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Montag, 30.08.2010 - Europa > Spanien > Palma de Mallorca (Mallorca)

Kurzer Abstecher nach Mallorca: Palma de Mallorca

Bevor es ab Oktober wieder richtig los geht (Stichwort: Asien), habe ich im August noch einen kurzen Abstecher nach Mallorca gemacht - der in unseren Massenmedien oftmals so klischeehaft abgestempelten, aber eigentlich doch ziemlich harmlosen größten Baleareninsel. Geplant waren eigentlich einige Hundert Km Strecke per Mietwagen, auf dem gesamten Gebiet zwischen Cap Formentor im Norden, Cap de Ses Salines im Süden, Sant Elm im Westen und Capdepera im Osten. Letztlich war dies jedoch aus organisatorischen/zeitlichen Gründen leider nicht möglich (bspw. gab es den von Deutschland aus angemieteten Wagen gar nicht [mehr] bei diesem Anbieter, sondern nur ein übergroßes und für die engen Kurven / die Parksituation zur Hochsaison ungeeignetes "Schlachtschiff"...), so dass ich praktisch nur in der Inselhauptstadt Palma vorbeischauen konnte. Dies lohnt sich jedoch ebenfalls, denn mit knapp 400.000 Einwohnern, der imposanten Kathedrale, Stadtbefestigung, Hafen, engen Gassen in der Altstadt uvm. lädt Palma durchaus zum Verweilen ein und bietet Besuchern zahlreiche interessante Anlaufstellen.



Dazu zählt natürlich u.a. die zentral gelegene Kathedrale La Seu (4 EUR Eintritt). Mit einem 110m langes Hauptschiff und 34m hoch dominiert diese die Innenstadt von Palma und ist schon von Weitem sichtbar. Außer dem Innenbereich der Kathedrale kann man ein kleines anhängendes "Museum" besichtigen, ein Aufstieg auf das Dach ist aber anscheinend leider nicht möglich. Eine gute Sicht auf die Kathedrale hat man von der Südseite aus, z.B. vom Parc de la Mar oder auch der alten Stadtmauer (Passeig Dalt Murada). Nicht weit entfernt davon entfernt liegen die "Arabischen Bäder" Banys Arabs, letzte Überbleibsel aus der Zeit der arabischen Besatzungszeit. Heutzutage ist dies jedoch nurmehr ein recht ansehnlicher, doch kleiner Garten. Wie für arabische Architektur üblich, ist dieser in einem Innenhof gelegen, inmitten der verwinkelten Gassen der Altstadt. Die dort sichtbaren Überreste mit Kuppeln und Säulen muss man aber nicht unbedingt gesehen haben.

Das Museu de Mallorca, welches in einem Stadtpalast aus dem 17. Jh. gelegen ist, zeigt für gewöhnlich Exponate seit der Frühgeschichte der Insel. Derzeit wird jedoch großflächig umgebaut, so dass man sich nur den Patio des Gebäudes anschauen kann, die Galerien dagegen sind geschlossen. Sinnvoller ist dagegen schon ein Abstecher zum "Convent de Sant Francesc", je nach Karte auch "Colegio" bzw. "Claustre". Dies ist eine Kirche mit anhängender, recht schmucker Klosteranlage. Optimal für eine Pause geeignet ist der Placa Major, der große, von allen Seiten gleichmäßig eingefasste Platz auf halbem Weg zwischen der Kathedrale im Süden und der Placa d´Espanya im Norden. Auf dem Platz und rund herum findet man zahlreiche Restaurants und Cafés, die reichlich schmackhafte Tapas, Paella oder richtige mallorquinische Gerichte auftischen können.

Im langgezogenen Hafenbecken der Stadt sind eine ganze Reihe von Yachthäfen angesiedelt, daneben gibt es Fischerboote und das zentrale und stark genutzte Kreuzfahrtterminal, denn die Insel ist ja eine sehr wichtige Station vieler Mittelmeer-Kreuzfahrten. Wer ein Hotel an der Playa de Palma oder in S`Arenal hat, der kann vom Hafen aus unweit der Kathedrale Mo-Sa, 11-16 Uhr in ~1h per Boot zurückschippern. Der Hafen selbst ist nur z.T. öffentlich zugänglich. Unmittelbar am Wasser entlang zieht sich jedoch eine Promenade, die man von der Kathedrale aus mehrere Kilometer weit nach Westen ablaufen kann. Schade ist nur, dass die Hauptstraße durch Palma ziemlich genau neben dieser Promenade verläuft, es somit nicht wirklich ruhig zugeht und viele Restaurants und Cafés sind auf der anderen Straßenseite, abseits des Wassers gelegen. Optimal wäre stattdessen eine "Monaco-Lösung" mit einer Absenkung der Straße und vorgezogenen Häusern (nur kostet dies natürlich "ein wenig" mehr als die aktuelle Lösung).

Im Südwesten in Porto Pi angekommen, kann man dann einen Schwenk wieder in den Nordwesten machen, zum Castell de Belver, welches 112m hoch im Stadtteil El Terreno gelegen ist und die Stadt überblickt. Ursprünglich war diese Anlage als Königsschloss gedacht, wurde lange Zeit jedoch als Gefängnis genutzt. Heute kann man sich die Anfang des 14. Jhs. errichtete Festung mit einem wehrhaften Turm als normaler Besucher anschauen, ein kleines Museum im Inneren hält weitere historische Fakten über die Festung bereit. Der Besuch lohnt sich aber v.a. wegen des Ausblicks über die Innenstadt sowie die grünen Hügel westlich der Stadt. Wer nicht zu Fuss hochlaufen mag, der kann alternativ den Bus Nr. 3 ab Placa d´Espanya nehmen.

Empfehlenswert ist auch ein Besuch des Poble Espanyol, des "Spanisches Dorfes" westlich der Innenstadt (8 EUR Eintritt). Dies ist ähnlich des größeren und weit älteren Vorbilds in Barcelona gestaltet und zeigt in einer abgeschlossenen Anlage in verkleinertem Massstab typische Architekturformen und Gebäude Spaniens. Das Poble Espanyol beherbergt zudem einige Geschäfte rund um den Handwerksbereich sowie ein Restaurant für Tapas.

Andere Stopps in der Altstadt von Palma: Gran Hotel (ein prächtiges Beispiel für restaurierten Jugendstil in der Hauptstadt), Passeig de Born (zentrale Flaniermeile), die noble Einkaufsstraße Avenida de Jaume III, der Mercat d'Olivar für die Versorgung mit frischen Meerestieren und Spezialitäten der Insel (nur am Vormittag geöffnet), Museu Palau March (ein prachtvoller, nahe der Treppe zur Kathedrale gelegener Palast, heute ein Kunstmuseum, http://www.fundbmarch.es/), Ajuntament (Rathaus), Castell de Sant Carles (weit im Südwesten Palmas, Kastell aus dem 17. Jh. mit Militärmuseum), Palacio Real de La Almudaina (Königspalast, unmittelbar neben der Kathedrale), Placa de Toros (Stierkämpfe [nicht mehr lange!] und alljährliche Wetten dass?-Show) und das Es Balduard (ein 2004 eröffnetes Museum in der historischen Festungsanlage Palmas, zeigt besonders zeitgenössische Kunst).

Ein paar Minuten per Bus/Auto östlich von Palma an der Playa de Palma kann man das Palma Aquarium besichtigen. Dies soll angeblich eines der größten/tiefsten Aquarien in Europa sein, u.a. mit einem 30x22m großen Hauptbecken und einem Tunnel (mit rechteckigen Scheiben, um Verzerrungen zu vermeiden), insgesamt über 700 Arten, darunter diverse Haie. Der Eintrittspreis ist mit ~20 EUR recht hoch (im Vgl. mit anderen Eintrittspreisen in Palma mit meist 1-4 EUR), jedoch durchaus gerechtfertigt, wenn man bislang noch keine derartigen Aquarien gesehen hat.

Von der restlichen Playa de Palma kann ich sonst jedoch nur abraten. Der kilometerlange Strand zwischen Can Pastilla im Norden und S´Arenal im Süden ist zwar sehr ordentlich, breit und selbst jetzt im August nicht überfüllt (trotz der momentanen _absoluten_ Rekord-Besucherzahlen auf den Balearen), jedoch absolut gerade, flachabfallend und charakterlos. Nimmt man Hotels, Restaurants (mit 100% nicht-typischen Gerichten), Bars/Kneipen und vereinzelte Shops weg, bleibt in diesem Bereich der Insel absolut nichts übrig. Es gibt vielmehr eine komplett auf Pauschalurlauber zugeschnittene Infrastruktur, wobei der mangelnde Service (Stichwort: WiFi allgemein bzw. gar im Zimmer) Individualreisende schnell davontreibt. Macht man Abends dann die Runde durch die vermeintlich so wilden Bereiche wie den "Ballermann/Balneario 6", "Schinkenstraße", "Oberbayern", "Megapark" und Co., dann erblickt man statt ungestümer Feiernder weitestgehend ältere Herrschaften (60+), die in Grüppchen vor ihren Bieren und Sangria hocken, Fussball gucken, sich leise unterhalten, während vom Band Schlager mit Applaus eingespielt wird. Ein sehr betrübliches Bild, welches sicherlich nicht zu einem erneuten Besuch einlädt. Für 2020 ist von der Inselregierung eine umfangreiche Neugestaltung dieses Gebietes eingeplant. Mal schauen, was dann daraus wird.

Die Alternative zu solchen Hotel-Aufenthalten für Pauschalreisende? Ganz klar: man kann auch einen Finca Urlaub auf Mallorca buchen. Gerade bei 4 oder mehr Personen kann sich dies schnell lohnen und mit eigenem Pool und in ruhiger, schöner Lage fällt das Abschalten doch viel leichter.

P.S.: Taxifahrer betrügen auf Mallorca anscheinend grundsätzlich, gerade vom und zum Flughafen werden gerne "supplements" (Zuschläge) nach Gusto erhoben, z.T. bis zu 300% vom fest vorgeschriebenen Betrag. Details dazu sind an den Scheiben sichtbar. Darauf angesprochen, kommen dann nette Ausreden, wie z.B. "Ach wirklich? Sorry, dass ist heute mein erster Tag!", "Aber ich dachte, dass wären 12 EUR + Zuschläge" (nö, "incl. supplements"). 90% der Leute wird dies aber wohl nicht auffallen, somit ist dies leicht verdientes Geld für jeden Taxifahrer.

Einige weitere Bilder aus Palma de Mallorca gibt es in der neuen Galerie, die oben genannten Orte sind auf der Mallorca-Karte vermerkt und weitere Mallorca-Webseiten sind unten verlinkt. Sollte ich im nächsten Frühjahr über den entsprechenden zeitlichen Freiraum verfügen, werde ich sicherlich noch einmal einen Anlauf für eine komplette Inseltour starten. Dann jedoch mit der Anmietung eines Mietwagens über einen der internationalen Anbieter und nicht über einen lokalen spanischen Anbieter, der nicht einmal seinen eigenen Fuhrpark richtig kennt...



Bücher, Filme etc. zu Palma de Mallorca (Mallorca) (Spanien)


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