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Dienstag, 30.10.2007 - Asien > Thailand > Kanchanaburi

Ab in den Dschungel I: Die Brücke über den Kwai



Die letzten Tage habe ich Kanchanaburi verbracht, ca. 160km westlich von Bangkok. Dorthin ging es per Zug von der Thonburi Railway Station aus durch die schmutzigen Vorstädte von Bangkok und dann weiter durch spärlicher besiedelte und immer mehr von Ackerbau geprägte Regionen des Landes. Pro Tag fahren 2 Züge nach Kanchanaburi, wobei die Fahrt im 3. Klasse-Zug 100bt kostet und ca. 3h dauert. Im kleinen Städtchen Kanachanaburi dreht sich im Wesentlichen alles um die weltweit bekannte "Brücke über den River Kwai" oder wie sie hier genannt wird: Death Railway Bridge.

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Diese ursprünglich hölzerne Brücke über den Mae-Klong-Fluss sowie die gesamte Bahnstrecke von Bangkok nach Kanchanaburi bis in das 60km weiter westlich gelegene Nam Tok und weit hinein nach Burma wurde während des II. Weltkrieges von den Japanern bzw. genauergesagt von Tausenden Inhaftierten eines Kriegsgefangenenlagers erbaut. Die Arbeiter mussten sich durch dichtesten Dschungel kämpfen und für die Bahnstrecke mit einfachsten Werkzeugen tiefe Schneisen durch ganze Berge schlagen.

Ziel des Projektes war es für die Japaner dabei, einen besseren Zugriff auf die Resourcen von Burma zu haben, ohne per Schiff durch die Andamanensee und die enge Straße von Malacca fahren zu müssen und somit stets angreifbar zu sein. Während der Arbeiten von 1942 bis 1943 kamen über 100.000 Menschen ums Leben, u.a. durch unmenschliche Arbeitsbedingungen, Krankheiten und Unfälle.

Ausführlich über die Geschichte der Death Railway Bridge und der Death Railway kann man sich heute in Kanchanaburi im "Thai-Burma Railway Centre"informieren (80bt), welches mehrere Galerien mit Texttafeln, Dioramen und zahlreichen originalen Fotos von den Arbeiten beherbergt. Wenn man die Geschichte der Death Railway Bridge noch nicht kennt, dann empfiehlt sich vorab ein kurzer Stop in diesem Museum. Ebenfalls informiert das "JEATH Museum" (30bt) über die Arbeiten, v.a. aus Sicht der Kriegsgefangenen der Alliierten. Allerdings ist dies eine sehr kleine Ausstellung, deren Besuch sich meiner Meinung nach nicht wirklich lohnt. Die Death Railway Bridge selbst liegt (z.T. nach dem Krieg wiederaufgebaut) im Norden von Kanchanaburi und kann zu Fuss überquert werden.

Weiterhin findet man in der Stadt noch verschiedene Friedhöfe der asiatischen Arbeiter und der alliierten Kriegsgefangenen, diverse Denkmäler, die an diese Zeit erinnnern, das kitschige WWII Museum sowie einige Wats in der Umgebung, z.T. mit Blick hinunter auf Kanchanaburi.

Unterkünfte findet man in Kanchanaburi v.a. am Nordufer des Flusses und unweit der Brücke. Meine Unterkunft war das "Ploy Guesthouse". Für 600bt (Online-Tarif) gibt es dort ein Doppelzimmer mit normaler Ausstattung, aber als interessante Abwechslung mit einem kleinen privaten Garten und einer Open-Air-Dusche. Durch den Garten ist es nie zu heiß und zudem genießt man statt Straßenlärm ruhiges Vogelgezwitscher. Das "Ploy Guesthouse" liegt recht zentral. Mit ein wenig Ausdauer kann man von hier aus die Brücke, den Bahnhof und die Downtown zu Fuss erreichen, alternativ kann man aber auch ein Songthaew nutzen.



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