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Donnerstag, 12.04.2007 - Asien > Südkorea > Gongju

Gongju: Missionare, Polizisten und Schulkinder

Die Fahrt am Donnerstag führte mich von Suwon weiter in Richtung Süden über den Ort Cheonan bis nach Gongju. Dazu ging es zunächst mit der KCR Linie 1 (d.h. mit der Metro-Linie, die mich gestern schon von Seoul nach Suwon geführt hatte) in rund 1h für 2100 Won nach Cheonan. Dort wollte ich mir eigentlich die "Independence Hall of Korea" anschauen, eine große Anlage einige Kilometer östlich von Cheonan, die den Koreanern allgemein gewidmet ist, welche trotz all der ausländischen Besatzer in den letzten Jahrhunderten Widerstand geleistet und das Land immer wieder neu aufgebaut haben.



Daraus wurde jedoch nichts, da die Lage in Cheonan leicht unübersichtlich war. Niemand sprach auch nur ein paar Worte Englisch und alle lokalen Buslinien sind nur auf Koreanisch beschriftet. Daher habe ich mich statt der 30min-Fahrt per lokalem Bus zur Unabhängigkeitshalle gleich von der Bahnstation zum zentralen Express-Busbahnhof etwa 20min nordöstlich durchgeschlagen. Hilfreich waren in Cheonan einzig einige christliche Missionare. Da diese immer bestrebt sind, neue "Gotteskinder" unter ihre Fittiche zu bekommen, kann man diese Missionare auch gut dazu nutzen, um sich nach dem Weg zu erkundigen oder andere Informationen zu erhalten.

Das klappte recht ordentlich, so dass ich einige Zeit später im Bus nach "Gongju" saß, meinem eigentlichen Tagesziel. Diese Fahrt dauert ebenfalls nochmal 1h und kostete mich 4300 Won. Eine Taxifahrt und einen Check-In im Motel "Mongnyeonjang" (25.000 Won für Einzel-/Doppelzimmer Ensuite) später, konnte ich dann endlich meine Tour durch Gongju starten.

Songsan-ri Gräber (u.a. Grab des Königs Muryeong)

Gongju ist wieder ein ganzes Stück kleiner als Suwon und hat nur rund 140.000 Einwohner. Zur Zeit der drei Königreiche (also noch vor der Joseon-Dynastie) war Gongju zeitweilig der Regierungssitz des Baekje-Königreiches. Überreste aus dieser Zeit gibt es nur noch begrenzt und zwar findet man im Bereich "Songsan-Ri" große Hügelgräber, die während des 6. Jhs. AD angelegt wurden, darunter u.a. das Grab des Baekje-Königs Muryeong.

Diese 1971 geöffneten Gräber enthielten Tausende Artefakte und Grabbeigaben, die viel zum heutigen Wissensstand über dieses frühe Königreich beitragen. Seit 1997 sind die Gräber jedoch zum Schutz vor zu vielen Besuchern und dem heißem Wetter im Sommer "auf ewig" versiegelt, so dass man für 1500 Won Eintritt eigentlich nur eine große Parkanlage besuchen kann, wenn es da nicht ein nachgebautes Hügelgrab gäbe. In diesem neuen "Grab" wurde eine Ausstellung installiert, in welcher man mehr über die restlichen Gräber bzw. die dort begrabenen Personen und die Grabbeigaben erfahren kann.

Auf dem Weg zu diesen Gräbern traf ich ein paar Polizisten auf Patrouille und da ich mir nicht genau sicher war, ob die eingeschlagene Richtung die richtige ist, habe ich diese nach dem Weg gefragt (Polizisten sind für mich als Besucher eh soetwas wie die zentrale Info-Hotline). Zwar sprach nur einer der Polizisten ein wenig Englisch. Wir konnten uns aber soweit verständigen, dass sie mich letztendlich bis zu den Gräbern eskortiert haben. Sie hatten anscheinend gerade nichts anderes zu tun und so konnte wir dann auf dem Weg noch trotz aller Verständigungsprobleme über einige interessante Dinge diskutieren. War also ein durchweg guter Service, den die Polizei mir hier in Gongju angeboten hat. ;-)

Gongju National Museum

Weiter ging es zum "National Museum" von Gongju. In dieser lokalen Vertretung des Nationalmuseums von Korea konzentriert man sich ganz auf das Baekje-Königreich. Nach dem Besuch der Hügelgräber kann man hier das gewonnene Wissen vertiefen und u.a. viele der Grabbeigaben besichtigen. Man erfährt, wie das Baekje-Königreich aufgebaut war und wie schon sehr früh Handel mit China und anderen Mächten der Region betrieben wurde. Das "Gongju National Museum" liegt ein ganzes Stück hinter den Gräbern (vom Stadtzentrum Gongjus aus gesehen), ist zu Fuss aber dennoch in vielleicht 20min zu erreichen (alternativ per Bus). Der Eintrittspreis für das Museum liegt bei 1000 Won.

Hinweis: In der mir vorliegenden Ausgabe des "Lonely Planet"-Guidebooks für Korea ist das Nationalmuseum auf der Karte noch im Süden Gongjus vermerkt. Dort ist mittlerweile ein weitere Museum eingezogen, welches sich ganz speziell mit dieser Region beschäftigt und insbesondere mit der Frage, wie man schon im 5./6. Jahrhundert ein großes Reich ohne technische Hilfsmittel effektiv verwalten konnte (u.a. mit einem Rating-System, welches unfähige Staatsbedienstete auf lokaler Ebene regelmäßig ihrer Ämter enthob). Ebenfalls recht interessant und zudem kostenlos.

Gongsanseong Fortress

Nächste und letzte Station war eine Festungsanlage auf einem Berg unweit des Gongju durchquerenden Flusses Geumgang. Dorthin ging es wieder zu Fuss und mein heutiges Workout konnte ich dann mit dem Lauf über die 2,4km lange Stein/Erd-Befestigung abschließen, immer schön einen Berg runter und den nächsten wieder hoch. Da es einmal rund um die Berge geht, hat man letztendlich zu allen Seiten einen guten Überblick über Gongju und v.a. die sehr hügelige Umgebung. Innerhalb der Befestigung findet man neben verschiedenen Pavillions noch mit "Yeongeunsa" einen kleinen buddhistischen Tempel.

Auch hier ist wieder alles mit blühenden Kirsch- und anderen Bäumen gespickt. Zusammen mit dem am Abend aufkommenden, kühlenden Wind und der Jubiläumsfolge des "Podparade"-Podcasts auf den Ohren ergab dies einen stimmungsvollen und sehr relaxten Tagesabschluss. Der Eintrittspreis für diese Anlage liegt bei 1200 Won.

Interessant war heute die Reaktion einiger Leute auf mein Erscheinen. Seit gestern habe ich keinen Europäer/Amerikaner o.ä. mehr gesehen und anscheinend gibt es in der Stadt eher selten Backpacker. Allgemein leben in Korea ja nur knapp 1% Ausländer, von denen viele ebenfalls aus Asien kommen. Manche Leute sprechen einen daher aus Interesse einfach an (wenn auch meist auf Koreanisch) und wollen wissen, woher man kommt etc. Witzig waren die Grundschulklassen, wenn man dann im Vorbeilaufen immer soetwas wie "Hello Mister! How are you? Nice to meet you!" von 20-30 Kindern zugerufen bekommt. ;-)

Ebenfalls konnte ich auf dem Rückweg feststellen, dass es sich bei meinem Motel anscheinend um eines dieser in Korea wie auch in Japan typischen "Love Motels" handelt - durch die Beleuchtung draußen, sowie eine Rotlicht-Lampe in meinem Zimmer. Macht aber nichts, denn letztendlich sind diese Unterkünfte für Reisende recht ideal. Günstig (bei Bedarf auch für weniger Zeit noch preiswerter zu haben), sauber, mit Bad, TV etc. Außer einigen anderen Yogwans (zu erkennen am Symbol für ein Bad: ein Oval, aus dem drei kurze, geschlängelten Linien nach oben steigen) gibt es in Gongju aber eh keine anderen Unterkünfte.



Bücher, Filme etc. zu Gongju (Südkorea)


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