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Sonntag, 07.11.2010 - Asien > Vietnam > Hué

In Hué - Kann hier bitte jemand den Wasserhahn zudrehen?

Auf dem Weg von Ninh Binh nach Hué hatte ich für die rund 600km ursprünglich einen Nachtzug mit 4-Bed-Sleeper Cabin eingeplant. Bietet sich an, denn schon regulär dauert diese Strecke 8-10h und die meisten Züge kommen Abends in Ninh Binh vorbei. Doch derzeit gibt es (nach den Überschwemmungen zwischen Hanoi und Hué in den letzten Wochen) starke Überschwemmungen weiter südlich und dadurch fahren die Züge teils gar nicht oder mit großen Verspätungen (Ticket für 08:00 Uhr, los um 19:00 Uhr...) und mit anderer Konfiguration. Am Ende war es daher eine __16h__-Fahrt auf einem "Hard Seat" (Holzsitz) mit je 3 Leuten + massenhaft Gepäck nebeneinander und weiteren schlafenden Leuten auf dem Boden. Samt ziemlich rudimentärer Manieren (Müll wird einfach irgendwo fallengelassen), verdreckten Toiletten, rüdem Bahnpersonal (die leere Soft Seats während der Fahrt nicht mal mit Bakschisch verkaufen mochten), gelben Schlieren auf den Scheiben (war aber größtenteils eh Nacht) etc., so dass ich entsprechend froh war, am Vormittag endlich in Hué anzukommen. Im Starkregen. Und bevor ich den Rest des Tages verschlafen konnte.



Aber damit muss man in Vietnam einfach rechnen, nicht alles läuft hier nach Plan. Wenn man in die Meldungen auf vietnamesischen Nachrichtenseiten blickt, dann scheint der Auslöser für die Zugprobleme z.T. auch eine recht kritische Situation im Zentralen Teil des Landes zu sein, diesmal vor allem rund um Nha Thrang, mit Erdrutschen, weggeschwemmten Straßen, temp. unterbrochenem Zugverkehr etc. ("unprecedented rainfall", "historically large floods", "mosquito-borne fever"), während es jetzt in Sa Pa, im Norden des Landes einen Kälteeinbruch mit >10°C und ebenfalls Starkregen gab. Ohne Heizung und mit stehendem Nebel wird es dann dort oben sehr ungemütlich ("some cattle even froze to death"). Was interessiert da noch eine etwas unbequeme 16h-Fahrt per Zug...


Die Alternative "Bus-Fahrt" in der Nacht ist bei über 12.000 Verkehrstoten pro Jahr zumindest für mich keine Alternative (laut Auswärtigem Amt ist Vietnam damit "Weltmeister"). In Hué angekommen, trifft man dann noch auf Taxi-Fahrer, die versuchen, den 2-3-fachen Preis abzukassieren. Eine einfache Fahrt in die Hotelzone rund um die Vo Thi Sau kostet nur ~20.000 Dong. Hier hilft es, ausschließlich mit den Taxen von "Mai Linh" zu fahren, die sich generell korrekt verhalten.

In Hué habe ich dann mehrere Tage verbracht, um u.a. auch mein Vietnam-Visum verlängern zu lassen. Generell benötigt man ja als Deutscher ein Tourist-Visa, welches man vor der Reise auf der Botschaft in Berlin holen muss, ein Visa-On-Arrival gibt es derzeit nicht. Der Zeitraum ist vorab festgelegt und auf 30 Tage begrenzt, man sollte sich also genau überlegen, wann man in Vietnam ankommt. Bereist man vorher andere Länder, so bietet es sich oftmals an, dass Visum erst dort zu holen (z.B. in Bangkok), denn dies geht oftmals schneller und weitaus günstiger (in Berlin ~1 Woche). Verlängern kann man das Visum hier vor Ort für weitere 30 Tage, direkt über die offiziellen Stellen in Hanoi oder HCMC bzw. auch andernorts über normale Reiseagenturen in 2-3 Tagen für ~30 USD. Leider wird als Starttermin für die Verlängerung der Tag der Beantragung genutzt und nicht etwa das Ende des aktuellen Visas, mitunter ist also eine mehrfache Verlängerung erforderlich.

Doch zurück nach Hué: Die Stadt Hué ist ein wichtiges Zentrum des Landes mit etwa 300.000 Einwohnern und ein Drehkreuz für Zentralvietnam. Hué liegt bereits im ehemaligen Südvietnam, ist aber nicht weit von der Demilitarisierten Zone (DMZ) entlang des Ben Hai-Flusses bzw. von 17° n.B. entfernt, entlang derer einstmals heftige Gefechte zwischen den amerikanischen/südvietnamesischen und nordvietnamesischen Truppen ausgetragen wurden. Heute kann man einige der ehemaligen Basen bzw. bedeutsamen Orte auch von Hué aus besichtigen. Darunter die Khe Sanh Combat Base, die Vinh Moc Tunnel (wo ein ganzes Dorf quasi unter die Erde verlegt wurde) und Schlachtfelder wie den Hamburger Hill bzw. was davon mittlerweile noch nicht überwachsen ist bzw. geräumt wurde. Dies ist als lange Tagestour von Hué aus möglich, wobei man bei den Besichtigungen wohl besser auf jeden Warnhinweis achten sollte, denn nicht nur in der DMZ liegen noch heute viele nicht detonierte Bomben/Minen abseits der Wege (sogenanntes "Unexploded Ordnance", UXO) - seit 1975 wurden in Vietnam allein über 5000 Menschen dadurch getötet oder verletzt.

Hué selbst ist eigentlich recht angenehm, wenn nur nicht dieser ständige Regen wäre. Hué wird häufig vom Nordost-Monsun getroffen und da im Südwesten die Wolken nicht weit vorstoßen können, regnet sich dies richtig schön über der Stadt ab. Um genau zu sein: Es regnet seit genau 4 Tagen pausenlos. Und in einem Ausmaß, wo mitunter ein Schirm nur ein nettes Spielzeug ist, man aber trotzdem klitschnass wird. Angeblich ist Hué gar die niederschlagsreichste Stadt Asiens. Und wer möchte dies bezweifeln, bei über 200 Regentagen im Jahr (v.a. von Oktober bis Dezember). Meine ursprüngliche Vermutung, wenn in Thailand die Regensaison im Oktober aufhört, dann müsste das doch auch in Vietnam der Fall sein (liegt ja gleich um die Ecke...), war daher nicht ganz zutreffend. (Andererseits spielt ja derzeit in Thailand ebenso das Wetter verrückt, mit Katastrophenzuständen in Hat Yai und Koh Samui.)

Zum Glück war es zumindest an einem Tag trocken, so dass ich die Hauptattraktion der Stadt besichtigen konnte: die Imperial Citadel. Hué war die alte Hauptstadt der Nguyen-Herrscher (1802-1945), ist eine traditionelle Beamten- und Gelehrtenstadt und hat auch heute noch bedeutende Hochschulen. Die Stadt liegt am "Song Huong", dem Parfümfluss, der als langsamer brauner Strom die Stadt in den südlichen Part mit zahlreichen Hotels, Restaurants, Souvenier-Shops und Unmengen an ziemlich aktiven Taxi-/Cyclo-/Xe Om-Fahrern (v.a. zwischen Vo Thi Sau und Le Loi) bzw. den nördlichen Part mit der imposanten Zitadelle samt Burggraben, dem 37m hohen Flaggenturm, Pagoden und Palästen teilt. Entlang der Kanäle im Umfeld der Zitadelle verbreitet Hué eine sehr harmonische, gelassene Ausstrahlung. Vielfarbige Häuser ähnlich wie in Macau zeigen deutlich einen portugiesischen Einfluss (welche tatsächlich weiter südlich im Land, rund um Hoi An anzutreffen waren). Auf dem Dong Ba Market kann man von frischen Schweineschnauzen und leckeren Reiskuchen über die ungewöhnlichsten Gewürze und Knollen bis hin zu Snakewine alles kaufen, was man so benötigt.

Die Zitadelle von Hué war die Residenz der Nguyen-Herrscher und ist seit den 1990er Jahren UNESCO-Welterbe. Sie besteht aus mehreren ineinander verschachtelten Sektionen, die jeweils duch Erdwälle, Gräben und Mauern voneinander getrennt sind und nur über einige große Tore, Brücken und Tunnel passiert werden können. Der nördliche Teil im äussersten Ring der Zitadelle wird auch heute noch militärisch genutzt, der größte Teil ist jedoch frei zugänglich. Es empfiehlt sich, einfach mal querfeldein durch die engen Gassen zu wandern mit den einfachen vietnamesischen Wohngebieten. Hauptattraktion ist jedoch das "Imperial Enclosure" im Inneren der Zitadelle hinter weiteren Mauern. Dort war der Kaiserpalast ansässig, mit einer "verbotenen Stadt" hinter noch mehr Mauern (3. Ring), man kann verschiedene Tempel besichtigen, das eindrucksvolle Ngo Mon Gate (Mittagstor), das Royal Theatre, Gärten samt einigen Elefanten und zahlreiche weitere Einrichtungen für den Kaiser und den Hofstaat. Vieles wurde im Vietnamkrieg durch amerikanische Angriffe (durch wen sonst...) zerstört, wird aber heute wieder aufgebaut/umfangreich restauriert. Die Anlage ist aber aufgrund ihrer Größe und den heute sichtbaren Einrichtungen schon sehr anschaulich und lädt länger zum Verweilen ein (55.000 Dong).

Innerhalb der äußeren Mauern der Zitadelle liegt noch der "General Museum Complex", der sich aber durch Umbaumassnahmen derzeit auf einige alte Militärfahrzeuge beschränkt. Wenn es mal nicht regnet, dann kann man im Umfeld von Hué z.B. mit einem Motorrad-Taxi oder Fahrrad noch die Thien-Mu-Pagode ("Pagode der Himmelsmutter", das Wahrzeichen von Hué) sowie sechs Kaisergräber der Nguyen-Dynastie mit Ringmauern und Ehrenhof samt Wächterfiguren besichtigen.

Im südlichen Teil von Hué geht es dagegen deutlich geschäftiger zu. Am Flussufer liegen dort entlang einer Promenade reichlich dekorierte Drachenboote vor Anker, die man für Rundfahrten auf dem Parfümfluss mieten kann. Eine Vielzahl an Touts (Schleppern) versuchen Besucher von ihren Angeboten zu überzeugen, mitunter mit Texten, die man eher in Pattaya oder Patong Beach in Thailand vermuten würde: "hello men, want sexy lady for massage? very good, promise you" oder auch das unverblümte "hey you, marihuana?". Es gibt jedoch derzeit nur wenige Besucher und vllt. 90% sind in Gruppen unterwegs, wodurch sich die Verkäufer natürlich auf jeden Individualreisenden stürzen. Aufgrund der zahlreichen guten vietnamesischen und internationalen Restaurants und Shops ist diese Gegend dennoch als Stützpunkt gut geeignet. Selbst wenn es wieder einmal in Strömen gießt, ist alles gut erreichbar.

Mein Hotel in Hué war zunächst das Ideal Hotel mit einem "Garden Deluxe Room" für ~30 USD (buchbar bei Agoda). Das Hotel ist wohl die Villa Kunterbunt von Hué, sehr eigene Farbkombinationen, mit einem künstlichen Wasserfall, Mini-Garten und Musikuntermalung vom Band auf dem Balkon. Superfreundliches Personal, von oben ein weiter Blick über das verregnete Hué, WiFi ganz ok, kostenloser Late-Checkout (samt Souvenir!), insgesamt also sehr nett. Nach einem Late-Checkout und aufgrund eines stark verspäteten Zuges Richtung Da Nang habe ich dann noch mal meinen Aufenthalt spontan verlängert und bin diesmal im DMZ Hotel für 38 USD (online bei Agoda nur 50%) untergebracht. Etwas laut, da an der Durchgangsstraße gelegen, sonst sehr zu empfehlen, u.a. mit Room Service vom Little Italy Hué. Nach nunmehr bereits 5 Tagen in Hué, davon ganze 20h ohne Regen, geht es nun morgen endlich weiter gen Süden, in die Metropole Da Nang.



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