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Donnerstag, 18.11.2010 - Asien > Vietnam > Quy Nhon

Regen, Regen, Regen in Zentralvietnam

Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass das Wetter hier in Vietnam doch irgendwann wieder besser werden sollte. Doch dies ist nicht der Fall, seit nunmehr über zwei Wochen regnet es praktisch ununterbrochen. Manchmal hört es für ein paar Stunden fast auf, nur um dann umso stärker zurückzukommen. Die Regensaison in Vietnam ist also scheinbar wirklich nicht mit dem typischen 3-Uhr-Regen in Thailand zu vergleichen, der, kaum begonnen, schon wieder vorbei ist. Und der Regen hat natürlich massive Auswirkungen auf mein Programm, durch Züge, die nicht auch nur annähernd nach Plan fahren, lange feinsandige Strände, die nicht genutzt werden können und einige Attraktionen, deren Besuch klitschnass keinen Sinn machen würde oder die jetzt einfach geschlossen sind. Daher unterbreche ich meinen Vietnam-Trip an dieser Stelle für ein paar Wochen drüben in Thailand, bevor ich zum zweiten Anlauf kurz vor Weihnachten wieder hierher zurückkomme.



Doch der Reihe nach: Zunächst bin ich von Hoi An erneut zurück nach Da Nang, in die kleine Metropole Zentralvietnams, da Hoi An ohne eigene Bahnstation keinen Anschluss in Richtung Süden bietet. Geplant war dann eine gemütliche Bahnfahrt tagsüber in 5-6h mit dem "Express"-Zug in die Stadt Quy Nhon, etwa 350km weiter südlich und vorwiegend durch landwirtschaftlich genutzte Gegenden (die typische 3er-Kombi Reisfeld-Wasserbüffel-Fischreiher). Doch wegen dem angesprochen Regen stehen viele Gegenden außerhalb der Städte weitläufig unter Wasser, es gibt keinen Platz mehr für weiteren Regen und keine Abflüsse. An eine normale Reisegeschwindigkeit mit dem Zug ist nicht zu denken, wenn links und rechts nur noch überschwemmte Felder sichtbar sind, aus denen kleine Häuser, Bäume und die Grabsteelen der Friedhöfe herausragen und selbst der Bahndamm ist mitunter überschwemmt. Defakto ist dies also eher eine Kreuz-, denn Zugfahrt. Kein Wunder, dass der Zug 7h NACH der geplanten Ankunftszeit in Quy Nhon erst die Hälfte der Strecke geschafft hatte. Stundenlang musste zwischendurch auf entgegenkommende Züge gewartet werden, denn es gibt teilweise nur ein Gleis und so habe ich kurzerhand in der Nacht in Quang Ngai Halt gemacht. Quang Ngai? Ja, der Ort sagte mir genauso wenig, bekannt ist dieser höchstens, weil einige Kilometer entfernt im März 1968 das amerikanische Massaker in My Lai stattfand (mit den weltbekannten Fotos eines amerikanischen Fotografen). Immerhin gibt es in Quang Ngai eine handvoll Hotels (z.B. das "Hung Vuong"), wenn auch spätabends keine Restaurants und als Ausländer wird man schon am Bahnhof gefragt, was man denn HIER IN QUANG NGAI ernsthaft will?

Eine Nacht später und wieder auf dem Weg nach Quy Nhon zeigte sich der Zug plötzlich wieder von einer anderen Seite. Ohne Fahrplan schlug ich glücklicherweise kurz vor der Ankunft eines Zuges am Bahnhof auf (während an diesem Tag gen Norden einfach gar kein Zug fuhr...). Weiterhin war alles überschwemmt, aber diesmal war der Zug nicht nur fast pünktlich, sondern auch so gut wie leer, während am Vortag alles dicht belegt war. Zugfahrten sind in Vietnam also wirklich unberechenbar. Manchmal passt alles und man kommt pünktlich am Ziel an, in sauberen Wagen mit ein wenig Aussicht. Oder aber man fährt komplette Nächte durch, dicht gedrängt, in dreckigen Zügen, mit vergitterten Fenstern und kaputter Klimaanlage. Allein an den Zugnummern oder Klassen lässt sich dies nicht festmachen, auch wenn "TN"-Züge z.B. generell häufiger halten und einfacher sind als "SE"- oder "SH"-Züge. Auch das Personal divergiert zwischen recht freundlich, bis zu teils wirklich ruppigen Charakteren. In jedem Wagen sind 3-4 Angestellte vorzufinden. Meist schlafen sie im Dienst, lungern auf den Sitzen herum und strecken ihre nackten Füße in allen Hhimmelsrichtungen von sich. Bei einfachen Fragen hingegen, ist es schwierig, eine klare Antwort zu bekommen. Wäre dies ein Privatunternehmen, müsste man daher wohl 90% des Personals entlassen und für 20% der Stellen neue Leute suchen (aber dieses Problem gibt es generell in Vietnam, es gibt zu wenig Arbeit für viel zu viele Leute).


4 Tage war ich dann in Quy Nhon, davon nur die ersten Paar Stunden ohne Regen. Quy Nhon liegt an einer langen Bucht mit mehreren Kilometer langen Stränden, einer Promenade daneben, einigen Hotels, kaum Restaurants und die Stadt ist nur sehr wenig touristisch geprägt. Quy Nhon hat zwar einen Bahnhof, fast alle Züge halten jedoch nur 10km entfernt in Dieu Tri. Die meisten Besucher sind vietnamesische Gruppen und darauf sind die Hotels auch ausgerichtet. In der Stadt gibt es nur ein wenig Cham-Architektur mit ein paar Türmen und die üblichen Pagoden zu sehen. Interessanter ist aber das normale Leben auf den Straßen, z.B. die vor Sonnenaufgang in die Bucht schippernden, erleuchteten Fischerboote, das Geschrei der Marktfrauen, wenn beim Einlaufen der Boote die Fische feilgeboten werden, Leute die unter freiem Himmel mit einem alten Stuhl und kleinem Spiegel einen Frisörsalon betreiben, der lokale Markt etc. Aber selbst kurze Touren enden bei diesem Wetter in klitschnassen Sachen.

Daher geht es nun erst einmal per Zug weiter nach Nha Trang und von dort via Ho Chi Minh City (bzw. Sai Gon) für einige Zeit rüber nach Bangkok / Thailand allgemein. Sofern der Wetterbericht nicht täuscht, sollten mich dort regenfreie 35°C erwarten. Vllt. folgen daher bald einige Beiträge aus Thailand, die zwischenzeitlich lokal angefallenen Videos zu Vietnam oder aber es geht hier im Dezember weiter, wenn ich dann in Ho Chi Minh City eintreffe.

Mein Hotel in Quy Nhon war das Seagull Hotel (buchbar bei Agoda) und dies kann ich eigentlich uneingeschränkt weiterempfehlen. Das 4*-Hotel steht direkt am Meer und mein Zimmer mit großem Balkon war genau an der Ecke zum Meer mit weitem Blick über den südlichen Teil der Bucht. Sollte es mal nicht regnen und die Brandung ist weniger stark als im Moment, wäre dieser Strand schon sehr einladend. Das Zimmer war hier sehr geräumig und komfortabel, mit Room Service, Fitness Center, Spa, Pool und mehreren Restaurants (bzw. gar Ballsälen!) gibt es alles, was man braucht, Staff ist freundlich und professionell, mit kleinen Aufmerksamkeiten zwischendurch und für 30 USD pro Nacht ist der Preis auch sehr akzeptabel. Nur das WiFi ist tagsüber ein wenig wankelmütig, dreht aber Nachts ordentlich auf.



Bücher, Filme etc. zu Quy Nhon (Vietnam)


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