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Mittwoch, 12.01.2011 - Asien > Vietnam > Duong Dong (Phu Quoc)

Zieleinlauf auf Phu Quoc und Abschied von Vietnam

Das letzte Ziel auf meiner kleinen Reise durch Vietnam war nun in den vergangenen Tagen die Insel Phu Quoc, die ganz im Südwesten von Vietnam gelegen ist. Phu Quoc (heißt übersetzt soviel wie "99 Berge") ist mit einer Ausdehnung von ca. 50x10km (in NS-Richtung) die größte Insel des Landes. Bislang ist Phu Quoc nur sehr spärlich entwickelt, was auch an dem Nationalpark liegen mag, dessen Fläche etwa 70% der Landfläche in Anspruch nimmt. Denn Phu Quoc verfügt - eine Besonderheit in Südvietnam - noch über einen sehr ordentlichen Baumbestand. Man findet hier neben der "Hauptstadt" Duong Dong nur eine Handvoll kleinerer Siedlungen, kilometerlange, menschleere Sandstrände mit Kokospalmen, Fischerhäfen, bewaldete Berghänge im Norden, Pfefferplantagen in den flachen Bereichen und hauptsächlich unbefestigte Kies- und Sandstraßen dazwischen. Zukünftig wird Phu Quoc wohl aber zu einer Cash Cow Vietnams umgebaut werden, zum "Phuket Vietnams".



Phu Quoc eignet sich recht gut, wenn man am Ende einer längeren Reise (oder als Zwischenstopp auf einer wirklich langen Reise durch Südostasien) ein wenig Entspannen möchte. Den für Vietnam üblichen Verkehrslärm gibt es hier nicht. Auf den Straßen sind fast nur Motorroller unterwegs, einige wenige Taxis und Fahrzeuge der größeren Hotels. Aber auch letztere und Restaurants sind sehr begrenzt und v.a. auf der Westseite rund um Duong Dong und am nördlichen Ende des Long Beach zu finden. Supermärkte, Malls und Nachtleben fehlen praktisch komplett. Hier kann man an den feinen Sandstränden relaxen, ohne dass ständig fliegende Händler dazwischenfunken, man kann problemlos einen Motorroller anmieten um selbst die Insel zu umkreisen oder aber man nutzt die (Motorrad-)Taxis. Es bieten sich z.B. zwei Tagestouren im Süden und Norden an, zu Fischerdörfern wie Ham Ninh mit Fischrestaurants und entsprechend frischer (= noch lebender) Ware, einem Perlenmarkt, Kajakfahrten, dem Long Beach (v.a. im südlichen Teil praktisch leer und mit Kokospalmen gesäumt), dem Strand Bai Sao (tolle Bucht mit türkisblauem Meer und weißem Sand, kleiner Beach Club), Schnorcheln auf Bootstrips (z.B. von An Thoi aus ganz im Süden der Insel) oder auch ein Abstecher auf eine der Pfefferplantagen (für schwarzen Pfeffer) und zu einer Fischsaucen-Fabrik (!), denn Phu Quoc ist für beide Produkte landesweit bekannt ("das ist da, wo der Pfeffer wächst"). (Und so bieten sich als leckere Mahlzeit z.B. frische Krabben mit gemahlenem, lokal angebauten Pfeffer und Butter an.)

Dabei sind noch nicht alle Gebiete frei bzw. einfach zugänglich. Phu Quoc wird immer noch von Kambodscha beansprucht, weshalb im Norden der Insel früher und z.T. noch heute Militär präsent ist und einige Gebiete nicht öffentlich freigegeben sind. Auch kommt man in dem bergigen Norden mit bis zu 600m hohen Bergen und nur einigen wenigen, bedingt ausgebauten Wegen längst nicht überall hin. Der Großteil des Insellebens konzentriert sich daher auf Duong Dong. Hier liegen die meisten Fischerboote in einem langgezogenen Hafen vor Anker. Auf einem lokalen Markt unmittelbar daneben werden tagsüber diese Ware und allerlei andere frische Produkte feilgeboten und in der Nacht gibt es einen beliebten Nachtmarkt mit zahlreichen Food Stalls ein paar Meter vom Meer entfernt. Duong Dong verfügt über einen kleinen Flughafen, der mehrmals täglich Flüge nach HCMC und Hanoi bietet (oft mit Propellermaschinen, ATR72 Turboprop), man muss also nicht noch einmal per Fähre via Bai Vong zurück aufs Festland und erneut durch das Mekong-Delta.


In der Zukunft dürfte sich auf Phu Quoc dann einiges ändern. Die bislang bestenfalls 1-1,5 Autos breite Straße durch das Innere wird derzeit quasi zu einer "Inselautobahn" umgebaut und man hat dafür schon breite Schneisen aufgerissen. In An Thoi wird intensiv am Hafen gebastelt, am Long Beach entstehen neue Hotels und der Strand "Bai Dam" wurde komplett plattgewalzt, aufgeschüttet und wird wahrscheinlich ebenfalls zu einem weiteren neuen Projekt. Im Gespräch sind für Phu Quoc darüberhinaus u.a. ein Internationaler Flughafen(!), ein Casino und natürlich die obligatorische Platzverschwendung: ein Golfplatz!

Mein Hotel auf Phu Quoc war das "Huong Bien" (buchbar bei Agoda), in Duong Dong unmittelbar am Meer und neben dem Nachtmarkt. Man kann vom Zimmer quasi ins Meer hüpfen, der Strand vorm Hotel ist zwar klein, aber sehr feinsandig, tagsüber de facto ein Privatstrand mit max. 10 Leuten (die Locals kommen erst kurz vor Sonnenuntergang an den Strand) und der hier sehr niedrige Wellengang im Unterschied zu anderen Orten in Vietnam lädt tatsächlich zum Schwimmen ein. Das Huong Bien ist zudem sehr zentral gelegen, nicht weit von Fähre, Flughäfen und gerade Duong Dong entfernt. Einen "Deluxe Room" mit Meerblick, Balkon, WiFi etcpp. gibt es für 40 EUR. Vom Restaurant auf dem Dach kann man optimal dem Sonnenuntergang direkt in westlicher Richtung auf dem Meer zuschauen, Bestellungen sind aber schwierig, da fast nur Vietnamesisch gesprochen wird.

Zeit für ein abschließendes Fazit der Vietam-Reise, die mich seit Anfang Oktober 2010 (mit einigen Wochen wetterbedingter Unterbrechnung in Thailand) von Sapa ganz im Norden an der Grenze zu China, über Hanoi und die weltberühmte Ha Long Bay durch Zentralvietnam u.a. nach Hué und Hoi An gebracht hat, sowie später nach Nha Trang, zum kleinen Mui Ne, der Wirtschaftsmetropoloe Ho Chi Minh City (HCMC / Saigon), in das sehenswerte Da Lat in den Bergen, in das Mekong-Delta und jetzt nach Phu Quoc. Auch mit einiger Asienerfahrung war der Beginn im Norden des Landes zuerst eine ziemliche Umstellung: Extrem viel Verkehr quer aus allen Richtungen (was auch der 1000 Jahres-Feier von Hanoi geschuldet war), ständiger Lärm (24/7!), nach einem langen Flug das vorgebuchte und bezahlte Hotelzimmer nicht verfügbar und dann Umquartierung in ein fensterloses, sehr "simples" Zimmer eines anderen Hotels, organisatorische Probleme (v.a. mit den Zügen, da Informationen online und z.T. in den Stationen schlichtweg veraltet sind), nicht immer freundliche Leute und z.T. schockierend schlechte hygienische Verhältnisse (bzw. auch fehlendes Umweltbewusstsein und andere Vorstellungen von sozialem Verhalten).

Diese subjektiven Eindrücke hingen aber z.T. auch mit dem Wetter zusammen, hat es doch von Mitte Oktober bis Mitte November im nördlichen Teil des Landes (bis auf meine Besuche von Hanoi und Ha Long Bay) fast komplett durchgeregnet, so dass einiges auf dem Programm sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist oder eine 7h-Zugfahrt auf Soft Seats zu einer 16h-Zugfahrt im Dunkeln auf Hard Seats wurde, mit 3 Leuten nebeneinander, weiteren Leuten auf dem Boden, ohne Klimaanlage etc. Das kann schon mal die Stimmung verderben. ;-) Je weiter ich nach Süden kam, desto besser gefiel mir aber das Land und als ich nach der Unterbrechung Mitte Dezember wieder zurück kam, hatte sich das Wetter komplett gewandelt. Seitdem hat es 2x für jeweils ca. 1h geregnet, sonst gab es nur besten Sonnenschein und beste Erlebnisse bei durchgehend über 30°C. Und hier im Süden von Vietnam kommt man auch mit den Leuten viel eher zurecht, sie sind kontaktfreudiger, wesentlich aufgeschlossener als die Leute im Norden des Landes, was wohl historisch bedingt ist. Müsste ich mich bei einem zukünftigen Trip für eine Destination in Südostasien entscheiden, dann würde ich aber dennoch weiterhin Thailand wählen, da Vietnam noch ca. 10-15 Jahre braucht, bis Infrastruktur und Service auf demselben Niveau sind. Die ersten Schritte sind für das prinzipiell noch sozialistische Land aber schon sehr beachtlich.

Noch ein paar Stichworte zum Abschluss:

  • ATM: Geldautomaten finden sich in Vietnam wirklich überall und mit einer Visa-Karte ausgerüstet hat man kein Problem, jederzeit an frische Dongs zu kommen. Max. 2mio. Dongs pro Karte+Tag, nur bei ANZ Bank 4mio. für 2-fache Gebühr.
  • Internet: Geschwindigkeit und allgemein die Verfügbarkeit von Internetzugängen in Vietnam hat mich ziemlich überrascht. Es findet sich eigentlich kein Hotel mehr, wo man nicht WiFi im Zimmer hat und dies ist meist schnell/sehr schnell, oftmals flitzen die GB nur so die Leitung hoch und runter. WiFi ist natürlich kostenlos und in HCMC/Hanoi kann man durch die Straßen laufen und hat bei Bedarf die freie Auswahl. Facebook ist geblockt, sonst eigentlich nichts weiter.
  • Hotelzimmer: Ich habe meine Hotelzimmer fast immer vorab bei Agoda gebucht, was sinnvoll ist, da die Hotels ab dem mittleren Level selten die Preise im Hotel ausweisen und wenn ja, waren diese trotz der Service-Gebühr von Agoda online fast immer günstiger. Die Qualität ab ca. 30 USD ist durchweg sehr nett, wenngleich der Service doch zuweilen noch Verbesserungspotenzial hat. Bis auf Silvester in HCMC und jetzt Phu Quoc Anfang Januar war eine Hotelbuchung kein Problem, es standen immer reichlich Hotels zur Auswahl bereit und in Orten wie Quy Nhon oder Ninh Binh logiert man z.T. in recht leeren Hotels.
  • Englische Zeitungen/Literatur: Gibt es außerhalb von HCMC/Hanoi nicht. Ganz im Unterschied zu Thailand kann man praktisch nirgendwo fremdsprachige Zeitungen oder Bücher kaufen (max. alte Reiseführer/Bookexchange in günstigen Hotels). Mit Kindle, iPad etc. ist man da für lange Fahrten von Ort zu Ort auf der sicheren Seite. Gerade wenn kein englischsprachiger Gesprächspartner zur Hand ist.
  • Sicherheit: Absolut kein Problem, ich habe mich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit wesentlich sicherer gefühlt, als dass z.B. in Berlin Nord-Neukölln der Fall wäre.

Morgen früh hoppse ich dann in den nächsten Flieger und bin via Ho Chi Minh City auf dem Weg zu meiner nächsten Destination. Denn wie heißt es so schön: "the show must go on..."



Bücher, Filme etc. zu Duong Dong (Phu Quoc) (Vietnam)


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