konten transferierte.

Eine derartige Ausbeutung durch eine kleine Schicht muss einen Staat unzweifelhaft in seinem Wachstum hemmen oder gar zu einer weiteren Ausbreitung von Armut und Hunger führen. Hinzu kommen Defizite in der Handelsbilanz zu anderen Staaten durch Nahrungsmittelimporte, mangelndes Wissen um Anbaumethoden und fehlendes Saatgut, was die Probleme weiter verschlimmert.

Viele Staaten können aus eigenen Mitteln die Not leidende Bevölkerung nicht mehr versorgen. Allein 2001 mussten 20 afrikanische Staaten Hilfslieferungen an Nahrungsmitteln anfordern.

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