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Samstag, 01.01.2011 - Asien > Vietnam > Ho Chi Minh City / Saigon

Der Pulsgeber des Landes: Ho Chi Minh City (HCMC) zu Weihnachten und Silvester

Nach all den Videos in den letzten Tagen (ich hatte endlich Zeit gefunden, die Videos auf dem iPad zu schneiden, wie auch einen WiFi Hotspot, über den ich locker >1GB hochladen konnte), ist es Zeit für einen neuen Bericht, diesmal aus Ho Chi Minh City, der mit Abstand größten und bedeutendsten Stadt des Landes. HCMC, sicherlich noch besser bekannt als Saigon - und in Vietnam wird trotz der Umbenennung vor 35 Jahren überall nur von Saigon gesprochen - ist eine lebhafte Metropole im Süden des Landes mit über 7 Mio. Einwohnern (Metropolregion > 9 Mio., ca. 1/3 der Leute leben mangels Berechtigungsschein illegal hier). Trotz der Größe liegt die Gründung nur knapp über 300 Jahre zurück. Bis 1975 war HCMC die Hauptstadt von Südvietnam. Heute ist dies zwar Hanoi im Norden, aber in jeder Hinsicht ist HCMC weiterhin dominierend und Pulsgeber des Landes.



Die weitläufige Metropolregion mit mehreren Zentren ist eingeteilt in 16 Districts/Bezirke mit dem Geschäftszentrum am Saigon River im District 1. In diesem District liegen auch die meisten Sehenswürdigkeiten und Hotels, mit der Backpacker-Gegend Pham Ngu Lao und Dong Khoi mit teureren Hotels und Restaurants. Auch ich habe mein Lager in diesem District aufgeschlagen, als ich kurz vor Weihnachten in HCMC eintraf. Im Zentrum waren dabei viele Straßen festlich geschmückt und Abends hell erleuchtet, so z.B. von der Oper entlang der zentralen Flaniermeile Le Loi. Weihnachten ist in Vietnam natürlich bei einem recht geringen Anteil an Christen in der Bevölkerung eher ein Konsumfest und so waren es insbesondere die Luxus-Stores wie Gucci und Burberry, die heuer aufwendig dekoriert waren und somit kostenlose Werbung in x-Tausenden Fotos bekamen. Nur in der Kathedrale Notre Dame fand am 24.12. dann auch eine Christmette statt.

HCMC zeigt z.T. noch einigen Charm aus der französischen Kolonialzeit mit entsprechender Architektur, den Haupteindruck macht jedoch der chaotische Verkehr mit Lastern vs. Fahrrädern vs. Motorrädern vs. Rikschas vs. Fussgänger aus. Wer nach einem Besuch von Hanoi denkt, dass er schon alle Herausforderungen gemeistert hat, die der Straßenverkehr in Vietnam an einen stellt, der irrt sich gewaltig. Der Straßenverkehr in HCMC könnte wohl am treffendsten mit "pure and utter madness" umschrieben werden. Unzählige Motorräder quetschen sich durch z.T. ziemlich enge Straßen, fahren wild durcheinander und nutzen jeden Zentimeter aus. Hier herrscht wirklich das Darwin-Prinzip und nur vor Bussen und LKW wird zurückgeschreckt. Fussgänger stehen dabei ganz unten in der Futterkette, da Gehwege entweder leer sind und dann als zusätzliche Fahrspuren genutzt werden oder aber sie sind komplett zugeparkt, so dass man inmitten des Verkehrs auf den Straßen laufen muss. Wenn sich jedoch schon niemand an die Verkehrsregeln hält, so gilt dies natürlich auch für Fussgänger. Wo sonst könnte man ohne anzuhalten quer über eine große Kreuzung laufen, während der Verkehr aus allen Richtungen einströmt und ohne, dass dies jemanden stören würde? Bis jetzt ist alles gutgegangen, eine Auslandsreisekrankenversicherung ist aber dennoch anzuraten. ;-)


Was kann man denn nun in Ho Chi Minh City anschauen? Nun, die Stadt ist eine Mischung zwischen alt und neu, mit Tempeln und Kirchen, Malls und Wolkenkratzern, lokalen Märkten etc. und bietet daher durchaus recht vielfältige Eindrücke. Eine wirkliche Atmosphäre wie im Old Quarter von Hanoi oder auf richtigen Straßen-/Nachtmärkten á la Hué kommt dabei jedoch nicht auf. Eine kleine Übersicht:

  • Am Saigon River können ab der Bach Dang Jetty Rundfahrten auf dem Fluss organisiert werden bzw. Fähren zur Stadt Vung Tau am Meer.
  • Alte Oper/Stadttheater: Die ehemalige Versammlungshalle des vietnamesischen Parlaments wird heute als Oper und für andere Veranstaltungen genutzt, Abends erleuchtet, Dong Khoi/Ecke Le Loi.
  • Ben Thanh Market: Hauptmarkt der Stadt mit den unterschiedlichsten Angeboten, am meisten ist am Morgen los, z.T. aber recht intensive Verkaufsbemühungen der Händler, Nachts gibt es außenrum einen Straßenmarkt (Ecke Le Hoi/Ham Nghi).
  • Zoo / Botanischer Garten ("Saigon Zoo and Botanical Garden"): HCMC verfügt über äußerst wenige Parks, Grünflächen oder überhaupt Ruhezonen (im Zentrum <1m2 pro Person!). Eine Möglichkeit, dem ständigen Rauschen zu entfliehen, stellt der Zoo dar (8.000 Dong). Dieser ist jedoch eher Vergnügungspark denn Zoo. Die Haltungsbedingungen für die recht wenigen Tiere kann man nicht eben als artgerecht bezeichnen und das komplett fehlende Umweltbewusstsein vieler Vietnamesen zeigt sich gerade hier, da anfallender Müll z.T. gar in die Gehege geworfen wird (da wären dann wohl verpflichtende Knigge-Kurse hilfreich...)!!!. Zudem waren im Park einige Bühnen aufgebaut und über Lautspreche kam dann laute Musik. Mir war bislang noch nicht bekannt, dass Elefanten und Giraffen auf House-Musik stehen, aber dass ist wohl von Land zu Land verschieden...
  • Hauptpostamt: Ende des 19. Jh. entstanden, ansehnliche Architektur direkt neben der Kathedrale (Dong Khoi).
  • Historisches Museum: Vermittelt Fakten zur Geschichte Zentral- und Südvietnams und liegt im Zoo-Gelände (15.000 Dong). Recht ok, aber nicht besonders beeindruckend.
  • Ho Chi Minh Museum: Lokale Filiale des Museums aus Hanoi, erinnert an verschiedene Lebensphasen des Revolutionärs (10.000 Dong, Webseite).
  • Hotel de Ville (Rathaus): Pompöser Sitz des Volkskomitees in zentraler Lage ("Peoples Committee Building").
  • Kathedrale Notre Dame: Gelegen am nördlichen Ende der Prachtstraße Dong Khoi, vom Ende des 19. Jhs.
  • Museum of Ho Chi Minh City: Größeres Museum mit einigen Informationen über die Stadt. Hat auch Mittags geöffnet, wenn viele andere Einrichtungen eine längere Pause einlegen (15.000 Dong).
  • Reunification Palace: Der Palast der Einheit ("Hoi Truong Thong Nhat") auf den Fundamenten des ehemaligen französischen Gouverneurssitzes, kann außer bei Staatsbesuchen meist frei besichtigt werden. Darunter auch die Büros und Empfangsräume von Präsident, Vize-Präsident und First Lady. Vom Dach ist ein Ausblick auf die Umgebung möglich und auf dem Gelände sind verschiedene Hubschrauber / Flugzeuge / Panzer zu sehen (15.000 Dong).
  • (American) War Remnants Museum: In diesem Museum wird detailliert auf die amerikanischen Massaker während des Vietnam-Kriegs eingegangen, z.B. im Ort My Lai. Es gibt verschiedene kleine Ausstellungen auf den 3 Etagen, die sich jeweils bestimmten Themen widmen, z.B. Fotos von vietnamesischen und internationalen Journalisten von beiden Seiten der Front, Informationen über die auch heute noch sichtbaren und unsichtbaren Schäden bei Menschen und Landschaft durch den Einsatz chemischer Kampfstoffe (geschätzt ca. 100 Millionen Liter, z.B. Agent Orange) und Bomben, erbeutete Waffen und Ausrüstung der Amerikaner, vielerlei Statistiken etc. Auf dem Gelände des Museums sind darüberhinaus Gefängnistrakte nachgebaut (von Franzosen, Amerikanern und Saigon-Regierung), zudem gibt es Fahrzeuge, Panzer und Flugzeuge der Amerikaner zu sehen (27 Vo Van Tan/Ecke Le Qui Don, 15.000 Dong Eintitt).

Während meines Aufenthaltes in der Stadt wurde in Pham Ngu Lao und noch bis zum morgigen Sonntag das "World Culinary Festival" veranstaltet. Im "23. September-Park" wurden dazu Stände mit Gerichten aus 24 Ländern aufgebaut und ab dem Nachmittag gab es dazu ein Begleitprogramm mit vietnamesischen Gesängen und Schauspiel sowie am 26.12. einen kostümierten Umzug. Zu Silvester fand dann in Dong Khoi eine Veranstaltung mit dem Namen "A Moment to Welcome the New Year" statt, letztlich traten einige vietnamesische Sänger auf und es gab ein Feuerwerk über dem Saigon River. Nichts spektukläres, wirklich bemerkenswert war jedoch der Besucherandrang bzw. der Verkehr auf den umliegenden Straßen, da die breite Diagonale Nguyen Hue dafür gesperrt wurde. Selbst als Fussgänger stand man da häufig im Stau, da es keinerlei Möglichkeit gab, zwischen den ganzen Motorrädern voranzukommen. Mehr dazu in Kürze in einem Video, sobald ich die nächste vernünftige Internetverbindung erwische.

Noch ein Paar Anmerkungen:

  • Laut dem Auswärtigen Amt hat HCMC die höchste Kriminalitäts-/Verbrechensrate des Landes, u.a. wird vor Drive-By-Robbery mit Motorrädern gewarnt, wo dann Taschen, Kameras etc. gegriffen werden. Allerdings fühlte sich die Gegend sehr sicher an und bei dem massiven Verkehr kommen die Übeltäter auch maximal 30cm voran, insofern haben sie keine wirklichen Fluchtmöglichkeiten. ;-)
  • In beiden Gegenden bekommt man beim Umherlaufen oft recht eindeutige Angebote. Damit meine ich nicht die Motorradfahrer, die alle 30 Sekunden fragen, wo man denn hin möchte, sondern die herumstehenden Herren mit direkten Begrüßungen á la "Hey you, want Ecstasy, Kokain?" bzw. Damen in hübschen, klassisch vietnamesischen Ao Dai-Gewändern, die jedoch in etwas abseits gelegenen Straßen stehen und ihre Massagestudios bewerben.
  • Wer Supermärkte sucht, findet kleine Märkte westlichen Formats im Diamond Plaza, ganz oben im Parkson Department Store und im Tax Department Store. BigC, Coopmart und Hanoi Mart sind weiter entfernt und z.B. per Motorradtaxi zu erreichen.
  • Das in HCMC der Kapitalismus klar dominiert, zeigt sich nicht nur an den vielen bereits fertiggestellten bzw. derzeit in Bau befindlichen Towern, sondern auch an Läden wie "Old Propaganda", in denen u.a. Poster mit sozialistischen Sprüchen und andere Devotionalien verkauft werden. Oben in Hanoi wäre das wahrscheinlich nicht möglich.

Mein Hotel in Ho Chi Minh City war zunächst das Hai Long Hotel in Dong Khoi (buchbar bei Agoda). Für 40 EUR pro Nacht bekommt man einen "Deluxe Room", 35m2, City View, King Size Bed. Ausstattung ist sehr akzeptabel, ebenfalls das WiFi, durch die zentrale Lage ist es bei dem Straßenverkehr aber ziemlich laut.

Für die zweite Hälfte des Aufenthaltes habe ich dann das Liberty 4 Hotel in Pham Ngu Lao genutzt (buchbar bei Agoda). Dieses liegt unmittelbar am 23. September-Park, allerdings sind Ausstattung und Service bei einem Preis von 45 EUR (mein teuerstes Hotel bislang in Vietnam), doch deutlich unterdurchschnittlich. Gegenüber den Angaben auf den Buchungsseiten bietet ein "Signature Superior" u.a. eindeutig kein "City View", WiFi ist ein Witz und der Laundry Service kostet ein Vielfaches des üblichen Preises in Vietnam. Allerdings können Restaurant und Lido Bar überzeugen. Vllt. wählt man daher besser eines der vielen günstigeren Hotels in den Seitenstraßen von Pham Ngu Lao, Restaurant und Co. kann man bei Bedarf ja auch von extern nutzen.

Nicht besucht habe ich während des Aufenthaltes die Cu Chi-Tunnel der Vietcong 40km nordwestlich von HCMC (einst 250km lange Tunnel fast wie unterirdische Städte mit voller Ausrüstung, unterhalb einer US Basis in den 1940ern während der franz. Besatzung gegraben und in den 1960ern wegen den Amerikanern erweitert) sowie Tay Nihh mit dem Hauptquartier der Cao Dai Sekte im Dorf Long Hoa (schriller, bunter Religionsmix, teils Kathedrale/Tempel/Moschee). Beides ist im Rahmen von vielerorts angebotenen Touren als Tagestour erreichbar, jedoch sind die Bewertungen vieler Anbieter wegen Unzuverlässigkeit sehr schlecht und eine Buchung im Hotel bringt nichts, da diese ebenfalls nur weitervermitteln.



Bücher, Filme etc. zu Ho Chi Minh City / Saigon (Vietnam)


Ho Chi Minh City / Saigon Reise Know-How CityTrip Saigon / Ho-Chi-Minh-Stadt: Reiseführer mit Stadtplan und kostenloser Web-AppReise Know-How CityTrip Saigon / Ho-Chi-Minh-Stadt:...
Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH
Erscheinungsdatum: 2017-07-24
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Erscheinungsdatum: 2013-12-02
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Ho Chi Minh City / Saigon Ho Chi Minh City für FortgeschritteneHo Chi Minh City für Fortgeschrittene
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Erscheinungsdatum: 2014-11-21
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Weitere: Ho Chi Minh City für Fortgeschrittene, Reise Know-How CityTrip Saigon / Ho-Chi-Minh-Stadt:..., Ho Chi Minh City: City Tour, Vietnam - Laos - Cambodia: 1:1,5 Mio (Nelles Map)

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