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Samstag, 16.10.2010 - Asien > Vietnam > Sa Pa

Oh du mächtiger Fan Si Pan: Bei den Bergvölkern im Norden von Vietnam

Von Hanoi habe ich mich am Mittwoch Abend ~280km weit in den Nordwesten Vietnams aufgemacht, direkt an die Grenze zu China. Dies ist eine sehr bergige Region, oftmals über 1500m hoch und mit tief eingeschnittenen, grünen Tälern. Hier dominiert der klassische Reisanbau auf Terrassen, die selbst an den steilsten Hängen vorzufinden sind. Bewirtschaftet werden diese oftmals von Bergvölkern wie den H`mong und Dao und nicht von den Vietnamesen, die man in niedrigeren Gefilden antrifft. Unter minimalem Maschineneinsatz, dafür mit schweren Ochsen und viel Handarbeit. Höchste Erhebung der Region ist der Berg Fan Si Pan, mit über 3143m ist er zugleich der höchste Berg Vietnams und kann - entsprechendes Outdoor-Equipment vorausgesetzt - in mehrtägigen Touren bestiegen werden. Ausgangsstation dafür ist das kleine Örtchen Sa Pa, welches auch meine Anlaufstelle im Norden war.



Von Hanoi nach Sa Pa kommt man am besten mit den Zügen der Vietnam Railways (englische Webseite funktioniert nicht > Google Translate nutzen), was sich allgemein für eine Reise durch das Land anbietet. Vietnam ist so wunderbar langgezogen und schmal, dass man mit einer Bahnlinie fast überall hinkommt zwischen Ho Chi Minh City im Süden und Hanoi Hanoi im Norden. Nur im Norden gibt es dann noch weitere Bahnlinien: nach Haiphong, nach Ha Long City, an die chinesische Grenze und nach Lao Cai.


Die Tickets sind günstig und die Züge (sollen) pünktlich fahren und sauber sein. HopOn-HopOff-Tickets für die gesamte Strecke gibt es leider nicht, man muss also für jede Teilstrecke Tickets separat kaufen, am besten 1-2 Tage zuvor, um die Klasse frei wählen zu können. Für die Reise nach Sa Pa muss man den Zug nach Lao Cai nehmen, welches direkt an der chinesischen Grenze liegt und z.B. eine Zwischenstation auf dem Weg in das chinesische Kunming sein kann. Ursprünglich wollte ich den einzigen, langsamen Zug nehmen, welcher tagsüber fährt (Soft/Hard-Seats, keine A/C), um auch etwas von der Landschaft mitzubekommen. Jedoch bekommt man diese Tickets nur nach langer, etwas bürokratischer Warterei am Bahnhof. Die meisten Züge fahren stattdessen Nachts zwischen 20:00 und 22:00 Uhr, so dass diese nach rund 8h (ja, für ~280km!) im Norden ankommen. Wählen kann man dabei zwischen den normalen Abteilen und diversen Sonderwagen von Unternehmen wie Tulico, Ratraco, Friendly, Et-Pumpkin usw., die jeweils 1-2 eigene Wagen am Ende der Züge haben, z.B. mit einem Bett in einem 4-Bett-Abteil für ca. 20 USD One-Way (410.000 Dong). Kein Luxus, aber ziemlich bequem. Die Strecke ist scheinbar gut ausgebaut, so dass man einigermaßen ausgeruht im Morgengrauen in Lao Cai ankommt und sich eine Übernachtung spart. Noch besser: Livitrans VIP für 75 EUR oder der Victoria Express, exklusiv für Gäste der dazugehörigen Hotels.

Weitere Informationen zu den Zügen in Vietnam:

  • es gibt Express-Züge und lokale Züge, schnellster ist der "Reunification Express", Verpflegung ist an Board oder an den Stationen verfügbar (bei Soft-Sleeper ist teilweise Essen im Preis enthalten)
  • es gibt Züge mit 4er- (weich) und 6er-Abteilen (hard) und mit offenen Kabinen mit (SE)/ohne Air-Con, TN-Züge sind älter und langsamer, Züge mit geraden Nummern fahren nach Norden, mit ungeraden Nummern nach Süden
  • von HCMC nach Hanoi sind es 1726km, reine Fahrtzeit ca. 60h, Ticket für komplette Route nur ca. 60 USD, in billigen Klassen gibt es nur Squat-Toiletten
  • für längere Strecken könnte Nachtzug sinnvoll sein und dann keine Hotelübernachtung
  • vorteilhaft an Zügen ohne A/C ist, dass die Fenster z.T. offen sind und man somit besser fotografieren / filmen kann
  • wenn Tickets direkt vor Ort gekauft werden, dann muss in vietnamesischen Dong bezahlt werden, USD sind nicht immer möglich
  • beste Teilstrecke soll Hué-Da Nang sein über den Hai Van Pass direkt an der Küste entlang (mal schauen), Ausländer bezahlen den gleichen Preis für die Tickets
  • eine tolle Infoseite zum Zugfahren in Vietnam und weiteren Ländern ist übrigens Seat61

In Lao Cai angekommen, wechselt man am besten direkt in einen Minibus, um nach Sa Pa zu fahren, da Lao Cai als Grenzstation auf dem Weg nach China touristisch nicht wirklich interessant ist. Sobald die Züge eintreffen, werden die Fahrgäste von zahlreichen Fahrern der Minibusse umworben, die die rund 1-stündige Fahrt in das über 1000m höher gelegene Sa Pa offerieren. Allerdings versuchen diese anstelle des regulären Preises von 25.000 Dong Tickets für 300.000 Dong zu verkaufen! Fairer Wettbewerb existiert nicht, man setzt sich daher einfach in einen Minibus und verständigt sich dann mit den Mitreisenden auf einen Preis. Bei mir waren dies 40.000 Dong, der Fahrer wird das dann akzeptieren (müssen). Die Fahrt früh am Morgen führt immer am Rand eines langgezogenen Tales entlang und man hat einen tollen Blick auf die Landschaft des Nordens, wobei so früh am Morgen die lokale Bevölkerung bereits auf den jetzt fast erntereifen Reisfeldern unterwegs ist, Schulkinder kommen in Uniformen die Berge heruntergelaufen und andere H`mong, Dao usw. machen sich ebenfalls auf den Weg nach Sa Pa und lokalen Märkten.

Sa Pa ist dann Ausgangsstation für Ausflüge in die Gegend. Der kleine, recht hügelige Ort liegt auf einem Bergrücken, welcher gerade nach Süden hin eine grandiose Aussicht über ein Tal bietet. Diese Region wird auch als "Vietnamesische Alpen" / "Tonkinese Alps" (Hoang Lien Son) bezeichnet und bildet mit dem Berg Fan Si Pan den östlichsten Ausläufer des Himalayas. Traditionell ist die Region nur dünn besiedelt, da die Vietnamesen diese als unwirtlich ansahen und nicht geeignet für großflächigen Reisanbau wie z.B. im Mekong-Delta. Stattdessen haben sich hier Bergvölker aus China oder Laos niedergelassen. Vor etwa 100 Jahren wurde Sa Pa dann von den Franzosen als Luftkurort ausgebaut (ab 1922) und ist auch heute noch sehr beliebt bei Touristen, dank der hübschen Villen, anderer Hinterlassenschaften der Kolonialzeit und vor allem der umliegenden Landschaft. Man sollte bei einem Besuch von Sa Pa jedoch beachten, dass diese Gegend sehr viel kühler ist als Lao Cai. Bei den Wetterberichten für Lao Cai kann man gut und gerne 10°C abziehen (Sa Pa hat scheinbar keine eigene Wetterstation), das Wetter wechselt hier sehr häufig, es ist oft bewölkt und die niedrig hängenden Wolken/Nebel sorgen dann für klamme Kleidung (und schlechte Sicht). Warme Kleidung ist also angebracht, wenn man längere Ausflüge beabsichtigt, z.B. durch die Dörfer der verschiedenen Bergvölker und entlang der Reisfelder.

Bei Bedarf ist diese vor Ort erhältlich, denn Sa Pa ist komplett auf Touristen eingestellt. Gerade im südlichen Teil des Ortes reiht sich ein Hotel ans andere, es gibt zahlreiche gute Restaurants für einheimische und italienische(?) Kost (Tipp: "Delta" für ital. Steinofenpizzen), Massage- und Souvenir-Shops sowie Ausrüster für "markengetreue" Outdoor-Kleidung ("North Face"). Allerdings überschreitet das Angebot anscheinend deutlich die Nachfrage, denn Abends sieht man überall leere Restaurants, sofern nicht gerade eine der asiatischen Tourgruppen eintrifft. Die wenigen europäischen Touristen reichen dafür nicht aus (~40.000 pro Jahr). Fast überall sind die Preise in Dollar gelistet und liegen um einiges über den Preisen in Hanoi.

Den ganzen Tag über sind in Sa Pa Schwarze Hmong und andere Bergvölker/Minderheiten in entsprechenden Trachten im Ort sowie auf dem Sa Pa Market unterwegs und verkaufen Kunsthandwerk, Stickereien und andere handgefertige Textilien an Besucher. Z.T. werden dafür auch schon sehr kleine Kinder eingespannt, die dabei ein wirklich erstaunlich gutes Englisch sprechen und mit ihrem Verkäufertalent alternativ wohl auch in Hamburg auf dem Fischmarkt ordentlich verkaufen würden.

Oh, wer derlei Bestätigung braucht: Ja, es stimmt, einige der H`mong verkaufen auch Substanzen, die sagen wir bei der kalten Witterung geraucht werden könnten und ein wunderbar warmes High verschaffen könnten... Fragen muss man danach nicht, es reicht schon, wenn man mehrfach die anderen Angebote für Gesticke und Co. konsequent ablehnt.

Große Attraktionen gibt es direkt in Sa Pa nicht, nur den angesprochenen Sa Pa Market, welcher v.a. am Samstag größeren Andrang verzeichnet, das Städtchen als solches und das "Ham Rong Mountain Resort" (30.000 Dong), wo man einen Berghang in einen Garten umgestaltet hat, in welchem Besucher auf verschiedenen Pfaden z.B. zum "Radio Tower" oder zum "Cloud Yard" hochsteigen und dort die Umgebung überblicken können. Ob sich dies lohnt, ist aber Glückssache. Bei der momentanen Witterung mit beständigem Niederschlag und nur kurzen Ruhephasen, konnte man nicht sehr viel erkennen.

Weitere Ziele in der Umgebung: Tram Ton Pass (15km von Sa Pa entfernt auf 1900m der höchste Pass im Land, trennt die Wetterfronten). Dörfer wie Cat Cat (3km südlich von Sa Pa, steiler Abstieg ins Tal, Wasserfall), Ta Phin (10km nördlich, "xe om" verfügbar bis in die Nähe), für gute Aussicht über das Tal Wanderung durch Sa Seng und Hang Da bis zum Ta Van Fluss (durch die Dörfer der Schwarzen H'mong) und von dort per Transport zurück nach Sa Pa. Besteigung des Fan Si Pan in mehrtägigen Touren. Übernachtungen (sogenannte "homestays") in den Dörfern sind dabei möglich, ein Guide ist sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig. Wer viel Zeit und die _notwendigen_ Fahrkünste hat, kann per Motorrad an der Grenze entlang den Nordwesten des Landes durchqueren, auf teils sehr abenteuerlichen Straßen, z.B. bis nach Dien Bien Phu im äußersten Nordwesten Vietnams und wirklich abgeschieden vom Rest des Landes.

Bei meinem Besuch von Sa Pa hat leider das Wetter nicht wirklich mitgespielt, so dass das Programm teilweise ins Wasser gefallen ist. Generell wird der Oktober aber eigentlich für einen Besuch empfohlen, da die Temperaturen dann normalerweise recht angenehm sind und die Reisernte kurz bevorsteht, die Felder also in den unterschiedlichsten Grüntönen eingefärbt sind.

Noch ein paar Tipps:

  • Es gibt hier zeitweilig Stromschwankungen, also Brownouts bis hin zu Stromausfall und dann Notstromaggregator. Wer eigene Geräte auflädt, sollte da besser einen Reisestecker mit Überspannungsschutz verwenden und die Geräte abkoppeln, sobald alles geladen ist.
  • Internet ist hier überall verfügbar, v.a. entlang der Hauptstraße Ma May. Quasi jedes Geschäft und Hotel hat einen offenen Hotspot.

Mein Hotel in Sa Pa war das Royal Sapa Hotel (www.royalsapahotel.com), zu buchen z.B. über Agoda. Prinzipiell ganz in Ordnung, für umgerechnet ca. 19 EUR pro Nacht für ein akzeptables, aber nicht sonderlich luxuriöses "Standard"-Zimmer. Das Hotel liegt ganz am südlichen Ende der Hauptstraße und Zimmer Richtung Süden haben daher einen 180°-Blick auf das Tal ohne irgendeine Sichtbeeinträchtigung. Problematisch sind die Zimmer Richtung Norden, denn dies wird bei der auch hier üblichen Rumgehuperei und nicht vorhandenen Dichtungen bei Fenstern und Türen sehr laut.



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