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Samstag, 28.04.2007 - Asien > Südkorea > Seoul

Fahrt an die Front: Besuch der DMZ

Südkorea befindet sich im Krieg - zumindest immer noch offiziell. Am "Ende" des Krieges zwischen Südkorea (+ USA) und Nordkorea (+ China) im Jahr 1953 wurde zwar ein Waffenstillstandsvertrag abgeschlossen, mit dem u.a. die derzeit noch aktuelle Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten festgelegt wurde. Einen Friedensvertrag jedoch gibt es bis heute nicht und daher ist die Grenze entsprechend stark bewacht und die Soldaten stehen sich in Sichtweite gegenüber. Wie sich die Situation genau darstellt, konnte ich mir heute vor Ort anschauen.



Im Rahmen der sogenannten "Combined Tour" von "TourDMZ" konnte ich die folgenden Stationen in der "Entmilitarisierten Zone" (DMZ, ein 4km breites und knapp 250km langes Sperrgebiet zw. Nord- und Südkorea) besuchen:

  • 3rd Tunnel
    Nach 1953 hat Nordkorea vielfach versucht, die Grenze zu untergraben, um schnell nach Südkorea und speziell in die Hauptstadt Seoul einfallen zu können. Der sogenannte "3. Tunnel" liegt weniger als 50km von Seoul entfernt und ist groß genug, um eine komplette Division in einer Stunde durchzulassen (= 30.000 Soldaten). Hier kann man nach einer kurzen Einweisung mit einer Monorail in den Tunnel herunterfahren und bis fast zur nordkoreanische Grenze rüberlaufen. Die Tunnelhälfte auf nordkoreanischem Terrain ist aber natürlich mit Stacheldraht usw. abgesperrt. In einem leicht propagandistisch angehauchten Film erfährt man (wieder oben angekommen) mehr über die DMZ. Nordkorea verleugnet übrigens bis heute die Existenz dieses Tunnels.
     
  • Dora Observatory
    Von dieser erhöht gelegenen Beobachtungsstation aus kann man weit in die DMZ und in das nordkoreanische Staatsgebiet hineinschauen (besonders über die bereitgestellten Fernrohre), u.a. sieht man dort das Propadandadorf" Gi Jong Dong mit der 160m hohen nordkoreanischen Flagge und Gaeseong, die nach Pjöngjang zweitgrößte nordkoreanische Stadt, in der mittlerweile Zehntausende Nordkoreaner für südkoreanische Unternehmen arbeiten.
     
  • Doransan Station
    Ein Bahnhof, der aktuell das Ende der Strecke von Seoul in Richtung Nordkorea darstellt. Dieser ist brandneu und soll schon bald stark belebt werden, denn ab nächstem Monat werden wohl testweise erste Züge die Grenze passieren können.
     


  • JSA / Joint Security Area
    Am interessanten ist aber ohne Frage die JSA in "Panmunjeom". An dieser Stelle werden die Verhandlungen zwischen Nordkorea und der United Nations Command Support Group bzw. den einzelnen Staaten, wie z.B. Südkorea abgehalten. D.h. es gibt dort Verhandlungsräume der UN, mehrere große Gebäude auf nord- und südkoreanischer Gebäude und einige Aussichtspunkte zu sehen. An dieser Stelle stehen sich die Soldaten beider Seiten Auge in Auge gegenüber und jede Aktion der südkoreanischen Soldaten sowie der Besucher wird vom Norden argwöhnisch beobachtet.
     
    In diesem Bereich gibt es daher strenge Verhaltensvorschriften. Kein aus der Reihe tanzen, keine Gesten und erst recht nicht mit den Nordkoreanern reden. Dies könnte sonst schwerwiegende Folgen haben, denn alles wird überwacht und durch Kameras und Mikrofone aufgezeichnet. Bevor man hierher kommen darf, muss man erst einmal ein Dokument unterzeichnen, in der z.B. folgende schöne Zeile auftaucht:
     
    "The visit to the JSA at Panmunjeom will entail entry into a hostile area and possibility of injury or death as a direct result of enemy action [...] [we] cannot guarantee the safety of visitors and may not be held accountable in the event of a hostile enemy act."
     
    Dort ist noch mal genau festgehalten, was erlaubt ist und was nicht. Im "Camp Bonifas" sieht man dazu zusätzlich eine Slide-Show-Präsentation. Z.B. gibt es für die DMZ einen Dress-Code, mit der "falschen" Kleidung darf man also nicht rein. Ebenfalls sollte man es tunlichst vermeiden, die gelbe Grenzmarkierung zu übertreten. Ein Schritt zuviel und es war womöglich der letzte...
     
    Wir konnten uns dann aber einen der Verhandlungsräume anschauen, in welchem man offiziell auf die nordkoreanische Seite rüberlaufen durfte. Damit ist klar: JA, ich war tatsächlich in Nordkorea, wenn auch nur ein paar Meter. In dem Raum stehen ein süd- und ein nordkoreanischer Soldat. Starr wie Wachsfiguren, fotografieren lassen kann man sich mit diesen aber trotzdem.

Neben den bereits erwähnten Stationen beinhaltet die Combined-Tour noch weitere Stopps u.a. an der "Freedom Bridge", der "Bridge of No Return", dem "Imjingak Park", im "Camp Bonifas" (von wo aus es per Militär-Bus zu JSA geht) und an der "Unification Bridge".

Die insgesamt knapp 10-stündige Tour hat mich 110.000 Won gekostet (~90 EUR) und jeden Samstag kann diese bei TourDMZ gebucht werden. Alternativ sind Teilbesichtigungen oder Touren direkt südlich der Grenze mit einem nordkoreanischen Flüchtling möglich, dem man dann beliebige Fragen stellen kann (in der DMZ folgt man lieber den Anweisungen folgen, statt unbequeme Fragen zu stellen). Los geht es jeweils inmitten von Seoul. Ebenfalls im Preis enthalten ist ein Lunch in einem traditionellen koreanischen Restaurant, wo es Bulgogi gab (sehr lecker).

Die Teilnahme an der Tour kann ich durchweg weiterempfehlen. Sie ist sehr informativ (die Guides sind englisch- und japanischsprachig), sehenswert und erlebnisreich. In der JSA herrschte heute (zumal bei dem schönen Sommerwetter) z.B. eine etwas merkwürdige Stimmung, denn die meisten Soldaten auf beiden Seiten sind Wehrpflichtige etwa in meinem Alter (2 Jahre in Südkorea und 10!!! in Nordkorea) und alle folgen sie gehorsam den Befehlen Dritter, ohne diese in Frage zu stellen. So richtig verstehen kann ich dies nicht, aber dies sind halt z.T. noch andere Wertevorstellugen. Ok, ist aber natürlich eine recht verfahrene Situation mit Nordkorea.

Fotografieren kann man nur in sehr vereinzelten Bereichen, daher gibt es nur ein paar neue Bilder dazu in der Galerie. Und wer richtig nach Nordkorea will (von China aus), dem kann ich den Lonely Planet-Guide zu Korea empfehlen (ISBN: 1740594495), da man dort zahlreiche Infos und Literaturverweise findet, um einen derartigen Trip zu organisieren (Nordkorea soll u.a. ganz nette Strände haben ;-)).

Zurück in Seoul habe ich dann beim Lauf zurück nach Anguk noch einiges vom Hi Seoul Festival mitbekommen, welches heute so richtig in die Vollen geht. Wer jetzt in Seoul ankommt, der sollte dort doch bitteschön vorbeischauen. Es lohnt sich!

UPDATE: Gerade noch auf der Tagesschau-Webseite gelesen zum "grossen General, Genosse Kim Jong Il":

"Die Macht des Militärs in Nordkorea wächst - Wir brauchen keine Süßigkeiten, sondern Kugeln"
Bislang feierte sich Nordkoreas kommunstische Partei als wichtigste Institution des Landes. Doch mit dem Wandel Nordkoreas zur Atommacht ändert sich die Tonlage: Nun präsentiert sich die Armee als mächtigste Gruppe. Waffen, so die Devise, sind wichtiger als Ernährung.



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