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Sonntag, 25.09.2011 - Asien > China > Xian

Xian - Zentralchina am Ausgangspunkt der historischen Seidenstraße

Nach Peking ist mein zweites Ziel in China die Stadt Xian. Xian kennt man im Westen wahrscheinlich v.a. aufgrund der Armee der Terrakotta-Krieger und dass ist auch mein Hauptgrund für den Besuch in dieser Stadt. Doch Xian, etwa 900km südwestlich von Peking gelegen und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Zentrum von China, ist keineswegs eine Kleinstadt, die sonst nichts anzubieten hat. Vielmehr hat auch diese chinesische Stadt bereits mehr als 8 Millionen Einwohner und boomt derzeit in einem Maße, dass diese Zahl wohl in Kürze zweistellig werden dürfte. Darüberhinaus war Xian für über 1000 Jahre die Hauptstadt des chinesischen Kaiserreiches und ehemals der Ausgangspunkt für die historische Seidenstraße, welche bis nach Europa führte.



Flug Peking-Xian und Ankunft in einem Xian, welches sich gerade vervielfacht...

Doch der Reihe nach: Zunächst ging es per Inlandsflug vom Beijing International Airport (PEK) zum Xian Xianyang International Airport (XIY). Geflogen bin ich mit Air China (aktuelle Boeing 737, annehmbare Verpflegung, sonst keine Auffälligkeiten), wobei der 2h-Flug knappe 140 EUR kostete. Für nur 900km ein recht happiger Preis, allerdings fehlen in China scheinbar die in anderen Teilen Asiens vertretenen Billigflieger, denn Air China, China Southern, China Eastern, Shanghai Airlines und ein paar weitere Airlines teilen den Markt unter sich auf und fliegen fast zu identischen Preisen bzw. teilweise mit exakt identischen Preisen oder gar im Code-Share. Sonderaktionen für Inlandsflüge oder sonderliche Preisschwankungen habe ich in der letzten Zeit ebenfalls nicht gesehen, so dass man für Flüge in China doch ein wenig mehr einplanen sollte, als dies in Europa/SOA notwendig wäre. Als Alternative kann man dafür jedoch auf das sehr gut ausgebaute und weiter wachsende Schienennetz ausweichen, z.B. indem man eine Übernachtung am Ende des Peking-Aufenthaltes einsparrt und stattdessen den Nachtzug nach Xian nimmt.

Der Flughafen von Xian liegt etwa 45km nordwestlich der Stadt und auf der etwa einstündigen Fahrt nach Xian verschlägt es einem fast den Atem. Nicht nur wegen des andauernden Smogs der umliegenden Industrie, der ähnlich wie Nebel den Himmel in einem beständigen, milchigen Weiß verhüllt und für ein sehr grelles Licht sorgt, sondern v.a. aufgrund der enormen Bautätigkeiten beiderseits der Straße nach Xian. Überall sind hier bis zu 10m hohe Werbeplakate hochgezogen, die die unmittelbare Sicht auf die Aktivitäten dahinter versperren, dafür jedoch das im Bau befindliche Projekt im Endzustand abbilden und hinter den Plakaten sprießen die neuen Hochhäuser bereits hervor. Nicht eines, nicht zehn, nicht Hundert. Es müssen mehrere Hundert Hochhäuser mit Hundertausenden Wohnungen sein, die derzeit in Xian entstehen. GLEICHZEITIG!!! Überall hängen Kräne an den Hochhäusern, die zusammen mit diesen in die Höhe wachsen, gleichzeitig wird an neuen Shoppingmalls, Parks und der weiteren Infrastruktur gearbeitet. Ja, hier entsteht eine neue Stadt und China wappnet sich anscheinend für massiv steigende Bevölkerung in den Städten.

Aktivitäten in und um Xian

Xian ist heute die Hauptstadt der Provinz Shaanxi und spielt eine wichtige Rolle beim Luft- und Bahnverkehr von Nord nach Süd und West nach Ost im Zentrum von China. Xian kann man daher gut für Transits in viele "kleinere" Städte Chinas nutzen (also alles < 5 Mio. Einwohner). Als Sitz von insgesamt 13 Kaiserdynastien und durch seine Lage am Ausgangspunkt der Seidenstraße hat Xian heute sowohl einige historische Hinterlassenschaften als auch eine recht heterogene Bevölkerung zu bieten. Besonders prägend für die Stadt ist heute noch die gewaltige Stadtmauer, die den Innenstadtkern auf 4x3km Länge umschließt. Im von der Stadtmauer eingeschlossen Teil der Stadt findet sich noch einiges vom historischen Xian, mit einer Bebauung, die selbst bei modernen Bauten zumindest nicht viel höher geht als 10 Etagen. Schaut man jedoch über die Mauer hinweg, dann entsteht wie an der Straße vom Flughafen auch hier das neue Xian in extremem Tempo. In allen Richtungen wird wie wild gebaut, als gäbe es keinerlei Limit für das zu investierende Kapital und eine grenzenlose Nachfrage. Richtung Norden entsteht beim Hauptbahnfhof eher Industrie, während im Süden neue Malls und Geschäftsgebäude internationaler Unternehmen aus dem Boden sprießen.


Besonders eindrucksvoll ist dieser Vergleich Innen/Außen, wenn man auf der breiten Stadtmauer einmal die 12km um die Stadt läuft. Diese stammt noch aus dem 14. Jh. und ist oben ganze 12m breit. In den vier Himmelsrichtungen gibt es jeweils mittig große Haupttore, sowie kleinere Wachtürme alle paar Hundert Meter. Man kann für 40 RMB hoch auf die Stadtmauer und dort können dann Fahrräder ausgeliehen werden, mit denen sich die Mauer leicht umrunden lässt (100min für 20 RMB + 200 RMB Kaution). Diverse Schilder auf der Stadtmauer erläutern die Geschichte, im Nordwesten erhält man Einblick in den großen Lama Tempel.

Die meisten Sehenswürdigkeiten von Xian liegen innerhalb der Stadtmauer. So laufen von den vier großen Toren Straßen an einem zentralen Kreisverkehr zusammen, in dessen Mitte der Glockenturm trohnt. In früheren Zeiten, als die Stadtmauer nachts verschlossen war, wurde von dort am Morgen durch den Schlag der Glocken das Herunterlassen der Zugbrücken an den vier Toren veranlasst. Neben dem Ausblick auf die Stadt kann man etwa einmal stündlich einer Performance beiwohnen (Video demnächst). Für 40 RMB gibt es ein Kombiticket mit dem Trommelturm. Letzterer befindet sich ein paar Hundert Meter weiter westlich und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Unterschied zum Glockenturm kam von diesem Turm das Signal, die Zugbrücken der Tore am Abend hochzuziehen, so dass das Leben in der ehemaligen Hauptstadt zur Ruhe kam.

Vom Trommelturm ist es dann nicht mehr weit in das nördlich gelegene Muslimische Viertel. Auf mehreren Gassen in diesem Viertel pulsiert das Leben. Wahre Menschenmassen drängen durch die engen Gassen, um die allerorts angebotenen kulinarischen Köstlichkeiten zu verzehren. Es gibt zahlreiche kleine Stände, von typisch muslimischen Gerichten, über diverse traditionelle Süßigkeiten bis zu chinesischen Nudelgerichten und Suppen ist alles im Angebot. Genauso zahlreiche Gerichte, bei denen man wirklich skeptisch sein sollte, ob diese essbar und bekömmlich sind (am besten mal die Xian-Bilder dazu in der China-Galerie anschauen, wohl bekomms!).

Gut eignet sich das Muslimische Viertel mit seinem Basar-Charakter in einzelnen Gassen für den Einkauf des ein oder anderen Souvenirs. In dem Viertel liegt etwas versteckt die Große Mosche, eine Moschee im chinesischem Stil (hat weder Kuppeln noch Minarette, von Gärten umringt), die von der muslimischen Minderheit von ca. 50.000 Menschen in Xian genutzt wird. Die meisten der chinesischen Muslime sind Angehörige der Hui. Die Moschee befindet sich nahe dem Trommelturm (Gulou) in der Huajue-Gasse (Huajue Xiang) und ist eine der ältesten und berühmtesten Moscheen des Landes. Sie stammt überwiegend aus dem 8. Jh. und ist nach Westen ausgerichtet, d.h. in Richtung Mekka. Mehrfach täglich wird hier vom Muezzin zum Gebet gerufen, woraufhin die gläubigen Männer (Frauen sind anscheinend nicht zugelassen) mit weißen Hauben zum Gebetshaus ganz im Westen der Anlage streben (Eintritt 25 RMB).

Weiterhin liegt im Muslimischen Viertel das Folk House, in welchem Vorführungen wie traditionelles Schattenpuppentheater gezeigt werden. Ein Stück östlich des südlichen Stadttores findet man rund um die Shuyuan Xiang innerhalb der Stadtmauern eine Art Künstlerviertel, wo in diversen Geschäften und an Ständen hochwertige Artikel wie z.B. Kalligraphiepinsel, Essstäbchen, Zeichnungen, Vasen und Töpfererzeugnisse feilgeboten werden. Dort ist man dann auch schon fast beim Stelenwald von Xian ("Forest of Stelae Museum", alternativ bekannt als Beilin Museum). Dies ist ein Museum für Stelen und Steinskulpturen mit heute insgesamt über 3000 Stelen (von der Han-Zeit bis zum Anfang dieses Jahrhunderts). Für 75 RMB, aber nur bedingt lohnenswert wenn mit spezifisch daran interessiert ist.

Allgemein bieten die Attraktionen in Xian im Unterschied zu Peking sehr gute Öffnungszeiten, z.B. 8:30-21:00. Innerhalb der Stadt kommt man gut zu Fuss voran oder per Taxi (sehr viele vorhanden, aber selten frei und die Fahrer sprechen keinerlei Englisch). Online ist die Info noch nicht verfügbar, aber die ersten zwei U-Bahn-Linien sind seit wenigen Tagen geöffnet. Diese führen praktisch genau unterhalb der N-S- bzw. W-O-Straßen durch die Innenstadt und weit über die Stadtmauer hinaus. Umgestiegen werden kann direkt im Untergrund des Glockenturmes, Linienpläne hängen schon aus, sind derzeit aber nur auf Chinesisch. Weitere 4-5 Linien folgen bis 2020. Für Shopping ist besonders die zentrale Straße Nan Da Jie vom Glockenturm bis zum südlichen Stadttor gut geeignet.

Noch ein Wort zu den Taxifahrern in Xian, bevor es im nächsten Beitrag mit den wichtigsten Attraktionen der Stadt weitergeht: Es ist nicht nur schwierig ein freies Taxi zu finden, sondern zudem einen Taxifahrer, der weder versucht, einen übers Ohr zu hauen, noch absolut begriffsstutzig ist. Auf dem Rückweg zum Flughafen (ich bin derzeit schon wieder in der nächsten Stadt) stand ich mit Backpack in Warteposition. Nach langer Zeit kam ein leeres Taxi und es war ein wahrer Kraftakt, dem Taxifahrer mit Flugticket, dem Wort "Airport", entsprechenden Gesten UND v.a. den chinesischen Schriftzeichen für den Flughafen klarzumachen, dass ich doch wirklich zum Flughafen möchte. Und 5min nach Fahrtantritt ruft er dann doch noch jemanden an, der Dolmetschen sollte, da er trotz dieser Erläuterung immer noch nicht wusste, wo ich denn hinmöchte. Herr, wirf Hirn vom Himmel! ;-) Man braucht also zumindest ein wenig Geduld und sollte auf dem Rückweg zum Flughafen aufgrund der jetzt schon angespannten und zukünftig wahrscheinlich eher komplett kollabierenden Verkehrssituation viel Zeit einplanen.



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