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Sonntag, 15.04.2007 - Asien > Südkorea > Gwangju

Ein Wochenende im Südwesten Südkoreas

Das Wochenende habe ich diesmal in den Städten Gwongju und Mokpo im Südwesten von Südkorea verbracht. Um von Jeonju nach Gwongju zu gelangen, ging es dazu zunächst am Samstag per Express-Bus in knapp <2h nach Jeonju. Das Ticket gibt es für 8300 Won (relativ teuer für Korea). Bevor ich mich in Jeonju umschauen konnte, habe ich mir wieder in Sichtweite des Busterminals ein Motel gesucht.



Das geht ganz ordentlich, denn wenn man ein paar Tage in Korea unterwegs ist, entwickelt man automatisch einen Blick dafür, wo man die wichtigsten Dinge findet, selbst wenn man die Hangeul-Zeichen nicht lesen kann (d.h. Motel, "PC-Bang" [Internetcafé], Convenience Store, Restaurants).

Wenige Minuten später hatte ich mich dann im "Redrose Motel" einquartiert und die Wahl war eigentlich richtig gut, denn zum einen spricht der Besitzer Englisch, so dass man event. Fragen zu Gwangju etc. klären kann und zum anderen ist die Ausstattung des Zimmers top. Für 30.000 Won gibt es ein großes Doppelzimmer Ensuite mit TV, AC, Trinkwasserspender, Kühlschrank, PC+Internetanschluss und zahlreichen "Goodies" į la Haargel, Deo etc. In Europa würde man dafür sicherlich etwa 80-120 EUR bezahlen. Hier sind es dagegen etwa 24,00 EUR (derzeit 1 EUR = 1240 Won!).

Gwangju ist eine sehr moderne Stadt mit knapp 1,4 Mio. Einwohnern und bisher vielleicht die "europäischste" Stadt, die ich bislang in Korea gesehen habe. Allein das Busterminal mit angeschlossenem Shoppingcenter und den drumherumliegenden Shopping-Tempel von "Shinsegae", "Evervill" usw. sind schon ganz nett anzuschauen. In der Innenstadt findet man einen weiteren großräumigen Shopping-Distrikt.

Gwangju hat eine kleine U-Bahn, Bahnanschluss, viele Restaurants etcpp. Also soweit also ganz gut - nur so richtig ein eigenes Profil hat diese Stadt (noch) nicht entwickelt. Ähnlich wie in den Innenstädten kleinerer deutscher Städte könnte man Gwangju leicht mit anderen Städten in Europa oder Nordamerika verwechseln. Es gibt eigentlich fast nichts, was diese Stadt "einzigartig" oder "besonders" macht. Nur die bereits erwähnte Infrastruktur und die Lage machen Gwangju für Besucher interessant, denn von hier aus kann man Daytrips in die gesamte Küstenregion im Westen und Süden, wie auch in die umliegenden Nationalparks starten.

Direkt in Gwangju kann man aber zumindest noch das kleine "Gwangju National Museum" besichtigen (für 1000 Won). Dort konzentriert man sich vorwiegend auf die Geschichte dieser Region. Unmittelbar südlich davon liegt eine Parkanlage, in der weitere Gebäude wie das "Gwangju Municipal Folk Museum" oder die "Biennale Exhibition Hall" besichtigt werden können. Einige Kilometer östlich der Stadt liegt der knapp 1200m hohe "Mt. Mudeung" (Mudeungsan) samt einiger Tempel und Teeplantagen. Für die Besichtigung mit Aufstieg + Anfahrt sollte dann aber schon ein ganzer Tag eingeplant werden (den ich leider nicht zur Verfügung hatte).

Am Sonntag habe ich einen Day-Trip nach Mokpo unternommen. Die Hafenstadt Mokpo liegt direkt am Gelben Meer. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass dies ein kleinerer Ort mit Hafenpromenade und Fischrestaurants sei. Das war allerdings nicht ganz richtig, denn Mokpo hat knapp 250.000 Einwohner und ist ziemlich zersiedelt (= großflächig).

Von Gwangju kann man per Bus oder Bahn nach Mokpo fahren. Die Busfahrt dauert etwa 80 Minuten und kostet 6700 Won. Vor Ort angekommen, bin ich per Taxi zum "National Martime Museum of Korea" gefahren. Dieses kleine Museum zur Geschichte der Schifffahrt in Korea (mit den 4 Themenbereichen "Wando-Ship", "Shinan-Ship", "Life of traditional Fishing Village", "History of traditional Korean Ships") ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten in Mokpo. Dennoch verstand auch dieser Taxifahrer wieder nur Bahnhof, als ich ihm das Fahrtziel genannt, auf der Karte gezeigt und den Namen nochmal aufgeschrieben hatte. Die koreanischen Schriftzeichen lagen mir diesmal nicht vor.

Aber mal ehrlich: Wenn man in einer Stadt Taxifahrer ist UND es nur wenige potenzielle Fahrtziele gibt UND diese auf den Verkehrszeichen ebenfalls in lateinischen Buchstaben angegeben sind, wie um alles in der Welt kann man sich dann so blöd anstellen, das gewünschte Fahrtziel nicht zu kennen / zu erkennen? Der ist dann tatsächlich mit mir an Bord noch zu einer Polizeistelle gefahren und hat lautstark herumgehupt, in der Hoffnung, dass vielleicht ein Polizist rauskommt, der sich auskennt.

Letztendlich bin ich dennoch am Fahrtziel angekommen und konnte mir für 600 Won das Museum anschauen. Die restlichen Stationen in Mokpo habe ich dann lieber zu Fuss erkundet (z.B. die Märkte am Hafen und den Berg Yudal-San mit zahlreichen Pagoden, Skulpturen und einem Ausblick über Mokpo und die See drumherum), bevor es per Bus zurück nach Gwangju ging. Derartige Situationen wie mit diesem Taxifahrer gab es in den letzten Tagen aber schon ein paar Mal (z.B. in den Internetcafés) und mein Eindruck ist, dass dies nicht nur Verständigungsprobleme sind, sondern oftmals auch Verständnisprobleme, so dass man sich fragt, ob es mit der Bildung in Korea wirklich so weit her ist, wie dies in TV-Dokumentationen etc. zu Korea stets betont wird...

Und nicht nur, dass praktisch niemand auch nur Ansatzweise eine Fremdsprache spricht (damit sind insbesondere die "Tourist Information Center", Polizisten, Taxifahrer und Leute an Ticketschaltern gemeint), selbst wenn in Info-Broschüren und auf Verkehrszeichen teilweise die lateinische Schreibweise von Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten vorhanden ist, sind oftmals krasse Rechtschreibfehler vorhanden (z.B. ein großes Hinweisschild auf einer Hauptstraße für die "warhf", gemeint war wohl "wharf"). ;-) Ich meine, ich komme dank Kompass und Karten auch so zurecht. Wenn man das Land aber zukünftig mehr für ausländische Besucher öffnen möchte, dann muss man dort noch so einiges auf Vordermann bringen.

Morgen geht es für mich weiter in Richtung Osten, so dass ich in ein paar Tagen in Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas ankommen werde.

Gesichtete Auslaender am 14.04./15.04.: 1
Total seit Seoul: 3



Bücher, Filme etc. zu Gwangju (Südkorea)


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