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Montag, 25.10.2010 - Asien > Vietnam > Cat Ba, Ha Long Bay

Ha Long Bay: Ein UNESCO-Weltnaturerbe in Vietnam

An diesem Wochenende stand nun eines der Highlights Vietnams auf dem Programm: die - wohl gerade durch die Listung als UNESCO-Weltnaturerbe - weltweit bekannte "Ha Long Bay". In dieser Bucht im Golf von Tongking findet sich eine bizarre Landschaft mit über 3000 Baum- und Strauch-bewachsenen Kalksteinfelsen (davon fast 1000 mit Namen), die scheinbar ohne Grund steil aus dem Meer emporschießen und z.T. 300m hoch oder gar höher sein können. Diese sehenswerte Kombination aus grandiosen Karstformationen und blauem Meer kennt man z.T. auch aus Krabi/Koh Phi Phi in Thailand, allerdings ist das abgedeckte Gebiet mit etwa der doppelten Fläche von Berlin in der Ha Long Bay weitaus größer.



"Ha Long" bedeutet soviel wie "Bay of Descending Dragons" (Bucht der niederkehrenden Drachen), denn einer Sage nach half ein Drache den Vietnamesen im Kampf gegen die aus Norden eindringenden Chinesen und ließ sich anschließend in der Bucht nieder, wobei Rücken und Schwanz des Drachen die vielen kleinen Inseln in den unterschiedlichsten Formen schufen. 1994 wurde die Bucht Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und kam kürzlich bei den "New7Wonders" weltweit auf Platz 2 in der Kategorie "Natural Wonders".


In der Ha Long Bay kann man heute auf Bootstouren für 1-3 Tage durch die Gegend schippern, die bunt beleuchteten Höhlen hoch oben in einigen der Inseln anschauen, auf anderen Inseln wie Dao Titop auf teils recht abenteurlichen, zerklüfteten Wegen ganz nach oben klettern, um einen Überblick über die Umgebung zu gewinnen, auf Monkey Island gibt es eine lebhafte Affenbande direkt am Strand, man kann den Fischern auf den Fischfarmen am Rand der Inseln bei der Arbeit zuschauen, Schnorcheln gehen oder an einem der kleinen Strände Halt machen (da wo die Felsen nicht senkrecht ins Meer abfallen), langsam per Kajak die Inseln umrunden oder den Sonnenuntergang an Bord eines Bootes bei einem kühlen Bia Hoi genießen. Bei all den Karstformationen mit steilen Wänden, Überhängen und Klippen ist es gut nachvollziehbar, dass die Ha Long Bay Kletterer aus der ganzen Welt anzieht. Ebenfalls kann man bei speziellen Anbietern Homestays bei einigen Fischern oder Camping am Strand buchen.

Wer die Ha Long Bay besuchen möchte, hat mehrere Möglichkeiten:

  1. individuell nach Haiphong und weiter nach Cat Ba, Tour von dort aus
  2. individuell nach Ha Long City, Tour direkt von dort aus (vom westlichen Stadtteil Bai Chay)
  3. als komplette Tour mit Transport von Hanoi aus

Über Möglichkeit 3) hört man jedoch hin und wieder nichts Gutes, v.a. wenn es ein günstiger Trip ist, welcher in einem der Budget-Hotels im Old Quarter von Hanoi gebucht wurde. Dort wird sehr "engagiert" verkauft und mitunter wird man dann mit vielen Leuten in einen Minibus gequetscht und nach Ha Long City zum Hafen gekarrt. Als Tagestrip von Hanoi aus ist die Ha Long Bay aber nicht gerade geeignet, da die Boote doch mindestens 8h für eine gute Strecke durch die Bucht brauchen.

Ich war bereits in Haiphong und bin daher mit der Schnellfähre früh am Morgen in ~1h zur Insel Cat Ba übergesetzt. Cat Ba ist die mit Abstand größte Insel in der Bucht und liegt etwa 20km südlich von Ha Long City bzw. 50km östlich von Haiphong. Cat Ba steht größtenteils unter Naturschutz, hier sind etwa 8.000 Menschen ansässig, die zunehmend vom Tourismus in der ganz am Südende der Insel gelegenen Cat Ba Town leben. Bei der Fahrt von Haiphong nach Cat Ba sieht man allerdings noch nicht den typischen "Ha Long Bay-Look", denn die steilen Felsen liegen fast alle östlich und nördlich von Cat Ba.

Cat Ba Town ist Ausgangsbasis für viele Urlauber in der Ha Long Bay und bietet daher viele kleine Hotels. Hochsaison ist Juli und August, wenn es gerade viele Vietnamesen aus Hanoi ans Meer zieht. Den Rest des Jahres über dominieren chinesische Tourgruppen und einige europäische Touristen, meist noch eher Backpacker. In Cat Ba Town dominieren an der lang gestreckten und zum flanieren einladenden Hafenpromenade touristische Einrichtungen. Neben den Hotels gibt es zahlreiche (Seafood-)Restaurants, Anbieter von Touren auf Cat Ba (Hiking/Trekking/Radfahren) und im Umfeld der Insel, Karaoke-Bars (für die Chinesen) und kleinere Läden, Bäckerei, ATM etc. Derzeit ist allerdings schon scheinbar maximale Nebensaison, denn die Restaurants sind mitunter komplett leer (die Ausnahme und sehr beliebt bei Europäern ist das "Green Mango") und die Belegschaft schaut einigermaßen gelangweilt auf das Meer hinaus. Dementsprechend ist eine Vorreservierung von Hotels nicht erforderlich.

Auf einem authentischen lokalen Markt kann man sich in Cat Ba Town mit allen Annehmlichkeiten eindecken oder auch vietnamesische Spezialitäten wie z.B. Snakewine probieren bzw. die hier genutzte Variante mit Seepferdchen, Eiern, Schlangen und allerlei Gemüsesorten (soll die Abwehrkräfte verbessern, sofern es einen nicht gleich umhaut ;-)). Der Weg hoch auf "Mountain No. 1" mit einem Ho-Chi-Minh-Denkmal bietet v.a. beim Sonnenuntergang (hier schon ca. 17:30!) einen klasse Blick über die Bucht. Auf einem Rundweg an den Klippen entlang vom Ostende von Cat Ba Town aus kann man auf das Meer schauen und kommt unterwegs an den drei Cat Co-Stränden vorbei (zwei davon mit einem Resort bebaut, jedoch auch nur sehr wenige Besucher). Wer mag, kann sich in einem Golfcart (von manchen Hotels angeboten) durch die Gegend kutschieren lassen oder man nimmt eines der Angebote der vielen Motorradtaxis in Anspruch, z.B. auf den Weg in den Cat Ba Nationalpark weiter nördlich (Eintrittsticket von 30.000 Dong erforderlich, in Tourpreisen ist dies bereits enthalten).

Ich habe zwischendurch einen Tagestrip durch die Ha Long Bay beim Anbieter "My Ngoc" gebucht für 17 USD. Dieser wird vom Lonely Planet empfohlen und hat wie andere Anbieter auch große Schilder mit den Beschreibungen der einzelnen Touren. Einziges Problem: Die Beschreibung stimmt nicht. Da wir heute nur insgesamt 5 Leute waren, hatten wir nur ein sehr kleines Boot für die Fahrt durch die Ha Long Bay zur Verfügung, dies war kein Segelboot, der englischsprachige Guide fehlte und die dreiköpfige Besatzung sprach praktisch nur Vietnamesisch. So sieht die Ha Long Bay zwar weiterhin sehr hübsch aus, ein paar Background-Informationen wären aber hilfreich gewesen. Stattdessen fuhr man uns von Insel zu Insel, ließ uns mal auf Hang Sung Sot ("surprise cave") aussteigen und die Höhlen besichtigen, mal auf Monkey Island für die Makaken-Äffchen aussteigen, sowie Kajak-Fahren und Schwimmen an akzeptablen, aber nicht sonderlich spektakulären Plätzen, jedoch alles ohne weitere Informationen. Ein Austausch mit den Schrimp- und Fischfarmern auf ihren schwimmenden Fischerdörfern ist durch mangelnde Sprachkenntnisse auf beiden Seiten auch nur bedingt möglich. Dennoch lohnt sich ein Trip in die Ha Long Bay - gerade jetzt, wenn so wenige Besucher da sind, denn so begegnet man nicht alle 5 Minuten anderen Booten und kann z.T. stundenlang in einer Bucht verweilen, ohne außer Wind, Wellen und Vögeln etwas anderes zu hören.

Mein Hotel auf Cat Ba war das Princes Hotel, mit Standard-Zimmern für 30 USD bzw. Deluxe-Zimmern für 40 USD (es gibt aber auch zahlreiche Hotels für <10 USD in erster Reihe am Hafen). Weit oben im Hotel hat man eine gute Aussicht auf die Bucht, die Einrichtung ist in Ordnung, wenngleich eher vom Typ "englisches B&B" (etwas merkwürdige Stil-Kombi), WLAN schwankt, kann aber durchaus schnell sein, Frühstück nur bis 8:30 (ja, in Vietnam steht man halt sehr früh auf), kurze Stromausfälle sind hier bzw. generell auf Cat Ba häufiger möglich. Ein Restaurant gibt es auf dem Dach in der 9. Etage, die Belegschaft ist aber leider nicht ganz auf Zack. Morgen geht es dann weiter Richtung Norden, nach Ha Long City.



Bücher, Filme etc. zu Cat Ba, Ha Long Bay (Vietnam)


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