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Dienstag, 04.01.2011 - Asien > Vietnam > Da Lat

Abstecher in der Berge: Da Lat, die Stadt des ewigen Frühlings

Obwohl ich seit Hanoi fast nur in Richtung Süden unterwegs war, habe ich in den letzten Tagen die Richtung mal umgekehrt und einen Abstecher in die Berge gemacht. Um genau zu sein ging es ein paar Hundert KM nördlich nach Da Lat, einer Stadt auf ganzen 1600m üNN. Da Lat ist in Vietnam als die "Stadt des ewigen Frühlings" bekannt, denn durch die hier herrschenden kühleren Temperaturen (ca. 10°C kühler als an der Küste), können in Da Lat und Umgebung ganz andere Pflanzen gedeihen, als im Rest des Landes. Berühmt ist Da Lat daher u.a. für seine prachtvollen Blumen, für die leckere Da Lat Milch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse mit typisch mitteleuropäischen Früchten wie Erdbeeren, Birnen und Äpfeln, die mitunter in Gewächshäusern ganzjährig angebaut werden können. Diese Produkte werden frisch in das ganze Land geliefert und die Blumen sind z.B. früh am Morgen im Old Quarter und am Ho Hoan Kiem in Hanoi zu finden.



Das Städtchen Da Lat war ursprünglich eine französische Sommerfrische, da die einstigen Kolonialherren hier Cottages in den Bergen und rund um die Seen haben errichten lassen, wie man sie auch in den französischen Alpen finden kann. Diese Cottages sind heute meist noch gut erhalten und wurden z.T. in kleine Hotels umfunktioniert. Da Lat ist in der Umgebung reich gesegnet mit Seen, Wasserfällen und Wäldern, mal erinnert die Szenerie an deutsche Mittelgebirgslandschaften mit von Nadelhölzern bewaldeten Bergkuppen, mal ob der zahlreichen Gewächshäuser in den Tälern und Ebenen an das spanische Almeria (ok, nicht in dem Ausmass...). Die Gegend bietet Eindrücke, wie man sie sonst in Vietnam selten vorfindet: klare, frische Luft, tiefblauer Himmel, grüne Hügel, zahlreiche bunte Farbtupfer durch die kleinen, eng aneinander geschmiegten Häuschen und viele, wild wachsende Blumen, kaum Verkehr und sehr freundliche Bewohner. Für letztere und gerade die vielen vietnamesischen Besucher sind die Temperaturen von Nachts bis runter auf 12°C (tagsüber ca. 22-25°C) scheinbar empfindlich kühl, sind sie doch tief eingemummelt in dicken Wintermänteln unterwegs und außerhalb der Stadt hocken des Nachts die Fahrer der Motorradtaxis in Grüppchen um wärmende Feuer und warten auf Kundschaft. Auf ausländische Besucher stößt man nur hin und wieder, in einzelnen Straßen von Da Lat mit dem entsprechenden Hotels und Restaurants. Da Lat wird dagegen gerade von Vietnamesen besucht, gerade für Hochzeiten bzw. die Flitterwochen.

Da Lat ist also an sich schon eine Reise wert, gerade wenn man vorrübergehend der Hitze entfliehen möchte. Doch Da Lat bietet dem Besucher noch einiges mehr: Im Stadtzentrum gibt es einen großen Markt mit zahlreichen Händlern und lokalen Restaurants, gerade am Abend herrscht dort großer Andrang von Jung und Alt. Der Xuan Huong Lake (momentan teils See, teils Weidefläche für Pferde und Ziegen) schließt östlich an das Stadtzentrum an und lädt zu einem Spaziergang rundherum ein. Und in den anliegenden Da Lat Flower Gardens werden die lokalen Blumen und Gewächse kunstvoll arrangiert präsentiert (10.000 Dong).


Das Hang Nga Crazy House ist eine besondere Attraktion. Hier hat ein besonders kreativer Geist ein Gebäude errichtet, dem gerade Wände und rechteckige Fenster völlig fremd sind. Das Crazy House erinnert mehr an einen großen Baum mit weit ausladendem Geäst, organisch gehen hier diverse Räume, Aufgänge, Nischen und einzelne Häuser ineinander über und verbinden sich mit Wasserläufen, Bäumen und zahlreichen weiteren Pflanzen, Schmuckwerk und Verzierungen etc. Wer die Bauten von Antoni Gaudi in Barcelona kennt (z.B. La Pedrera), der wird sofort Parallelen feststellen können. Sehenswert und auch das Crazy House ist längst noch nicht fertig, die Fertigstellung ist derzeit für 2015 eingeplant (20.000 Dong).

Im Süden Da Lats liegt Bao Dai´s Sommerpalast des letzten Kaisers von Vietnam. Der Name täuscht jedoch etwas, anstelle eines richtigen Palasts findet sich ein Zweckbau im 1970er-Look (obwohl schon 1933 errichtet), mit scheinbar original erhaltener, ziemlich abgenutzter Einrichtung. Dafür hat man einen guten Ausblick über Da Lat und kann dort oben z.B. durch einfache Wohngebiete der Vietnamesen zur Du Sinh Kirche rüberlaufen, einer kuriosen Mischung aus christlicher Kirche und buddhistischer Pagode. Von dort sind dann die Terrassen und Felder in einem anderen Tal sichtbar.

Im Osten von Da Lat liegt der Bahnhof Crémaillère, letzter Überrest einer längeren Bahnstrecke in diesem Teil des Landes. Heute kann man im Bahnhof das Gebäude und einige alte Züge besichtigen und mehrfach täglich in das 8km entfernte Trai Mat fahren.

Wenn man in Da Lat Halt macht, darf man aber auf keinen Fall einen Abstecher zum Kloster Truc Lam und eine Fahrt mit der Seilbahn verpassen. Letztere führt vom Süden von Da Lat aus über 2,3km zwischen zwei Bergen hinweg durch die Landschaft und man hat einen fantastischen Ausblick sowohl auf die Umgebung von Da Lat z.B. mit Bauern auf den Feldern wie auch auf bewaldete Berge weiter außerhalb. Außer Vogelgezwitscher und Windrauschen ist hier kein Geräusch zu vernehmen, sehr entspannend und ungewöhnlich für Vietnam. Pro Strecke ca. 15min Fahrt, ein Return-Ticket auf der von einem Unternehmen aus Österreich gebauten und gewarteten Strecke (= modern und sicher) kostet lohenswerte 70.000 Dong.

Am Ende angekommen, ist man dann schon praktisch auf dem weitläufigen Gelände des Klosters Truc Lam auf einer Bergkuppe. Idyllisch sind dort einige Pagoden gelegen, in gepflegten Gärten und mit Blick auf den zu Fuße des Berges liegenden Stausee Tuyen Tam Lake. Auf letzterem kann man Ausflüge per Boot unternehmen. Das Kloster zeigte sich bei meinem Besuch von seiner besten Seite: Betende Mönche, der Geruch von Nadelgehölzern, wehende Bambushaine und Glockenspiel, Weihrauch in den Pagoden, Vogelgezwitscher, keinerlei Verkehrslärm. Sehr entspannend und die 3L jedes Immobilienhais werden hier optimal erfüllt: Location, Location, Location.

Da Lat erreicht man entweder per Bus von Nha Trang oder HCMC oder aber von HCMC über einen kurzen Flug mit Vietnam Airlines (<40min). Der sehr moderne Flughafen (nur 2 Gates, aber anscheinend brandneu und sogar mit freiem WiFi ausgestattet) liegt ganze 30km südlich von Da Lat und ist per Taxi zum Fixpreis von 180.000 Dong über z.T. sehr gut ausgebaute Straßen zu erreichen (normaler Preis mit Taximeter wäre ~350.000 Dong). Nur die letzten 10km geht es dann über kurvige Straße durch die Berge. Alternativ zum Taxi fährt ab und zu auch ein Shuttle-Bus von Vietnam Airlines.

Mein Hotel in Da Lat war das Mai Vang Hotel (buchbei bei Agoda). Das Hotel liegt ein wenig außerhalb des Zentrums, Zimmer sind modern und komfortabel ausgestattet, allerdings existiert der angepriesene Room Service nicht und das Restaurant hat nur sehr eingeschränkt geöffnet, (vietnamesisches) Frühstück endet bereits um 08:00 Uhr. ;-)

Noch ein Tipp für Zwischendurch: Vietnam blockt Facebook fast durchgehend, d.h. die Webseite ist über den normalen Weg und auch die mobile Webseite, iPhone Apps etc. nicht erreichbar. Kurz gegoogelt, gibt es jedoch eine Lösung: http://www.lisp4.facebook.com/ aufrufen und gut ist.



Bücher, Filme etc. zu Da Lat (Vietnam)


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