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Freitag, 22.10.2010 - Asien > Vietnam > Haiphong

Lust auf Meer: Von Sa Pa bis nach Haiphong

In den letzten Tagen bin ich von Sa Pa in den Bergen im Nordwesten Vietnams über Hanoi nach Haiphong gewechselt, einer wichtigen Hafenstadt etwa 100km östlich von Hanoi und zugleich einer der Ausgangspunkte für Fahrten durch die weltberühmte Ha Long Bay. Doch der Reihe nach: In Sa Pa hatte ich ursprünglich einige Wanderungen durch die Dörfer der H`Mong, Dao und Co. eingeplant, die klassischen Menschen-mit-Strohhüten-auf-Reisfelder-Strecken sozusagen. Durch den anhaltenden Starkregen und einen kleinen Motorradtaxi-Zwischenfall (Stichwort: "Unterschenkel-Tattoo") war dies aber leider nicht möglich. Daher bin ich zurück nach Hanoi und nach einigen Tagen Aufenthalt weiter nach Haiphong gereist.



Und es hat nicht nur in Sa Pa tagelang geschüttet, sehr viel stärker noch waren die Auswirkungen in Zentral-Vietnam, mit schweren Überschwemmungen, mehreren Hundertausend gefluteten Häusern und einigen Toten. Dies hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr, welcher z.T. unterbrochen wurde und stattdessen werden/wurden Busse oder Flüge in den Süden empfohlen. Korrekte offizielle Inforationen zu erhalten, ist dabei jedoch schwierig, da die letzten "Hot News" von Vietnam Railways aus 2008 stammen, die Webseite des Bahnhofs in Hanoi ist auch nicht viel aussagekräftiger, in den Hotels weiß man von nichts, nur das private Bahnunternehmen LIVITRANS hielt entsprechende Informationen bereit. Demnach ist der normale Bahnverkehr ab heute (22.10.) wieder sichergestellt.

Für mich ging es von Sa Pa zunächst via Lao Cai wieder per Nachtzug zurück nach Hanoi. Passenderweise mit 3 Vietnamesen aus Berlin auf Heimaturlaub. Dabei sollte man eine möglichst späte Abfahrt in Lao Cai wählen (oder besser direkt ein Return-Ticket von Hanoi aus buchen, da mein Hotel in Sa Pa z.B. den Premium-Preis für den sehr einfachen Standard-Zug berechnet hat, "better train, my friend, trust me..."), denn sonst kommt man morgens gegen 04:00 Uhr in Hanoi an. Dann ohne Hotel-Reservierung dazustehen, ist etwas ungünstig, denn um diese Zeit ist auch in Hanoi praktisch niemand wach und unterwegs, in manchen Hotels trifft man nur auf den Nachtwächter.

In Hanoi folgten während des Aufenthaltes u.a. diese Stationen:

  • Vietnamese Museum of Ethnology: Ein Museum ca. 20min von der Innenstadt per Taxi entfernt in der Nguyen Van Huyen am westlichen Stadtrand. Hier werden auf einer Outdoor-Fläche verschiedene traditionelle vietnamesische Gebäude gezeigt, d.h. Hütten der H`mong, Langhäuser etc. Im Hauptgebäude gibt es zudem diverse Ausstellungsstücke zu Geschichte, Kultur und Religionen von Vietnam zu sehen. Die Ausstellung ist etwas angestaubt, wenn man in der Gegend ist, kann man aber durchaus mal vorbeischauen. Eintritt ist 25.000 Dong, 8:30-17:30, Mo geschlossen, Webseite: http://www.vme.org.vn/.
  • Aircraft Museum / Air Force Museum: Hier wurden am Rand einer militärischen Anlage die unterschiedlichsten Armeefahrzeuge, alte Jets, Panzer, ein MI6-Helikopter uvm. zusammengekarrt. Insgesamt nichts spektakuläres, da die Fahrzeuge dort eigentlich nur vor sich her verrotten. Bei Öffnungszeiten wie 08-11:00 + 13:00-16:00, der längeren Anfahrt und 4-fachem Eintrittspreis für Ausländer kann man das gerne überspringen. Fotos gibt es dennoch in der Vietnam-Galerie zu sehen.
  • Hanoi Museum: Dieses erst am 06.10.2010 anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Hanoi eröffnete Museum ist bis Januar 2011 noch in der Warmlaufphase und daher noch nicht vollständig mit Ausstellungsstücken bestückt. Bei der imposanten Architektur mit einer umgekehrten Pyramide auf 6 Etagen und einer Rotunde im Inneren, die stark an das Guggenheim-Museum in New York City erinnert, sowie dem Namen "Hanoi Museum" nimmt dieses Museum zukünftig wohl für sich in Anspruch, zu einer der wichtigsten Attraktionen für Besucher von Hanoi zu werden. Bis dahin wird man wohl noch ein wenig an Konzept und Inhalten arbeiten müssen. Derzeit finden sich allerlei Ausgrabungsstücke und vietnamesische Kunst aus verschiedenen Jahrhunderten, allerdings ist die Ausstellung sehr lückenhaft und es sind nur einige wenige englischsprachige Informationen vorhanden. Öffnungszeiten: 08:30-11:30 + 14:00-16:30 (ja ernsthaft, nach 3h ganze 2,5h Mittagspause!), derzeit kostenlos.

Wer eines der 3 Museen besuchen möchte oder generell ausserhalb der Innenstadt von Hanoi per Taxi umherfahren möchte, der darf übrigens nicht davon ausgehen, dass die Fahrer sich in der Stadt auskennen. Egal ob man englische oder vietnamesische Bezeichnungen nutzt, eindeutige Namen wie "Hanoi Museum" oder direkt die komplette Adresse aufgeschrieben hat, die Fahrer finden sich oftmals nicht zurecht. In den normalen Karten tauchen diese Destinationen auch nicht auf. Daher wieder als Geheimwaffe das iPhone gezückt, während der Fahrt schnell in ein paar WLANs eingewählt, GPS an und ich konnte somit den Fahrern klar sagen: rechts ab nach dem Big C, links in die Nguyen Van Huyen etc. Vorbuffern der Strecke in Google Maps im Hotel wäre auch schon ausreichend. So kommt man Dank Google und Apple wieder schnell ans Ziel.


Noch ein paar Beobachtungen aus den letzten Tagen:

  • Anstellen: Wenn man am Bahnhof Tickets kauft oder andernorts ansteht, dann darf man hier nicht einfach brav warten bis man an der Reihe ist, denn das Sozialverhalten entspricht dabei eher dem örtlichen Straßenverkehr = Darwin-Schema. Jeder versucht, als erster dranzukommen.
  • Supermärkte: Beim nun 2. Aufenthalt in Hanoi bin ich doch auf ein paar wenige Supermärkte gestoßen, die viele Wege zwischen den normalen kleinen Läden mit spartanischem Sortiment abkürzen können: Big C (Shopping-Mall, wie aus Thailand bekannt, 10x in Vietnam vertreten und in Hanoi am Hanoi Museum), Fivimart (östlich des Ho Hoan Kiem auf der Ly Thai To)
  • Arbeitseifer: Bei der Recherche im Vorfeld hieß es, es herrsche ein "fast schon preußischer Arbeitseifer" in Vietnam. Zumindest im Dienstleistungsbereich scheint das nur bedingt der Fall zu sein. In den Hotels z.B. sitzt tagsüber Staff gelangweilt vor Fernsehern rum und vor kostenpflichtigen Toiletten wird eifrig geschwätzt, während es drinnen eher nach einer Seuchenstation ausschaut bzw. nach einer Pilzfarm. Da scheint mitunter jemand mit internationaler Erfahrung zu fehlen, der die Richtung vorgibt.
  • Informationen: Man sollte möglichst vorab alles an Informationen zusammentragen, was man während der Reise durch das Land benötigt. Englischsprachige, akkurate und aktuelle Informationen sind vor Ort außer per WiFi kaum zu bekommen. In den Hotels, bei der "offiziellen" Touristen-Information und andernorts will man eigentlich nur Touren verkaufen, hinsichtlich Öffnungszeiten, aktuellen Veranstaltungen etc. kann man selten weiterhelfen und besonders viele offizielle Webseiten zu Vietnam mit derartigen Informationen gibt es ebenfalls nicht. Oder sehen wir es positiv: Es gibt Potential für neue Marktteilnehmer.
  • Mitbewerber: In einem Hotel, wo ich nicht vorgebucht hatte, konnte der Mitarbeiter am Empfang kein Englisch, daher hat eine andere Dame mir vorab das Zimmer gezeigt. Doch scheinbar arbeitete diese nebenbei für den Mitbewerber, redete unmittelbar dieses Hotel schlecht und empfahl mir stattdessen ein anderes, günstigeres Hotel in der Nähe. WTF???
  • Lautsprecher: So richtig weiß ich noch nicht, was es damit auf sich hat, aber hier werden zu den unterschiedlichsten Tageszeiten vor allem von älteren Frauen mobile Lautsprecher auf den Straßen aufgebaut, von denen dann bis zu mehrere Stunden lang Text vom Band kommt. Besonders erfreulich, wenn dies morgens/nachts um 05:00 Uhr unter dem Hotelfenster anfängt. Ist dies Information oder Indoktrination? Und wären heutzutage nicht SMS zielführender (selbst die H`Mong in Sa Pa hatten Handys)?

Man kann in Vietnam also durchaus eine ganze Reihe ungewöhnlicher Beobachtungen machen, die in Guidebooks vollends unerwähnt bleiben. ;-) Mein Hotel in Hanoi für diesen erneuten Aufenthalt war das "Indochina 2", welches sehr zentral auf der Pho Lo Su im Nordosten des Ho Hoan Kiem gelegen ist. Viel Straßenverkehr drumherum, daher sollte man ein Zimmer nicht unter der 5. Etage bekommen. Dann hat man jedoch gute Aussicht, ein geräumiges und sehr akzeptabel ausgestattetes Zimmer und noch ordentliches WiFi. Gebucht werden kann am besten bei Agoda. Nicht empfehlen kann ich das Hotel "Sisters Hotel" vom ersten Aufenthalt vor wenigen Tagen (Einquartierung wegen Überbuchung des eigentlich gebuchten und bezahlten Hotels "Thai Son I", dunkle und sehr kleine Zimmer), bevor ich dann in das "Thai Son II" wechseln konnte. Letzteres liegt unmittelbar im Old Quarter und somit in der Nähe zu einigen Cafés und Restaurants und kann eigentlich auch weiterempfohlen werden.

In Hanoi habe ich nun alles gesehen, was die kleine, aber sehr lebhafte und laute Hauptstadt des Landes zu bieten hat. Am Donnerstag ging es daher per Zug weiter in die Hafenstadt Haiphong - dies geht mehrmals täglich von der Station "Long Bien" nördlich des Old Quarter in knapp über 2,5h und für 34.000 Dong. Prinzipiell fahre ich ja gerne mit Zügen, gerade wenn diese langsam sind (hier ~50km/h) und somit einen guten Blick auf Land und Leute bieten. Problem hierbei allerdings: Die Fenster sind vergittert! Dies soll wohl vor Steinewerfern und Dieben schützen, die beim Abfahren aus der Station noch schnell eine Tasche rausziehen. Tipp: Backpack anketten! Hoffentlich ist dies nicht überall der Fall, von Wagen mit Panorama-Fenstern oder gar einer offenen Plattform á la TranzAlpine in Neuseeland habe ich hierzulande nämlich noch nichts gehört?

Haiphong ist eigentlich ein sehr gemütliches Städtchen. Zum Ende des 19. Jhs. wurde Haiphong noch unter den Franzosen ausgebaut, so dass sich auch heute noch Spuren aus der Kolonialzeit finden lassen. Haiphong ist vor allem ein wichtiger Industriestandort und zugleich mit dem Hafen das Transportzentrum in der Region. In der drittgrößten Stadt Vietnams sollen heutzutage angeblich etwa 700.000 Einwohner leben, doch dies wirkt längst nicht so. Es geht ziemlich entspannt zu, auf den Straßen hält man sich an die Verkehrsregeln, viele Leute sind noch auf Fahrrädern unterwegs, auf den örtlichen Märkten werden von Krabben, Insekten und Fischen, über dicken Kröten bis hin zu eng eingepferchtem Federvieh ("SARS2Go"?) die unterschiedlichsten potenziellen Mahlzeiten angeboten, es gibt Palmen-gesäumte Parks, einen kleinen Vergnügungspark, hin und wieder recht imposante vietnamesische bzw. französisch-angehauchte Architektur und vor allem viele Cafés und Restaurants, in denen Seafood aus der Ha Long Bay angeboten wird. Wenn man entlang der P Dien Bien Phu in einem der Hotels absteigt, dann hat man alle wichtigen Läden in Laufweite. Haiphong kann somit gut mit Surat Thani in Thailand verglichen werden, auf dem Weg nach Koh Samui. Eine Hafenpromenade fehlt leider, denn der Hafen wird vorwiegend industriell genutzt und ist für Besucher gesperrt.

Die meisten Touristen nutzen Haiphong nur als Durchgangsstation und wechseln direkt von Bus/Bahn zur Fähre nach Cat Ba. In den zwei Tagen habe ich daher auch nur 3 Ausländer gesehen. Dies mag auch daran liegen, dass Haiphong ausser der Du Hang Pagode, dem Haiphong Museum und dem Opera House nicht viel zu bieten hat. Doch gerade das Leben in einer normalen vietnamesischen Stadt ist durchaus spannend und es lohnt sich umso mehr, durch die kleinen Gassen zu wandern und all die Handwerker, Karaoke-Bars (gerade im Umfeld der Seen im Südosten von Haiphong), Märkte, Tempel, die Villen und Kolonnaden im Quartier Francais uvm. zu entdecken.

Mein Hotel in Haiphong war das Monaco Hotel. Sehr zentral gelegen, finden sich im Umfeld alle für Reisende notwendigen Einrichtungen, für 35 USD pro Nacht erhält man ein geräumiges Zimmer mit allen üblichen Mittelklasse-Gimmicks, Flachbild-Fernseher und für Vietnam sehr schnellem WiFi (~10mbit/s). Die Fähre nach Cat Ba Island vom Ben-Binh-Terminal direkt in Haiphong fährt derzeit nur 1x pro Tag, kurz vor 9:00 Uhr (50min). Wieviel ein Ticket regulär kostet, ist schwer zu erfahren, da kein Anbieter im Hafengebiet Preise ausweist und stattdessen nach Gutdünken versucht, mehr zu kassieren, z.T. auch mit eigenen Ticket-Blöcken mit aufgedruckten höheren Preisen á la 200.000 Dong. Gezahlt habe ich letztendlich 150.000 Dong, 100.000 Dong wären wahrscheinlich realistischer.



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