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Montag, 16.06.2008 - Europa > Spanien > Los Cristianos (Teneriffa)

Nebelfahrt im Teno-Gebirge



Nach dem Zentrum der Insel stand heute die West- und Nordküste Teneriffas auf dem Programm. Diese ist teils touristisch, teils landwirtschaftlich geprägt (z.B. durch Bananenplantagen). Neben der besser ausgebauten Inlandsroute über Guia de Isora gibt es eine zweite Route direkt an der Küste entlang. Diese führt an kleineren Ortschaften wie La Caleta vorbei bis an die Playa de la Arena mit einem pechscharzem Strand.

Karte zu Los Cristianos (Teneriffa) in Spanien anzeigen | Weblinks zu Los Cristianos (Teneriffa) anzeigen

Von Interesse für die Besucher ist aber eher der Ort Puerto de Santiago nördlich davon bzw. genauergesagt die Steilküste, die aus einer Höhe von bis zu 450m fast senkrecht ins Meer abfällt. Bekannt ist diese unter dem Namen "Los Gigantes". Den optimalen Ausblick darauf hat man vom Sporthafen "Puerto Deportivo". Besonders beeindruckend ist dieser gigantische Felsabfall v.a. wenn gerade Schiffe in der Nähe ankern. Denn nur dann kann man die Höhe richtig beurteilen.

Weiter ging es dann nach Santiago del Teide. Dieser Ort ist selbst wenig sehenswert, dient aber als Durchgangsstation für alle Routen gen Norden und in der Ortsmitte startet auch die Abzweigung zum bis zu 1100m hohen Teno-Gebirge, welches den Nordwesten von Teneriffa bedeckt. Enge, serpentinenartige Straßen schrauben sich dort in immer höhere Gefilde und nach der Überquerung eines Bergpasses wieder hinunter in das kleine Bergdorf Masca. Die Strecke war heute bei sehr tief hängenden Wolken zunächst kaum einsehbar, das Fahrerlebnis konnte dies dennoch nicht mindern. Wirklich problematisch kann diese Strecke nur werden, wenn einem Reisebusse entgegenkommen. Dafür ist die Straße größtenteils einfach nicht breit genug.

Das kleine Dorf Masca ist idyllisch am Anfang des Barranco de Masca auf mehreren Hängen gelegen (welches man in mehreren Stunden bis zur Küste durchwandern kann). Der Ort steht unter Denkmalschutz und ist heutzutage noch weitestgehend in der ursprünglichen Form erhalten, selbst wenn in 2007 ein Waldbrand in der Umgebung wütete und einige Gebäude in Restaurants und Souvenirläden umgewandelt wurden. Auf dem Weg von Santiago del Teide nach Masca und dann weiter nach Buenavista del Norte finden sich zahlreiche Aussichtspunkte, an denen sich ein Stopp lohnt.

Von Buenavista del Norte, dem westlichsten Ort der Insel, geht dann der Weg weiter an die Nordwestspitze, die Punta del Teno mit einem Leuchtturm. Doch Vorsicht: Die Straße führt durch unbeleuchtete Tunnel und direkt an der Steilküste entlang, an der bei den starken Winden häufig Steinschlag droht. Mehrere große Schilder weisen darauf hin, dass die Straße gesperrt ist und alles weitere auf eigene Gefahrt geschieht (und somit die Mietwagen-Versicherung auch nichts mehr Wert wäre...). An der Punta del Teno stößt man dann auf einen kleinen Strand und kann die Aussicht auf die Küste sowie an klaren Tagen bis nach La Palma genießen.

Weitere sinnvolle Stopps an der Nordküste:

  • Garachico: einer der schönsten Orte der Insel mit einer gut erhaltenen Altstadt, auf einem alten Lavafluss wiederaufgebaut, u.a. mit dem Castillo de San Miguel und Convento de San Francisco (von 1524)
  • Icod de los Vinos: mit dem ca. 500-600 Jahre alten Drachenbaum Drago Milenario, ältester und größter Drachenbaum der Welt, mitten im Ort im Parque del Drago, der Ort ist ebenso aufgrund der Altstadt sehenswert, z.B. Kirche San Marcos und Plaza de Pila mit Stadthäusern aussenrum
  • Loro Parque in Puerto de la Cruz: 12ha großer Park mit der weltgrößten Papageiensammlung, 31 EUR Eintritt

Nach all diesen und weiteren Stationen habe ich mich schließlich am späten Nachmittag auf den Rückweg gemacht. Und zwar über das Teide-Plateau... Also noch einmal durch die Wolken hoch auf 2500m und über die Cumbre Dorsal und Güimar zurück nach Los Cristianos.

Diese Route dauert samt aller Stopps rund 10h.



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