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Sonntag, 21.10.2012 - Europa > Belgien > Brüssel

Die unbekannte Hauptstadt Belgiens - Brüssel, das Herz der EU I

Auf dem Weg raus aus Europa und in Richtung Asien habe ich diesmal noch einen Zwischenstopp in Brüssel eingelegt und dies aus zweierlei Gründen: Brüssel, die Hauptstadt von Belgien und zugleich als einer der Sitze der EU so etwas wie die "Europäische Hauptstadt" ist im Unterschied zu anderen Hauptstädten noch weitgehend unbekannt und lädt gerade deshalb zu Erkundungen ein. Und andererseits gibt es gerade ab Brüssel Flüge nach Asien, die so viel günstiger sind als ein Flug ab Berlin/Deutschland allgemein, dass ein Flug nach Brüssel inklusive mehrtägigem Aufenthalt praktisch kostenlos ausfällt. Daher habe ich Mitte Oktober für gute drei Tage in Brüssel Halt gemacht und diese Stadt hat Besuchern wirklich einiges zu bieten, muss hinter Städten wie Amsterdam, Zürich oder Kopenhagen keineswegs zurückstehen.



Nach Brüssel kommt man günstig mit Airlines wie easyJet (z.B. ab Berlin-Schönefeld inkl. Gepäck für 45 EUR) oder vom Westen Deutschlands aus in wenigen Stunden per Zug. Beim Flug sollte man darauf achten, dass man nicht in Brussels-Charleroi ankommt (gut 45km entfernt), sondern in Brussels-International/Zaventem (IATA: BRU), denn dieser Flughafen liegt nur wenige Kilometer nordöstlich der Innenstadt und ist gut per Bahn/Bus an Brüssel und andere belgische Städte angebunden. Die Züge fahren dort im 1. Untergeschoss bis zu 4x pro Stunde u.a. nach Gare du Nord, Gare Centrale und Gare du Midi (7,60 EUR One-Way), welche alle in der Innenstadt liegen.


Eines merkt man ganz schnell nach der Ankunft: In Brüssel herrscht ein babylonisches Sprachenchaos, was auch kein Wunder ist, denn Belgien ist sprachlich gespalten in einen niederländischen Teil im Norden, den französischen Teil im Süden, die überwiegend französischsprachige Hauptstadt und einen kleinen deutschsprachigen Teilen im Osten. Dies hat Auswirkungen auf das alltägliche Leben, denn nicht nur ist grundsätzlich alles in beiden Sprachen beschriftet und alle Ansagen sind mehrsprachig, sondern gerade politisch und wirtschaftlich führt dies zu allerlei Auseinandersetzungen, da der reichere Norden des Landes nicht dauerhaft die ärmere französischsprachige Wallonie unterstützen möchte. Daher gibt es komplexe rechtliche Konstruktionen, um ein Belgien aus mehreren weitgehend unabhängigen Regionen zu bilden, ohne eine komplette Spaltung des Landes heraufzubeschwören.


Brüssel mittendrin ist deshalb alles andere als eine normale Stadt. Die Region "Brüssel-Hauptstadt" hat knapp 1,2 Mio. Einwohner, besteht aber aus 19 Gemeinden mit u.a. der Stadt Brüssel, dazu gibt es dann noch die Brüsseler Agglomeration, Provinzen, Verwaltungsbezirke, Sprachbezirke, Kulturgemeinschaften etc., die sich teils überschneiden, teils deckungsgleich sind und für jeweils andere Bereiche des täglichen Zusammenlebens zuständig sind. Mehr zu diesem amüsanten Wirrwarr hält die Wikipedia bereit.

Hinzu kommt, dass Brüssel nicht nur die Hauptstadt Belgiens und Sitz des belgischen Könighauses ist, sondern ebenso Sitz vieler bedeutender Organisationen der Europäischen Union (EU). Dazu zählen u.a. der Europäische Rat, die Europäische Komission und das Europäische Parlament. Weiterhin hat auch die NATO hier ihren Sitz, zusammen mit international bedeutsamen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und natürlich unzähligen finanziell gut aufgestellten Lobbyvereinigungen, vorwiegend aus der europäischen Industrie, weshalb Brüssel in Teilen der Stadt einen noch viel internationaleren Flair bekommt und zu Recht als "Hauptstadt von Europa" bezeichnet werden könnte.


Dies allein wäre schon Grund genug, für einen Besucher aus der EU, der Stadt einen Besuch abzustatten, nimmt die Europäische Union doch gerade in Zeiten der Finanzkrise zunehmend Einwirkung auf unser aller Leben. Ein Großteil der Gesetzgebung wird bereits heute in Brüssel und Straßburg gemacht, wo also kann man sich besser über die Struktur und Wirkungsweise der EU informieren, als direkt vor Ort? Doch Brüssel hat neben den Stahl-Glas-Palästen der EU noch eine sehr sehenswerte Altstadt zu bieten, ist kulinarisch geradezu grandios aufgestellt (belgische Waffeln, Pralinen in jeder Form und Größe, belgische Pommes mit Soße und Fleischspießchen, frischer Fisch und Meeresfrüchte...), bietet mehr als genug Museen für einen mehrtägigen Städtetrip und wer zuviel von diesem bedruckten Papier namens "Euro" vorliegen hat, wird dieses in mondänen Einkaufszentren wie den Galeries Royales Saint-Hubert und der Galerie Louise garantiert in Windeseile los.

Brüssel bietet dem Besucher eigentlich von allem etwas: Einen historischen Innenstadtkern innerhalb eines Fünfecks, nördlich und östlich davon Bereiche mit moderner Hochhausbebauung für EU und Unternehmen, im Norden die königlichen Gärten, das berühmte Atomium und generell rund um die Innenstadt Viertel mit sehr durchmischter, internationaler Bevölkerungsstruktur und dementsprechend multikulturellen Eindrücken. In Punkto Sicherheit steht Brüssel aber nicht ganz so gut da, rund um den Hauptbahnhof Gare du Midi und v.a. am Gare du Nord ist wegen Taschendieben/Raubüberfällen aufzupassen, Abends sollte man besser nicht allein in den etwas schmuddeligen Rotlichtbereichen am Gare du Nord oder in Stadtteilen wie Molenbeek unterwegs sein.

Innerhalb der Stadt ist vieles fussläufig zu erreichen und selbst wenn es mitunter etwas hügelig zugeht, benötigt man eigentlich keinen ÖPNV zur Erkundung der Stadt. Wer mag, kann für längere Strecken auf ein extensives Netzwerk an Verleihstationen für Fahrräder zurückgreifen. Dazu gibt es überall Busse, Taxen, Métro und Premétro (im Zentrum unterirdisch verkehrende Straßenbahnen). Die Fahrscheine sind 1h gültig (2,00 EUR) bzw. Tageskarten (6,00 EUR), gelten aber nicht für die Bus-Linie zum Flughafen (Linie 12 und 21).

Unterkünfte sind quer über die Stadt verteilt und sind oft auf Geschäftsreisende ausgerichtet - d.h. auf Politiker und Lobbyisten mit ihren Spesenkonten. Daher gibt es eine verhältnismäßig kleine Leistung zu einem opulenten Preis. Außerhalb der Sitzungswochen, am Wochenende oder abseits des Europaviertels wird es dafür günstiger, dennoch ist der Standard in den Hotels niedriger als in Dtl. Hier hilft vorab ein intensiver Vergleich auf Portalen wie booking.com.


Kulinarisch erwartet einen Brüssel-Besucher eine Mischung aus französischer Kochkunst und eher bodenständigen flämisch-niederländischen Gerichten. Auf die Schnelle finden sich eigentlich überall Buden ("frietkot" = Frittenbude), die die typisch belgischen Pommes mit dicker Soße und Fleischspießchen bzw. "frikandel" anbieten. Berühmte Buden mit häufig langen Schlangen sind z.B. die "Maison Antoine" an der Place Jourdan (Europaviertel/Métro Schuman, direkt hinter dem EU-Parlament) oder die "Friterie Chez Martin" an der Place Saint-Josse (Métro Madou). Andere Gerichte mit denen Brüssel lockt sind u.a. frischer Fisch und Meeresfrüchte (z.B. Hummer, Miesmuscheln), Caricoles/Karikollen (Schneeschnecken mit Häuschen in Brühe), Croquettes de crevettes (Krabbenkroketten), Macarons und Gaufres/Wafels (Waffeln mit Puderzucker) und natürlich die Pralinen (z.B. beim Traditionsbäcker Dandoy in der Rue au Beurre sowie an vielen Orten die Kette Léonidas). Belgisches Bier hat ebenfalls viele Fans und ist in Kneipen in Dutzenden Sorten erhältlich.

Einkaufen kann man gut im Kunst- und Antiquitätenhandel rund um den Grand Sablon, auf dem großen Flohmarkt auf der Place du Jeu de Balle und in modernen Boutiquen u.a. entlang der Avenue Louise, am Boulevard de Waterloo und in der Chaussée d´Ixelles. Im Viertel Matongé zwischen Chaussée d´Ixelles und Chaussée de Wavres warten afrikanische Geschäfte auf Kundschaft.

Doch genug der Einführung, im nächsten Beitrag geht es jetzt darum, was Brüssel einem Besucher auf einem Städtetrip eigentlich an Sehenswürdigkeiten anzubieten hat.



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