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Montag, 10.01.2011 - Asien > Vietnam > Rach Gia

Von Saigon nach Rach Gia: Einmal durch das Mekong Delta

Von HCMC/Saigon bin ich in den vergangenen Tagen Schritt für Schritt weiter nach Süden gezogen, einmal quer durch das Mekong-Delta, einer Region ganz im Süden von Vietnam, in der sich der gewaltige, meist träge und schwer mit Sedimenten beladene Mekong-Fluss in zahlreiche Teilarme aufsplittet und dann in das Südchinesische Meer fließt. Von diesen Armen gehen zahlreiche weitere kleine Seitenarme oder künstliche Kanäle ab und viele Bereiche des Mekong-Deltas waren lange Zeit nur per Boot zu erreichen. Das Mekong-Delta ist bei all dem Wasser und jährlichen Überschwemmungen sehr fruchtbar und (laut Wikitravel) wird in der Region mehr Reis produziert als in Korea und Japan zusammen.



Wenn man den Begriff Mekong-Delta hört, dann denkt man wahrscheinlich zuerst an endlose flache Reisfelder, abgelegene Fischerdörfer, Floating-Markets und die Bewohner in traditionellen Kleidern, die Frauen mit den kegelförmigen, aus Palmenblättern gefertigten Hüten. Dies ist bedingt auch heute noch korrekt, aber längst nicht mehr überall der Fall - denn das Mekong-Delta ist sehr dicht bevölkert, mit diversen Städten über 100.000 Einwohnern und der dazugehörigen Infrastruktur.

Ich bin von Saigon zunächst nach My Tho gefahren, einer Stadt mit 180.000 Einwohnern ca. 70km südlich von HCMC (ca. 2h Fahrt, je nach Verkehrsaufkommen). Diese Stadt liegt am nördlichen Rand des Mekong-Delta, bietet u.a. einen kleinen bunten Cao Dai Tempel (ähnlich wie die Kathedrale in Tay Ninh und generell sind hier fast in jedem Ort diese Tempel mit dem hypnotisierenden göttlichen Auge anzutreffen), Bootsanlagestellen für Touren zu umliegenden Inseln, den My Tho Central Market und eine kleine Promenade am Wasser mit einer Handvoll Restaurants. My Tho ist als Zwischenhalt nicht unbedingt notwendig, aber eine gute Ausgangsstation für eine Fahrt früh am Morgen auf den Cai Be Floating Market. Nach My Tho kommt man von der Busstation in Cholon in HCMC für 24.000d (alle 30min) oder per privatem Wagen mit Fahrer für ca. 600.000d. Mein Hotel in My Tho war das "Minh Quan". Für 400.000d bekommt man ein Zimmer mit guter Aussicht in zentraler Lage, was allerdings im kleinen My Tho auch nicht schwerfällt. Wer durch My Tho läuft, muss damit rechnen, alle 30 Sekunden von Touts gefragt zu werden, ob man denn nicht ein Boot, Taxi, eine Rundfahrt o.ä. haben/machen möchte, da die meisten Besucher in vorgeplanten Touren unterwegs sind, Individualtouristen nur selten anzutreffen und somit umso gefragtere Opfer sind.


Früh am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Cai Be auf den Floating Market. Cai Be liegt ca. 50km westlich von My Tho und ist außerhalb von Touren am besten per Taxi (Mai Linh!) zu erreichen. Dort kommt man dann besser schon morgens gegen 07:00 Uhr an, denn danach dünnt der Markt auf dem Wasser sehr schnell aus und verlagert sich auf das Land. In Cai Be kann man sich per Boot durch den Markt und zu einer Kathedrale fahren lassen, was je nach Verhandlungsgeschick, Umfang der Tour und Anzahl der Personen ab ca. 5-10 EUR kostet. Eine Besichtigung des Floating Markets von Land aus ist nur sehr eingeschränkt möglich, da das Ufer zu beiden Seiten fast durchgehend mit Hütten zugebaut ist.

Weiter ging es dann durch das Örtchen Vinh Long (mit angeblich 100.000 Einwohnern) nach Can Tho, dem Herz dieser Region mit ganzen 500.000 Einwohnern(!). Ist man an Land unterwegs, dann geht es dorthin über gewaltige Brücken über die verschiedenen Mekong-Arme, die zumeist erst in den letzten Jahren errichtet wurden. Fähren müssen auf vielen Strecken nicht mehr genutzt werden und auch die Floating Markets haben darunter zu leiden, da sich die Fahrtzeiten zunehmend verkürzen. In Can Tho findet man Märkte in der Stadt am Cai Khe Canal, einige gute Restaurants am Wasser, das Can Tho Museum (aber beschränkte Öffnungszeiten) und verschiedene bedingt bedeutsame Tempel.

Bedeutsamer ist in Can Tho jedoch der Cai Rang Floating Market, der nur etwa 6km südöstlich von Can Tho liegt und ebenfalls sehr früh am Morgen zum Leben erwacht. Dort treffen sich Händler und Kunden auf dem Wasser in ihren hölzernern Booten. Jeder Händler bietet meist nur eine Handvoll an Produkten an (fast nur lokal angebaute Früchte) und hängt einzelne Exemplare jeweils an Stangen auf, so dass die Kunden von weither erkennen können, wer was anbietet. Viele Boote sind zugleich das Heim einer kompletten Familie, so dass an Bord gekocht, geschlafen und gewaschen wird und die Bewohner nur selten das Land betreten müssen. Als Besucher kann man entweder direkt in Can Tho ein Touristen-Boot nehmen oder aber (wie ich) privat von einer Familie am Ufer ein Boot samt Fahrer anheuern. Das ist dann nur eine kleine, ältere Nussschale mit Rudern und Außenbordmotor, die ziemlich auf den Wellen schaukelt, aber authentischer als die großen Touristen-Boote. Der Market war bei meinem Besuch recht ansehnlich, wenngleich längst nicht so groß und prachtvoll, wie man dies in Reiseführern sieht. Eventuell hängt dies auch mit der Jahreszeit, dem Wochentag oder der oben besprochenen Verlagerung der Märkte auf das Land zusammen? Mein Hotel in Can Tho war das "Kim Lan" (buchbar bei Agoda), für 30 USD gab es einen etwas überteuerten "Superior Room", ein sehr simples Früstück kostet 3 USD extra.

Von Can Tho bin ich dann weiter nach Westen gefahren, in die Nähe der Stadt Long Xuyen. Ein paar KM südlich davon kann man an einem unauffälligen Schild hinter einer kleinen Brücke Halt machen und von dort per Motorradtaxi einige KM durchs Hinterland düsen, zum "Vuon Co Stork Garden". Bei dieser Fahrt sieht man dann erst einmal, wieviel man vom Mekong-Delta verpasst, wenn man nur auf den Hauptstraßen zwischen den Städten bleibt. Denn diese sind fast durchgängig zu beiden Seiten bebaut, mit Fabriken, öffentlichen Einrichtungen, kleinen Wohnhäusern und Märkten. Reisfelder bzw. allgemein Natur bis auf ein paar Kanäle und unzählige (Fischer-)Boote erblickt man da kaum mehr. Fahrten per Motorrad über kleine Straßen abseits davon sind dann das reinste Kontrastprogramm. Auch kommt man so durch die normalen Wohnviertel der Landbevölkerung. Diese leben zwar in einfachen Verhältnissen, waren aber stets sehr freundlich und gerade die kleinsten Kinder kommen hier angerannt und versuchen mit dem Besucher zu kommunizieren (ist quasi auch eine Mutprobe). Der "Vuon Co Stork Garden" ist dann ein Garten im Hinterland, in welchem sich auf den hohen Bäumen - aus welchem Grund auch immer gerade hier - Hunderte weißer Störche oder eher Reiher niederlassen. Von unten hört man nur ein vielstimmiges Glucksen und Schnattern, auf einer Aussichtsplattform erhält man aber einen besseren Überblick. Eintritt ist 10.000d und der Abstecher mit Motorradfahrt (pro Strecke 15.000d) ist in <1h locker möglich.

Letzte Station des Trips durch das Mekong-Delta war dann Rach Gia, 75km weiter im Süden und bereits am Meer gelegen. Rach Gia selbst hat jedoch nichts zu bieten, keine Sehenswürdigkeiten, keine Hafenpromenade oder Strände und die Restaurants und Hotels sind sehr rudimentär (diverse in aktuellen Reiseführern beschriebene Einrichtungen existieren nicht mehr). Die Fähren zu meinem nächsten Ziel, der ~130km entfernen Insel Phu Quoc starten jedoch in Rach Gia und zwar nur ca. gegen 08:00 und 13:00 Uhr - bei späterer Ankunft muss man daher notgedrungen einen Zwischenstopp einlegen. Für die Fähre nach Phu Quoc werden vielerorts in Rach Gia Tickets verkauft, meist für 270.000d, z.B. für Boote wie Savanna und Vinashin Rose. Die Fahrt dauert ca. 2h40min. Mein Hotel in Rach Gia war das zentral gelegene "Kim Co Hotel" für 300.000d (ziemlich basic, aber sauber, WiFi wankelmütig, Upload 2x Downspeed).

Insgesamt habe ich mir das Mekong-Delta dann doch ein wenig unbesiedelter und idyllischer vorgestellt. Dafür muss man heutzutage aber wahrscheinlich schon ein Motorrad für ein paar Tage mieten und dann wesentlich weiter in den Nordwesten (Richtung Chau Doc / Ha Tien) oder Südosten (Richtung Ca Mau und darüberhinaus) abdriften, vielleicht direkt mit Homestays bei lokalen Familien. Oder aber man entscheidet sich für eine mehrtägige Mekong-Rundfahrt für den Blick vom Wasser aus, meist mit Start/Ziel in HCMC. Weiter als bis nach Can Tho stoßen diese Rundfahrten aber nicht in das Delta vor (mit RICHTIG viel Geld kann man sich daher private Boote bis hin zu Katamaranen mieten und eine ganz eigene Tour zusammenstellen).



Bücher, Filme etc. zu Rach Gia (Vietnam)


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