KAHUNABLOG Weltreise Blog

Wohin geht es?

Reiseziele sind u.a. Australien, Neuseeland und die USA. Aber es geht auch in diverse Länder in Asien, Europa, Südamerika etc. Vorschläge für neue Ziele sind gern gesehen!

Was passiert hier?

In diesem Weblog werden allg. Informationen und persönliche Erfahrungen zu Reisen in versch. Länder weltweit veröffentlicht.

KAHUNACAST - Travel-Podcast

Reisen leichtgemacht

Top-Beiträge, Kommentare, ...

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de


Donnerstag, 20.09.2012 - Europa > Spanien > Palma de Mallorca (Mallorca)

Mallorca: Das Zentrum der Insel bis nach Capdepera im Nordosten

Schon ausgeschlafen? Schön, denn auch die zweite Tour hat es in sich. Heute liegt der Fokus vorwiegend auf dem Zentrum Mallorcas, einer flachen, zu großen Teilen nur landwirtschaftlich genutzten Gegend, mit unzähligen Fincas, die am Abend zur Einkehr und zur Verköstigung lokaler Produkte einladen. Gestartet wird wieder in Palma de Mallorca, von wo aus es immer in Richtung Osten u.a. zu einem beschaulichen Hügeldorf, zu Wallfahrtskirchen, Burganlagen, Klöstern und einem alten Gutshof geht, zu Feldern mit Zypressen, Aprikosen- und Mandelbäumen und über Hinterlassenschaften aus der Römerzeit schließlich zur feinsandigen Bucht von Alcúdia, die sich ob ihres rauen Seeganges großer Beliebtheit bei Windsurfern erfreut. Das touristisch geprägte Mallorca wird dabei nur ganz am Rand gestreift.



Zunächst gilt es, reichlich Strecke zu machen und so geht es über die Autobahn von Palma de Mallorca bis nach Llucmajor, wo insbesondere der Hauptplatz Placa Espanya mit hübschen Häusern drumherum zu einem Stopp einlädt. Mo./Fr./So. wird ein Markt auf dem Platz veranstaltet, dafür sollte man einen Besuch insbesondere am Samstag Vormittag vermeiden, denn dann ist die Innenstadt wie ausgestorben und auch die Touristeninformation ist nur Mo.-Fr. geöffnet (jeder Ort auf der Insel scheint hier eigene Regeln zu haben). Wesentlich spannender als Llucmajor ist der wenige Kilometer nördlich gelegene und 542m hohe Puig de Randa, ein Tafelberg, auf den eine 8km lange Straße hochführt. Gemeinsam mit zahlreichen Radfahrern und Wanderern kommt man dort oben am Monasterio de Cura an, einem schon 1263 gegründeten Kloster mit guter Aussicht auf die Umgebung. Auf dem Weg hoch kommt man am Fuss des Berges am kleinen Dorf Randa vorbei, welches mit Natursteinhäusern und Blumenschmuck zu überzeugen weiß. Weiterhin gibt es mit dem Santuari de Nostra Senyora de Gràcia und dem Santuari de Sant Honorat noch zwei weitere Klöster bevor man am Gipfel ankommt.


Die Tour führt nun nach Montuiri, ein lang gestrecktes Hügeldorf mit mächtiger Pfarrkirche und 19 Mühlentürmen in der Umgebung. Andere Touristen wird man hier wie an zahlreichen Stationen dieser Tour kaum antreffen. Der Ort Porreres weiter südlich ist v.a. durch Aprikosen und Weinanbau bekannt und verfügt ebenfalls im Zentrum über eine wuchtige Pfarrkirche am Placa Espanya. Es geht direkt weiter in das erst im 17. Jh. gegründete Vilafranca de Bonany, mit zahlreichen "tejas" (Ziegelbrennereien) im Ort.


Spannend wird es bei der nächsten Station, dem Landgut Els Calderers bei Sant Joan, einem 400 Jahre alten Gut aus dem 17. Jh., welches heute nach aufwändiger Instandsetzung als Museumsfinca genutzt wird (tgl. 10-18 Uhr, 8 EUR). Das festungsartige Haupthaus, um 1750 erbaut, vermittelt einen lebendigen Eindruck vom ehemaligen Feudalleben der wenigen Gutsherren, mit den luxuriösen Wohnräumen der hohen Herrschaften. Besichtigt werden können insgesamt 45 Stationen in den verschiedenen Gebäuden und über die Anlage verteilt, neben den Wohnräumen auch Werkstätten, Weinkeller und Ställe. Reiseführer für Mallorca warnen gerne vor massivem Besucherandrang und raten, möglichst früh am Morgen einzutreffen. Als ich jedoch im Juni vor Ort war, gab es KEINE anderen Besucher. Und gerade dann kann man diese Location optimal genießen (P.S.: Verkaufsofferten ählicher Güter auf der Insel bitte direkt an mich...).



Der kleine Ort Sineu weiter nördlich war zwar bereits zur Römerzeit besiedelt und ist ziemlich genau im geographischen Zentrum der Insel gelegen, wird auf dieser Tour jedoch nur kurz gestreift. Sineu sollte man am besten zum wöchentlich am Mittwoch stattfindenden Markttag besuchen, wobei vor allem der Tiermarkt empfohlen wird. Man sollte möglichst früh eintreffen, d.h. kurz nach dem Sonnenaufgang und vor etwaigen Busladungen von Tagestouristen.

Das verschlafene Örtchen Petra mit 2700 Einwohnern und seinen kachelgeschmückten Gassen wird jetzt als nächstes erreicht, denn es geht zur nahegelegenen Ermita de N.S. de Bonany, welche ich eher durch Zufall entdeckt habe (= verfahren). Diese Einsiedelei liegt ebenfalls hoch auf einem Hügel, bietet einen Überblick über die Umgebung und ist selbst ganz nett anzuschauen.

Jetzt machen wir einen großen Sprung nach Osten, über die Autobahn Ma15 geht es bis nach Artà, dem Zentrum des Nordostens. Schon von Weitem sieht man die Wallfahrtskirche Sant Salvador am Fuße eines Hügels mit einem 180-stufigen Kreuzweg hinauf zu einer Festung, denn der terrassenartig angelegten Ort liegt inmitten von Weizenfeldern, aus welchen unvermittelt ebenjener Hügel hervorragt. Der Weg zu Fuss hinauf lohnt sich, allein schon durch den Blick über das Dorf und die Küste sowie die Überreste der Festung (tgl. 10-18 Uhr). In Artà selbst stößt man im Stadtkern auf zahlreiche winklige Gassen samt nobler Bürgerpaläste. Im Umfeld gibt es viele Zypressen und Mandelbäume und südlich des Ortes kann die ehemalige talayotische Siedlung Ses Paisses besichtigt werden (Mo.-Sa. 10-13 und 14-17 Uhr, 1,60 EUR).

Im Nordosten von Mallorca stehen große Gebiete unter Naturschutz, es gibt streckenweise recht wenige Straßen und umso mehr Möglichkeiten, wandern zu gehen, z.B. im "Parc Natural de la Peninsula de Llevant". Doch dafür bleibt auf dieser Tour keine Zeit, denn der nächste Halt ist der Ort Capdepera. Dort liegt mit dem Castell de Capdepera die besterhaltene Burganlage der Insel auf einem Berg, mit dementsprechend guter Aussicht (tgl. 9-20 Uhr, 3 EUR). Castell de Capdepera stammt noch aus der Zeit der maurischen Besatzung und wurde ab ca. 1300 an Ort und Stelle errichtet, um einen Überblick u.a. über den Menorcakanal zw. Mallorca und Menorca zu haben. Castell de Capdepera stand in enger Verbindung mit Wachtürmen an der Küste und bot Schutz vor Piratenangriffen. Die Burganlage umfasst mächtige Mauern mit diversen Türmen und einem sich kühn an der Mauer entlangschlängelndem Pfad. Capdepera selbst bietet dem Besucher u.a. Pflastergassen mit Blumenschmuck.



Nun ist es nicht mehr weit bis zur Küste. Diese wird mit Cala Ratjada erreicht, dem größten Ferienort im Nordosten mit 6000 Einwohnern und fast 3x so vielen Gästebetten. Cala Ratjada hat viele Buchten in der Nähe, ist aber dennoch weiterhin recht beschaulich, da der Ort bereits seit den 1950ern langsam gewachsen ist und somit nicht nur große Hotels errichtet wurden. Ein Abstecher kann zum Leuchtturm unternommen werden, dem östlichsten Punkt von Mallorca.

Dies könnte jetzt die Tour abschließen, doch um auf dem Rückweg nicht dieselben Straßen abfahren zu müssen, bietet sich alternativ ein Umweg entlang der Bucht von Alcúdia an. Diese sehr langgezogene Bucht hat rund 10km lange feinsandige Strände und ist dem Meer ausgesetzt. Daher herrscht teils rauer Seegang und während man oftmals nicht Baden kann, freuen sich (Wind-)Surfer ob der starken Winde um so mehr. Auf halbem Weg durch die Bucht fährt man durch Ca´n Picafort, einem praktisch gesichts- und charakterlosen Badeort, der wie Peguera und Playa de Palma vorwiegend von deutschen Touristen frequentiert wird. Empfehlenswert in dessen Umgebung sind Abstecher in die naturgeschützten Gebiete des Albufera-Nationalparks (v.a. zum Birdwatching in den mehr als mannshohen Gräsern) und eine Strandwanderung vom Landsitz Son Real (mit Museum) zur Totenstadt Son Real (an der Ma12 um KM17,7 gelegen, 10-19 Uhr, 5 EUR). Der Albufera-Nationalpark ist das größte geschützte Feuchtgebiet im Mittelmeerraum (9-19 Uhr).

Der Abend kommt nun mit großen Schritten näher, es ist Zeit für den Rückweg. Dieser könnte z.B. noch nach Muro führen, in einer stark landwirtschaftlich geprägten Gegend. Der Ort weist neben einer monumentalen Pfarrkirche samt durch Brücke verbundenem Verteidigungs- und Glockenturm v.a. das kleine volkskundliche Museum "Museu Etnológic de Mallorca" auf (kostenlos, versteckt gelegen in der Carrer Major 15, ab 10 Uhr, Parken am besten bei Ajuntament/Kirche).

Und zuletzt geht es über kleinere Straßen abseits der Autobahnen von Muro, über Sineu und Santa Eugenia zurück nach Palma de Mallorca.



Bücher, Filme etc. zu Palma de Mallorca (Mallorca) (Spanien)


Palma de Mallorca Reise Know-How CityTrip Palma de Mallorca: Reiseführer mit Faltplan und kostenloser Web-AppReise Know-How CityTrip Palma de Mallorca: Reisefüh...
Reise Know-How
Erscheinungsdatum: 2016-08-15
Nur EUR 11,95
Palma de Mallorca Mallorca: Das Handbuch für den optimalen Urlaub (Reiseführer)Mallorca: Das Handbuch für den optimalen Urlaub (Re...
Reise Know-How Verlag Dr. Hans-R. Grundmann GmbH
Erscheinungsdatum: 2017-03-01
Nur EUR 22,50
Palma de Mallorca Ein perfektes Wochenende in... Palma de MallorcaEin perfektes Wochenende in... Palma de Mallorca
Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Erscheinungsdatum: 2016-04-23
Nur EUR 9,90

Weitere: Ein perfektes Wochenende in... Palma de Mallorca, MARCO POLO Reiseführer Mallorca: Reisen mit Insider..., Mallorca für die Hosentasche: Was Reiseführer vers..., ADAC Reiseführer Mallorca (Sonderedition)

Kommentare zu diesem Beitrag



Ähnliche Beiträge im Weltreise Blog