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Mittwoch, 24.10.2012 - Asien > Thailand > Phuket

Phuket Vegetarian Festival: Straßenumzüge, Selbstkasteiung und Wunderheiler I

Einmal im Jahr findet im 9. Mondmonat des chinesischen Kalenders - meist Ende September oder im Oktober - auf der thailändischen Insel Phuket das "Phuket Vegetarian Festival" statt, in diesem Jahr vom 14.10. bis 23.10. Dies ist eine farbenfrohe, laute und zugleich ungewöhnlich brutale und blutige Festlichkeit über einen Zeitraum von 9 Tagen. In diesem Zeitraum werden hauptsächlich an den chinesischen Schreinen in Phuket-Stadt im Süden der Insel, aber auch im Umfeld von verschiedenen über die Insel verteilten Schreinen eine Reihe von Veranstaltungen abgehalten, die u.a. religiöse Zeremonien, Akte der Selbstkasteiung von Auserwählten, den Lauf über glühende Kohlen und v.a. große Straßenumzüge umfassen. All dies kann man sich auch als normaler Besucher anschauen, sofern man sich an einige Regeln hält, sehr früh aufsteht (oftmals beginnen die Umzüge schon vor Sonnenaufgang ab 06:00 Uhr) und insbesondere nicht leicht zu erschrecken ist. Denn was man in den Schreinen und auf den Prozessionen zu sehen bekommt, ist faszinierend und abschreckend zugleich, auf jeden Fall nichts für schwache Nerven...



WARNUNG: Die gezeigten Bilder sind wirklich nichts für Zartbesaitete. Wer Bilder wie oben links nicht ertragen kann, klickt daher bitte gleich weiter.


Die Ursprünge des Festivals sind nicht eindeutig geklärt, eine Herleitung ist jedoch, dass im 19. Jh. als auf Phuket noch der Bergbau das vorherrschende Geschäft war, eine umherreisende Operngruppe aus China auf der Insel Halt machte, um dort die Minenarbeiter im Raum Kathu zu unterhalten. Die Chinesen erkrankten jedoch schnell an Malaria und der damals sehr gefährlichen Krankheit konnte erst Einhalt geboten werden, nachdem sie sich strikt an eine vegetarische Diät hielten und zu den "Nine Emperor Gods" beteten. Dies sollte die Reinheit von Geist und Körper wiederherstellen - und funktionierte auch promt. Man veranstaltete aufgrund dieses Wunders zu Ehren der Götter daher ein Fest, welches seitdem jährlich abgehalten wird und von Jahr zu Jahr größer und spektakulärer wird.

In diesen 9 Tagen wird auf den Konsum von Fleisch, Alkohol und auf Sex verzichtet. Es gibt weitere Regeln des Festivals, wie man sich zu kleiden hat und wer den Prozessionen auf den Straßen fernzubleiben hat (z.B. schwangere Frauen und Menschen in Trauer). Man soll sich im Wesentlichen den Göttern gegenüber von seiner besten Seite zeigen, Geist und Körper müssen rein sein und daher wird von fast allen Teilnehmern und Besuchern auch weiße Kleidung getragen. Befolgt man dies, so werden sich die Götter einem gegenüber in der Folgezeit gut gesinnt geben.

Während der religiösen Zeremonien in den Tempeln/Schreinen werden am ersten Tag Pfähle aufgestellt, um es den Göttern gegen Mitternacht zu ermöglichen, auf die Erde zu kommen und es werden diverse Prozeduren durchgeführt, um sie zu besänftigen. Jeder Haushalt gedenkt seinem jeweiligen Gott und bringt diesem Speisen und Getränke, damit dieser neue Kraft schöpfen kann. Einige Menschen, die besondere Schuld auf sich geladen haben oder sich anderweitig für auserwählt halten, unterwerfen sich während dieser Zeremonien einer Selbstkasteiung, die für Aussenstehende und zumal für nicht religiöse Menschen äusserst brutal und blutig erscheint. Dies fängt an mit den Feuerläufen über glühende Kohlen, umfasst dann das Tätowieren und Verzieren des Körpers mit Nadeln und Stacheldraht, bis hin zu den sogenannten "ma songs", die sich Lippe und Wangen komplett und OHNE BETÄUBUNG durchstechen lassen, um in diese Löcher daraufhin Objekte wie Schusswaffen, Schwerter oder auch Regenschirme oder Pflanzen einführen zu lassen. Die vermeintliche Logik dahinter ist, dass diese "Krieger" auch die Schuld anderer auf sich laden und sich ihren Göttern gegenüber als besonders ehrfürchtig erweisen.

Das Durchstechen geschieht wie gesagt ohne Betäubung (aber mit speziellem, klinisch gesäubertem Besteck aus Edelstahl), die "ma songs" begeben sich dafür in eine Trance und man sieht nur noch das Weiß ihrer Augen, sieht sie umherwippen und hört sie tiefe Töne von sich geben. Es scheint wirklich, als ob sie nicht mehr Teil ihres Körpers wären und somit keine Schmerzen mehr empfinden können. Der örtliche Glaube ist, dass die Götter in dieser Zeit ihren Körper einnehmen. Einigen gelingt es, während der folgenden viele Kilometer langen Straßenumzüge in dieser Form der Trance zu bleiben. Es ist v.a. erstaunlich, dass solche Wunden, die sie sich zufügen (lassen), auszuhalten sind durch reine Willenskraft. Diese Auserwählten sind dann meist nicht nur einmal dabei, sondern in jedem Jahr und die Wunden scheinen überwiegend wieder zu verheilen (bis auf längliche Narben).

Wichtigster Teil des Phuket Vegetarian Festivals sind die an jedem Tag stattfindenden Straßenumzüge. Diese beginnen meist an 1 oder 2 Tempeln und führen dann in der Regel einmal quer durch Phuket-Stadt. Die Tourism Authority of Thailand gibt hierzu eine Broschüre heraus, die man auf der offiziellen Webseite herunterladen kann und welche alle Zeiten für die einzelnen Umzüge enthält. Meist beginnen diese noch vor Sonnenaufgang und gehen dann bis 10-11 Uhr, um der Hitze des Tages zu entfliehen. Ich konnte den Umzügen von den Schreinen "Baan Tha Rue" (nördlich von Phuket-Stadt), "Bang Neow" und "Jui Tui" (beide in Phuket-Stadt) sowie "Kathu" (in Kathu zwischen Phuket-Stadt und Patong) beiwohnen.

weiter zum zweiten Teil des Beitrages aus Phuket-Stadt



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